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Ein fabelhafter Blick auf den Wendelstein bot sich Ulf Köhler am 20. Dezember vom Hohen Peißenberg aus.

Vorweihnachtlicher Gruß aus der Sahara nach Hohenpeißenberg

Mit dem Dezember begann zwar auch der meteorologische Winter, doch richtig winterlich war es selten im letzen Monat des vergangenen Jahres. Wie die Wetterbeobachter des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg berichten, fiel auch der Dezember 2019 zu warm aus.

Hohenpeißenberg Der meteorologische Winter begann am 1. Dezember auf dem Hohen Peißenberg leicht winterlich. Ein Tief über Skandinavien steuerte für einige Tage relativ trockene Kaltluft an die Alpen. Deswegen blieb auch die ein bis drei Zentimeter dicke Schneedecke in den ersten Dezembertagen liegen. Am 3. Dezember blieben die Temperaturen unter dem Nullpunkt, sodass es den ersten Eistag des Winters gab.

Schon bald gelangten mit einer Westströmung milde Luftmassen vom Atlantik zu uns. Dabei stiegen die Tagesmaxima am 6. und 8. Dezember bereits wieder über zehn Grad Celsius an. Aber immerhin war es vom 3. bis 7. Dezember trocken, die Sonne schien maximal – mit 8 Stunden Sonnenschein täglich – bei ausgezeichneter Fernsicht.

Zu Beginn der zweiten Dekade drehte die Luftströmung auf Nordwest, die Temperaturen gingen ein wenig zurück. Bei unbeständiger und nasskalter Witterung fielen Regen und Schnee, sodass sich vom 10. bis 13. Dezember eine Schneedecke von acht Zentimetern ausbilden und halten konnte. In den Morgenstunden des 11. Dezember gab es bei uns auf dem Hohen Peißenberg einen Föhneinschub, die relative Luftfeuchte lag zwischen 5 und 6 Uhr bei nur sieben Prozent. Zum Ende der zweiten Dekade gab es wieder mehrere Föhntage. Die südliche Luftströmung über die Alpen verschärfte sich. Zwischen einem Tief über Spanien und einem Hoch über dem Schwarzen Meer erreichte uns mal wieder Luft aus Afrika – angereichert mit Saharastaub. So stiegen die Tagesmaxima vom 15. bis 20. Dezember auf weit über 10 Grad an. In der Nacht von 16. auf 17. Dezember betrug die tiefste Temperatur nur 11,5 Grad Celsius.

Vom 20. bis 27. Dezember zogen auf westlicher Zugbahn ununterbrochen Tiefdruckgebiete auf Mitteleuropa zu. Täglich fiel Niederschlag, teils Regen, teils Schnee. Am Heiligen Abend kletterte das Thermometer „nur“ auf 4,7 Grad Celsius und nicht wie 2012 auf 16,8 Grad Celsius. Ein Zwischenhoch kurz nach Weihnachten ließ die Temperaturen wieder etwas zurückgehen. Nun bekam die Luft die Chance, in den langen Nächten auszukühlen. Es gab wieder Nachtfröste und am 28. Dezember den zweiten und letzten Eistag des Monats. Das Jahr verabschiedete sich versöhnlich mit zwei sehr schönen Tagen am 30. und 31. Dezember. Bei wolkenlosem Himmel und maximalem Sonnenschein gab es ausgezeichnete Fernsichten. Der Dezember war der neuntwärmste Dezember seit Bestehen unserer Messreihe. In den letzten 20 Jahren war der Dezember 16 mal zu mild und nur 4 mal zu kalt. Der Dezember war der siebente in Folge hintereinander mit positiver Temperaturabweichung, das heißt, der letzte zu kalte Monat war der Mai.


Siegmar Lorenz

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