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Peter Wiesmüller und Susanne Löw präsentieren den Blumentrog, der nun anstelle des Weinfasses an der Hauptstraß e in Hohenpeißenberg steht. 

Trog statt Tusch bei der Knappschaftskapelle  Hohenpeißenberg

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Dieses Jahr hätte ein Festjahr für die Knappschafts- und Trachtenkapelle Hohenpeißenberg werden sollen, in dem das 175-jährige Bestehen gefeiert werden sollte. Wegen Corona musste alles abgesagt werden. Doch statt Trübsal zu blasen, haben die Musiker nun ein anderes Projekt verwirklicht.

Hohenpeißenberg Zum ersten Mal wurden Musiker aus Hohenpeißenberg in Berichten über die Geschichte des Kohlebergwerks aus dem Jahr 1845 erwähnt. Damit steht fest, dass die „Knappschaft- und Trachtenkapelle Hohenpeißenberg“ vor 175 Jahren gegründet wurde. Das sollte heuer mit einem Festjahr und zahlreichen Veranstaltungen gefeiert werden. „Wir hatten sogar einen Festausschuss gegründet“ sagt der Vorsitzende der Knappschaftskapelle Peter Wiesmüller. Die Mitglieder hatten keine leichte Aufgabe, denn für dieses Jahr waren so viele Feste und Jubiläen in Hohenpeißenberg geplant, an denen die Trachtenkapelle mitgewirkt hätte, dass es eine Menge an Terminen zu berücksichtigen galt. „Dieses Jahr wäre es von Mitte März bis August extrem gewesen“, sagt Wiesmüller.

Doch es kam anders: Wegen der Corona-Pandemie wurde es extrem ruhig für die Musiker der Knappschaftskapelle: Bis auf die „Seerenade“ im Juli, die wahrscheinlich auch nicht stattfinden kann, und das Jahreskonzert im November mussten alle Jubiläumsveranstaltungen abgesagt werden. Und auch die anderen Feste, bei denen die Kapelle gespielt hätte, sind ausgefallen.

Der Jubiläumswein, der extra für das traditionelle Weinfest an Pfingsten auf dem Hohen Peißenberg abgefüllt worden war, sei nun nicht ausgeschenkt, sondern an die Mitglieder verkauft worden, sagt Wiesmüller: „Statt in der Gruppe hat jeder für sich den Festwein genossen.“

Dass die ganzen Auftritte und Feste abgesagt wurden, ist in mehrerer Hinsicht ein herber Verlust für den Verein, der im vergangenen Jahr erst das Zelt gekauft hat, in dem das Weinfest immer gefeiert wird: Finanziell seien diese Ausfälle ein großer Schaden, so Wiesmüller. Während die Einnahmequellen wie zum Beispiel das Weinfest weggebrochen „sind die Kosten ja weiter da“, erklärt er.

Auch in musikalischer Hinsicht war die Corona-Zwangspause nicht gut für die Knappschaftskapelle. Über Monate hinweg haben die Musiker nicht in der Gruppe spielen und proben können. Jeder hat für sich alleine geübt. „Unser Musikerleben ist komplett zusammengebrochen“, sagt Wiesmüller: „Wenn alles wegbricht, fehlt gewaltig etwas.“

Nach neuen Lockerungen dürfen die Musiker nun wenigstens wieder proben – wenn auch mit großen Auflagen. Dazu gehört unter anderem, dass ein großer Abstand einzuhalten ist, der musikalisch wieder ein Problem darstellt. „Je enger wir Musiker zusammenstehen, desto besser ist der Klang“, sagt der Vorsitzende.

Ein kleines Trostpflaster für Schriftführerin Susanne Löw, Beisitzer Georg Löw und Wiesmüller, dass sie ein lange geplantes Projekt endlich verwirklichen konnten: Dort wo das Weinfass stand, das die Knappschaftskapelle von den Pfälzer Winzern, die regelmäßig den Wein fürs Weinfest liefern, haben sie einen Trog aufgestellt, diesen bepflanzt und mit einer Jubiläumstafel versehen. Schriftführerin Löw pflegt den Pflanzentrog und hat ihn nun auch mit Steinen bestückt, die Kinder in der heilpädagogischen Tagesstätte bemalt haben, in der sie arbeitet.

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