Grausiger Fund im Schwarzlaichmoor: Dieses aufgequollene Paket entdeckte Walter Füssl Anfang August in einem Tümpel. 
+
Grausiger Fund im Schwarzlaichmoor: Dieses aufgequollene Paket entdeckte Walter Füssl Anfang August in einem Tümpel. 

Erinnerung an Moorleiche „Rosalinde“ aus Peiting

Nach Gruselfund im Schwarzlaichmoor: Polizei steht weiter vor Rätsel - „Steckt eventuell mehr dahinter“

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
    schließen

Was hat es mit dem Tierkadaver auf sich, den ein Fotograf Anfang August im Schwarzlaichmoor auf Hohenpeißenberger Flur entdeckte? Nicht nur die Polizei steht vor einem Rätsel.

Hohenpeißenberg – Eigentlich wollte der pensionierte Polizist Walter Füssl nur ein paar Tage Urlaub in seiner ehemaligen Heimat machen und viele schöne Fotos mit nach Hause nehmen. Doch auf seiner Foto-Tour ins Schwarzlaichmoor, die er am 6. August unternahm, machte er einen so grausigen Fund, dass ihn die Bilder davon immer noch nicht loslassen.

Grausiger Fund im Schwarzlaichmoor: Ex-Polizist lassen Bilder nicht los

Wie bereits berichtet, entdeckte der 64-jährige Österreicher in einem Tümpel im Schwarzlaichmoor ein gut verschnürtes Paket. Er befürchtete Schlimmes und rief die Polizei. „Ich habe mir gleich gedacht, dass das eine Leiche sein könnte“, sagte der ehemalige Polizist, der früher bei der Wasserpolizei gearbeitet hat. Auch wenn es kein toter Mensch war, der dort im Tümpel trieb, wie sich herausstellte, hatte Füssl einen wohl verpackten toten Tierkörper entdeckt.

Allerdings war die Verwesung bereits so weit fortgeschritten, dass sich laut Polizei nicht mehr feststellen ließ, welches Tier da aufgequollen, in mehrere Decken eingewickelt und verschnürt im Schwarzlaichmoor entsorgt worden war. Nach der Größe des Kadavers zu urteilen, könnte es sich um einen Hund oder eine Ziege handeln, meinte der Leiter der Polizeiinspektion Schongau, Herbert Kieweg nach dem grausigen Fund.

Gruselfund im Schwarzlaichmoor: „Verpackung und abgelegener Ort sehr merkwürdig“

Füssl treibt das Paket im Schwarzlaichmoor noch immer um. „Die Art der Verpackung und der abgelegene Ort ist halt sehr merkwürdig und ich denke, es steckt eventuell mehr dahinter“, schreibt der ehemalige Polizist in einer Mail an die Redaktion. Er hält es für möglich, dass das Tier mitsamt seinem Besitzer in dem Teich im Schwarzlaichmoor „entsorgt“ wurde, dass bislang aber lediglich der tote Tierkörper aufgetaucht ist. Das wollte derjenige, der das Paket im Moortümpel versenkt hat, eigentlich verhindern, denn es war mit mehreren Pflastersteinen beschwert.

Tierkadaver im Schwarzlaichmoor entdeckt: Fall müsste näher untersucht werden

„Anhand des gefundenen Körpers müsste man trotz starker Verwesung ermitteln können, um welches Tier es sich handelt“, schreibt der pensionierte Polizist. Auch der Zeitpunkt, an dem der Kadaver verpackt und in den Moortümpel geworfen wurde, müsste sich seiner Ansicht nach bei genauerer Untersuchung näher bestimmen lassen. Dann, so Füssl, könnte gezielter danach geforscht werden, ob zu dieser Zeit ein Mensch verschwunden ist.

„Ein Hund ist immer ein indirekter Zeuge und eine Gefahr, da er auf einen Tatort, Täter oder den Ort eines Geschehens aufmerksam machen kann“, schreibt der Pensionär. Deswegen, so meint er, müsste dieser Fall näher untersucht werden, auch wenn es sich „nur“ um ein totes Tier handele, das gefunden wurde.

Gruselfund wirft Fragen auf - Erinnerung an Moorleiche „Rosalinde“ aus Peiting

Dazu gebe es nach der Beweislage keinen Anlass, meint Kieweg. „Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, das tote Tier noch weiter zu untersuchen.“ Weil der Kadaver, nachdem er vermutlich Jahre im Wasser gelegen hatte, bereits so stark verwest gewesen sei, seien die Untersuchungen schwierig gewesen: „Es hat keine Spuren mehr zu sichern gegeben.“

Dennoch wirft der Fund Fragen auf, die auch Kieweg rätseln lassen: „Das Motiv ist für uns völlig schleierhaft. Welchen Grund hat jemand, so etwas zu machen?“ Normalerweise würden tote Tiere begraben oder verbrannt. „Das ist sehr, sehr außergewöhnlich. Es bleibt dubios“, sagt Kieweg.

Im Jahr 1957 wurde Rosalinde gefunden.

Am 23. Juli 1957 ist schon einmal ein toter Körper im Schwarzlaichmoor entdeckt worden. Samuel Gunsch, der beim Torfwerk Peiting arbeitete, war etwa 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche mitten im Moor mit seinem Torfstichbagger gegen eine schwere Holzkiste gestoßen. In ihr lag ein Frauenkörper, der selbst für eine Moorleiche außergewöhnlich gut erhalten war. Die Moorleiche, die den Namen Rosalinde erhielt, wurde als „Frau von Peiting“ bekannt.

„Frau von Peiting“ im Schwarzlaichmoor - Todesursache lässt sich nicht mehr klären

Rosalinde trug ein langes, feines Wollkleid und kniehohe Lederstiefel. Erst im Jahr 2007 wurde die Fundstelle neu bestimmt und es stellte sich aber heraus, dass der Holzsarg auf Hohenpeißenberger Flur lag. Da die Frauenleiche so gut erhalten war, konnten viele Rückschlüsse auf ihre Geschichte gezogen werden.

So wird davon ausgegangen, dass sie im 14. oder 15. Jahrhundert gelebt hat und zwischen 20 und 30 Jahre alt war. Trotz ihres guten Erhaltungszustandes ergaben bislang alle gerichtsmedizinischen Untersuchungen keinen Hinweis darauf, wie Rosalinde zu Tode kam. Weil Organproben, die früher entnommen worden waren, verschwunden sind, wird sich die Todesursache wohl auch nicht mehr klären lassen.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Weilheim lesen Sie hier. Übrigens: Alle Entwicklungen und Ergebnisse zur anstehenden Bundestagswahl aus Ihrer Region sowie alle anderen wichtigen Geschichten aus der Region Weilheim-Penzberg gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Weilheim-Penzberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare