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Soll noch heuer saniert werden: die Bergstraße in Hohenpeißenberg. 

Hohenpeißenberg

Straße auf den Hohen Peißenberg wird saniert

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Die Bergstraße in Hohenpeißenberg wird Ende des Jahres zur Baustelle. Der Kreistag machte jetzt den Weg frei für eine umfangreiche Sanierung der Straße. Zudem soll die Entwässerung erneuert werden.

Los geht es im Herbst mit dem rund 220 Meter langen Teilstück der Straße direkt im Ort – ab der Einmündung auf die ehemalige Bundesstraße am Rathaus. Dieses Teilstück soll, wie Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt im Kreistag berichtete, komplett saniert werden. Dabei werde die Breite der Straße von derzeit 4,63 Metern auf sechs Meter erweitert. Dadurch solle auch das Entwässerungsproblem bei Starkregen gelöst werden. In der Vergangenheit war das Wasser in die Häuser unterhalb der Straße gelaufen. Um das zu verhindern, hatte man Holzbohlen am Straßenrand aufgestellt. „Das ist natürlich von der Verkehrssicherheit her keine dauerhafte Lösung“, so Lenker.

Nun soll – teilweise auf heute noch privaten Grundstücken – eine Beton-Winkelstützmauer errichtet werden, die ermöglicht, die Straße so zu verbreitern, dass ein Bus und ein Auto problemlos aneinander vorbeikommen. Zudem soll durch die neue Konstruktion die Straße zur Hangseite geneigt werden, damit das Wasser geordnet ablaufen kann.

Das Thema Entwässerung sorgt auch für erhebliche Investitionen im weiteren Verlauf der Bergstraße. Auf rund 1,2 Kilometern Länge – grob gesagt zwischen dem Ortsausgang und dem Ende der Haarnadelkurve – sollen die heute extrem tiefen Ablaufrinnen zugeschüttet werden.

Sie würden mit Schotter verfüllt und verrohrt, führte Lenker aus. Zudem sollen im oberen Bereich Mulden ausgebildet werden, damit das Wasser versickern kann. Durch Drosseln in den Rohren soll verhindert werden, dass das Hangwasser wie heute bei Starkregen durch den Graben ungebremst nach unten schießt und für Überflutungen sorgt. Die neuen Baumaßnahmen würden dafür sorgen, dass das Wasser hangaufwärts immer wieder angestaut wird und so kontrolliert abfließen kann.

Zudem würde die Verkehrssicherheit insbesondere für Fahrrad- und Motorradfahrer deutlich verbessert, weil die heute tiefen Gräben ein echtes Risiko darstellen, so Lenker weiter. Zu guter Letzt soll auch auf dem gesamten Bereich die Straßenoberfläche abgefräst und erneuert werden, sagte er.

Alles im allem werden all diese Maßnahmen den Landkreis rund 1,4 Millionen Euro kosten. Eine Summe, die bei so manchem Kreisrat für Bauchschmerzen sorgte. Josef Tafertshofer (BfL/Wildsteig) machte seinem Unmut luft: „Ich sehe keine Rechtfertigung, dass diese Straße, die nur oben auf dem Berg endet, eine Kreisstraße und keine Gemeindestraße ist und wir deswegen für den Unterhalt zuständig sind. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, sie abzustufen und an Hohenpeißenberg zu übertragen“, sagte er.

Kreiskämmerer Norbert Merk widersprach ihm: „Wir haben schon vor geraumer Zeit das Kreisstraßennetz daraufhin untersucht, was wir eventuell an die Gemeinden abgeben können“, sagte er. Damals sei entschieden worden, die Bergstraße in Hohenpeißenberg in Kreisträgerschaft zu behalten. Zudem müssten die Straße „in einem vernünftigen Zustand sein, wenn wir sie übertragen. Wir übernehmen ja auch nur abgewidmete Bundesstraßen, wenn sie in Ordnung sind“, so Merk. Hans Schütz (Grüne/Peiting) entgegnete: „Diese Straße hat schon damals die Kriterien einer Kreisstraße nicht erfüllt. Der Landkreis ist hochverschuldet und hat eine der höchsten Kreisumlagen. Da machen die 1,4 Millionen Euro, die wir jetzt ausgeben sollen, rund ein Prozent der Kreisumlage aus.“

Kreisrat Thomas Dorsch, der auch Bürgermeister von Hohenpeißenberg ist, sah das natürlich ganz anders: „Die Straße ist überregional bedeutsam für den Tourismus und den Betrieb der Wetterwarte. Zudem wäre der Unterhalt der Bergstraße für die Gemeinde allein kaum zu stemmen“, gab er zu bedenken.

Am Ende beschloss der Kreistag einstimmig, die entsprechenden Arbeiten in Auftrag zu geben und die nötigen Finanzmittel bereit zu stellen. Gleichzeitig wurde aber festgelegt, dass nach Ende der Arbeiten noch einmal über eine mögliche Abstufung der Kreisstraße diskutiert werden soll.

Nun allerdings werden die Bauarbeiten erst einmal im Sommer ausgeschrieben. Nach Ferienende im September soll dann der Vollausbau des 220 Meter langen Teils im Ort beginnen. Dafür wird die Straße voll gesperrt und innerörtlich umgeleitet. Die neue Entwässerung soll dann im kommenden Frühjahr gebaut werden, hier wird die Straße abschnittsweise halbseitig gesperrt.

Für die Erneuerung der Straßenoberfläche ist dann eine weitere Vollsperrung nötig. „Die geht schnell“, versprach Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt. Man sei im Gespräch mit den Beteiligten, um die Behinderungen zu minimieren.

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