Hohenpeißenberger Gemeinderäte werden verabscheidet
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Wurden wegen Corona erst jüngst von Bürgermeister Thomas Dorsch (3.v.l.) und 2. Bürgermeisterin Gerlinde Rasch (r.) aus dem Gemeinderat verabschiedet: Klaus Löhnert (l.), Ute Merkel (2.v.l.), Christine Summer (3.v.r.) und Andreas Maier (2.v.r.).

Corona bremste Gemeinderat Hohenpeißenberg aus

Verspätete Verabschiedung

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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In der letzten Sitzung vor der Sommerpause wurden nun auch die Mitglieder des Hohenpeißenberger Gemeinderates verabschiedet, die dem Gremium seit Mai nicht mehr angehören. Bürgermeister Thomas Dorsch hatte abgewartet, bis die Verabschiedung in einem würdigen Rahmen stattfinden konnte.

Hohenpeißenberg – Normalerweise werden ausgeschiedenen Gemeinderäte früher verabschiedet, doch wie bei so vielem, mussten wegen der Corona-Pandemie auch hier die Pläne geändert werden. Bürgermeister Thomas Dorsch wollte abwarten, bis die Verabschiedung in einem würdigen Rahmen stattfinden konnte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung, die wieder im „Haus der Vereine“ stattfand, war es nun so weit: Es gab zwar keinen Händedruck und alle mussten Abstand halten, aber es gab warme Worte, eine Dankurkunde und ein kleines Präsent für die vier ehemaligen Gemeinderäte.

Er bedauere sehr, dass Klaus Löhnert, Ute Merkel, Christine Summer und Andreas Maier dem Gemeinderat nun nicht mehr angehören, sagte Dorsch: „Der Abschied fällt uns bei jedem und bei jeder schwer.“

Besonders intensiv hatte Dorsch mit Klaus Löhnert (SPD) zusammengearbeitet. Der war in seiner 18 Jahre währenden Zeit als Gemeinderat sechs Jahre lang zweiter Bürgermeister der Gemeinde am Hohen Peißenberg. „Du warst mir ein verständiger Partner, und ich habe viel von dir lernen dürfen“, sagte Dorsch. Dem Gremium habe Löhnert als promovierter Physiker gut getan, weil er, wenn sich Diskussionen mitunter zu sehr ins Detail oder auf Nebenwegen zu bewegen drohten, immer wieder auf das Wesentliche zurückgeführt hätte: „Du hast die Dinge immer auf den Punkt gebracht“, sagte Dorsch. Wenn er das getan habe, dann liege das an seiner Ungeduld, sagte Löhnert. Er bedankte sich bei seinen ehemaligen Gemeinderatskollegen: „Es war eine schöne Zeit.“

Ganze 30 Jahre – von 1990 bis 2020 – war Andreas Maier (CSU/Parteilose) Mitglied des Hohenpeißenberger Gemeinderates. „Das ist der Wahnsinn, 30 Jahre Gemeinderat. Wie hält man das aus?“, fragte der Bürgermeister in seiner kurzen Ansprache. Durch diese lange Zeit habe Maier viel mitbekommen und sich ein großes Wissen angeeignet. „Da geht uns wahnsinnig viel ab“, sagte Dorsch. Er habe x-mal versucht, Maier zu einer weiteren Kandidatur zu überreden, doch dieser habe abgelehnt. „Nach 30 Jahren soll Schluss sein“, habe er gesagt. Dorsch dankte dem Hohenpeißenberger, der beruflich sehr eingespannt ist, dafür, dass er sich dennoch so für die Gemeinde eingesetzt hat. Auch der Verabschiedete dankte für die „gute und konstruktive Zusammenarbeit.“

Ute Merkel (CSU/Parteilose) hat dem Gremium die vergangenen sechs Jahre angehört. Auch für ihren Einsatz dankte Dorsch. Die promovierte Zahnmedizinerin sei ein sensibler Mensch, das freue ihn als Patienten, das habe aber auch dem Gemeinderat genützt: „Du hast uns wirklich sehr gut getan, weil du oft quer gedacht hast.“ Er hoffe, dass Merkel das Gremium weiter mit ihrer Sensibilität und ihrem Engagement begleite. Auch die ehemalige Gemeinderätin bedankte sich: „Es war eine tolle Zeit und ich bleibe Euch treu“, sagte sie, die bislang jede Sitzung des neuen Gemeinderates als Besucherin verfolgt hatte.

Christine Summer (Aufwind) war bis auf eine kurze Unterbrechung zwei Wahlperioden Gemeinderätin in Hohenpeißenberg. Auch bei ihr bedankte sich der Bürgermeister herzlich: „Du warst für den Gemeinderat wichtig.“ Summer habe immer genau nachgefragt, um sicher zu sein, dass die Entscheidungen richtig getroffen werden. Obwohl sie keine einfache Zeit gehabt habe, habe sie ihre Aufgabe im Gemeinderat wahrgenommen. Summer wünschte viele konstruktive Diskussionen und appellierte an ihre Nachfolger, das Thema „Nachhaltigkeit“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Und weil die Corona-Auflagen derzeit nicht mehr ganz so streng sind, konnten die ehemaligen und aktuellen Mitglieder des Gemeinderates im Anschluss an die Sitzung die Zeit in gemütlicher Runde ausklingen lassen.

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