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Palmkätzchen waren im Dezember bereits zu sehen, wie dieses Foto vom Hohen Peißenberg zeigt, das Ende des Monats aufgenommen wurde. An der Südseite des Bergs waren da auch bereits einzelne Blumen zu sehen, die aus dem Boden sprossen. 

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Seit 2012  kein Schnee an Heiligabend

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Hohenpeißenberg - Die Erinnerung täuscht oft. Angeblich gab es früher immer weiße Weihnachten. Doch seit 2012 fiel kein Schnee an Heiligabend.

Jedes Jahr aufs neue fiebern viele Menschen im Dezember darauf hin: Schneit es wieder, bekommen wir weiße Weihnachten? Wovon die Großeltern häufig in Erinnerungen schwelgen, davon können Enkel heute meist nur noch träumen. Seit dem Jahr 2012 gab’s auf dem Hohen Peißenberg an Heiligabend keinen Schnee mehr, wie der Rückblick des Meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg zeigt. Auch im vergangenen Dezember wurde bei grün-braunen Böden gefeiert. Es war einfach zu mild.

Nicht nur in Hohenpeißenberg, sondern in ganz Deutschland. Und bei vielen war die Enttäuschung groß. Dabei gibt es im Flachland dazu kaum einen Grund. Denn weiße Weihnachten sind da schon seit Jahrzehnten eher die Ausnahme und nicht die Regel, wie eine Statistik des Deutschen Wetterdienstes zeigt, auf die der „Spiegel“ kürzlich einging. Beispielsweise für München sieht die seit 1950 nämlich so aus: Nur 25 Mal war es an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen tatsächlich weiß, sechs Mal schneite es zumindest im Laufe der drei Tage – 36 Mal aber war gar kein Schnee zu sehen.

Da waren die Hohenpeißenberger in der Vergangenheit dank ihrer Höhenlage besser dran, wie das Observatorium aufzeigt: „Während der letzten 70 Jahre bis einschließlich 2011 lag am Heiligabend auf dem Hohen Peißenberg mit 78 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Schneedecke mit im Durchschnitt 16 Zentimetern Höhe“, sagt Wetterbeobachter Siegmar Lorenz. Acht von zehn Heiligabenden waren also weiß. Zwar ist das seit 2012 anders – allerdings gab’s 2014 zumindest am zweiten Weihnachtsfeiertag Schnee.

So war der Dezember 2016

Heuer allerdings blieb’s bis zum Jahresende größtenteils grün. Laut Lorenz herrschte im Dezember nahezu durchgehend Hochdruckwetter vor. „Das stabile Hoch lag meistens über Mitteleuropa“, sagt er. „Oftmals hatten wir es mit einer Inversionswetterlage zu tun. Das heißt, auf dem Hohen Peißenberg war es wärmer als in der Ebene.“ Dort war es dafür meist länger nebelig, während der Berg aus der Nebelschicht herausragte. An 25 Tagen konnte man vom Berg aus mehr als 50 Kilometer weit sehen, oftmals mit Föhnunterstützung. „Es herrschte sehr ruhiges und trockenes Wetter mit Frostwechseltagen, das heißt, die Temperaturen lagen tagsüber meist weit über dem Gefrierpunkt und nachts trat leichter Frost auf“, so Lorenz. Vorübergehend sickerte auch mal von Osten moderat temperierte Kaltluft ein, aber auch von West/Nordwest tangierten Tiefausläufer die Region mit milderer und feuchter Luft. Bis zum Jahresende blieb es sonnig und klar.

Ins neue Jahr startete der Landkreis wieder mit großen Temperaturunterschieden. „Am Neujahrsmorgen erwachte der Hohe Peißenberg mit plus 6 Grad Celsius, während in den Tallagen ringsherum minus 8 Grad Celsius herrschten“, beschreibt der Wetterbeobachter.

Mit im Schnitt 2,6 Grad Celsius war Bayern im Dezember das kälteste Bundesland. Trotzdem war es viel zu warm – und auch zu trocken. Es war sogar der trockenste Dezember seit 1865 auf dem Hohen Peißenberg. Und auch weiter südlich fehlte es an Schnee. „Die Alpen präsentierten sich im Dezember nahezu schneefrei“, sagt Lorenz. „Wintersport konnte meist nur auf Kunstschnee durchgeführt werden.“ Und der mangelnde Niederschlag hatte noch einen Nachteil: Die Waldbrandgefahr war zum Jahreswechsel entsprechend hoch.

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