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Auf die Flüchtlingsthematik soll das Kunstobjekt aufmerksam machen, dass seit wenigen Tagen gegenüber dem Schächengelände zu sehen ist. 

Diskussion um Skulptur in Hohenpeißenberg

Syrisch-deutsches Kunstwerk gefällt nicht jedem 

Beim Bürgermeister sind schon erste Beschwerden eingegangen: Das syrisch-deutsche Kunstwerk gegenüber dem Schächengelände in Hohenpeißenberg gefällt nicht jedem.

Hohenpeißenberg – Ein Mensch auf Knien, die Hände hinter dem Rücken, den Kopf nach vorn gebeugt. Unterwürfig wirkt sie, die Skulptur, die vor wenigen Tagen auf einer Wiese gegenüber dem Schächengelände in Hohenpeißenberg aufgestellt worden ist. Das Kunstwerk gefällt nicht jedem, bei Bürgermeister Thomas Dorsch kamen schon erste Beschwerden an. Und auch in „Facebook“ wird über die Skulptur diskutiert – viele rätseln: Was soll sie eigentlich bedeuten?

Das soll dem Betrachter künftig auf einer Tafel erklärt werden, die aber ist noch nicht aufgestellt worden – mit so schnellen Reaktionen hatte wohl keiner gerechnet. Doch Dorsch sieht diese nicht nur negativ. Die Skulptur „soll nicht freundlich sein, sondern zum Nachdenken anregen“, sagt er. „Und die Diskussionen zeigen, dass sie passend ist.“

Geschaffen wurde das Objekt vom Syrer Mahmoud Alyonnes, der mit seiner Familie im Ort lebt, und vom Hohenpeißenberger Michael Pratsch. Die beiden Künstler lernten sich 2015 auf einer Kunstausstellung im Ort kennen und beschlossen, gemeinsam etwas zu gestalten. Als Thema wählten sie die Flüchtlingskrise. Pratsch steuerte den Sockel bei. Er ist aus Holz, rundherum hat der Hohenpeißenberger laufende Menschen geschnitzt. „Sie sind auf dem Weg“, sagt Dorsch – ein Symbol für die Fluchtbewegungen. Alyonnes gestaltete aus Stein und Draht die menschliche Gestalt. „Sie zeigt einen geknechteten Flüchtling“, sagt Dorsch. Es erinnere an Gefangenschaften und Misshandlungen.

Und das möchte offensichtlich nicht jeder ausgerechnet im Ortszentrum sehen. „Das Kunstwerk sollte prominent stehen“, sagt Dorsch. „Und auch in den kirchlichen Kontext passt es.“ Mit der Pfarrei war die Platzwahl abgesprochen. Allerdings gab es bereits Einwände von Eltern, deren Nachwuchs den benachbarten Kindergarten besuchen. Manche Buben und Mädchen würden sich vor der knieenden Person aus Stein fürchten – allerdings, so wendet Dorsch ein, dürften Kinder dann auch nicht in Kirchen gehen. Denn dort ist der gekreuzigte Jesus zu sehen. 

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