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Bleibt Sitzungssaal für den Gemeinderat: der Schulungsraum der Feuerwehr. 

Hohenpeißenberg

Sitzungssaal: Lieber groß als barrierefrei

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Zwei Mal hat der Hohenpeißenberger Gemeinderat probeweise im HOP im neuen Schächen getagt, nun stand die Entscheidung an, ob dort dauerthaft die Sitzungen stattfinden sollen. Gemeinderätin Gabriela Seitz-Hoffmann hatte dies wegen der Barrierefreiheit beantragt, doch die Mehrheit ihrer Kollegen möchte im Feuerwehrhaus bleiben.

Kurz vor der Abstimmung warb Gabriela Seitz-Hoffmann (Aufwind) noch einmal für den HOP als neuen Sitzungsraum. „Ich denke, es ist wegen der Barrierefreiheit notwendig.“ Das Problem, dass der Schulungsraum im Feuerwehrhaus nur über Treppen zu erreichen ist, betreffe ja nicht nur behinderte sondern auch alte Menschen und solche, die zum Beispiel einen Gipsfuß haben. Sie dankte Bürgermeister Thomas Dorsch (parteilos) und den Gemeinderatskollegen, die auf den Antrag, den sie im vergangenen Jahr gestellt hatte, „gleich eingegangen sind“. „Ich würde mich freuen, wenn ihr meinem Antrag zustimmt“, sagte sie.

Damit die Gemeinderäte wissen, worüber sie abstimmen, hatten die beiden vergangenen Gemeinderatssitzungen im HOP im neuen Schächen stattgefunden, wo es einen barrierefreien Zugang und eine behindertengerechte Toilette gibt (wir berichteten).

Doch, wie sich bei den anschließenden Wortmeldungen zeigte, haben sich die Gemeinderatsmitglieder dort nicht so wohl gefühlt wie im Schulungsraum der Feuerwehr. Er sehe das Problem sagte Rudolf Hochenauer (SPD). „aber im HOP wäre der Sitzungssaal eindeutig kleiner.“ Zudem müssten die Zuhörer dort hinten sitzen und nicht an den Seiten und würden deswegen nicht so gut verstehen, wie im bisherigen Sitzungssaal. Die Treppen sehe er nicht als unüberwindbare Barriere für gehbehinderte Menschen an: „Wir bringen jeden mit dem Rollstuhl rauf und runter.“„Ich muss mich dem anschließen“, sagte die zweite Bürgermeisterin Gerlinde Rasch (CSU), „Es war ganz schön erdrückend dort.“

Robert Goldbrunner (Freie Wähler) sah die Situation anders: „Von der Situation für Behinderte gebe ich Gabriela hundertprozentig Recht. Wenn wir hier die Möglichkeit haben, einen barrierefreien Zugang zu schaffen, sollten wir das auch tun.“ Er stimmte zusammen mit Seitz-Hoffmann, Christine Summer (Aufwind) und dem Bürgermeister dafür, künftig im HOP die Sitzungen abzuhalten. Doch die Mehrheit der Gemeinderäte stimmte dagegen. Damit bleibt es Treppenstufen hin oder her beim Feuerwehrschulungsraum als Sitzungssaal. „Das ist traurig“, sagte Seitz-Hoffmann über das Abstimmungsergebnis.

Es bleibt
bei Treppen

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