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Glockenläuten per Knopfdruck: Rudi Hochenauer sorgt mit drei anderen dafür, dass täglich um 15 Uhr die Glocken der Wallfahrtskirche erklingen. 

Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg: Glockenläuten mit Stammhörern

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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In Zeiten der Corona-Krise werden jeden Tag um 15 Uhr die Glocken der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg geläutet. Einer der Läutenden ist Rudi Hochenauer. 

Hohenpeißenberg – Rudi Hochenauer ist einer von vier Hohenpeißenbergern, die dafür sorgen, dass jeden Tag um 15 Uhr die Glocken der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg läuten. Zu dieser Aktion haben sich die Mitglieder des „Fördervereins der Wallfahrtskirche“ entschlossen zum Gedenken an die Verstorbenen und als Zeichen der Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten. Durch das Glockenläuten fühlen sich viele Hohenpeißenberger miteinander verbunden – trotz des Abstandes. In Hohenpeißenberg werden nun täglich um 15 Uhr viele Fenster geöffnet, damit der akustische Trost gut in die Wohnungen und Häuser dringen kann. Und einige kommen extra auf den Berg, um den Glocken zu lauschen – natürlich mit Abstand.

„Wenn ich zum Glockenläuten eingeteilt bin, unternehme ich meist eine kleine Wanderung auf den Hohen Peißenberg. So kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Anschließend gehe ich noch auf den Friedhof, um die Pflanzen auf den Gräbern zu gießen. Es ist ja sehr trocken derzeit.

Wir wollten mit dieser Aktion ein Zeichen setzen in diesen Zeiten. Es finden ja keine regulären Gottesdienste statt. Gerade an Ostern war das schon ein gewaltiger Einschnitt für viele. Da sind die läutenden Glocken ein Zeichen der Hoffnung. Es erklingen jeden Tag um 15 Uhr alle fünf Glocken. Die werden sonst nur zu großen Gottesdiensten an Festtagen geläutet.

Inzwischen ist das 15-Uhr-Läuten für viele zu einem wichtigen regelmäßigen Termin geworden. Wir haben richtige Stammhörer, die ihren Spaziergang und ihre Wanderung so einteilen, dass sie um 15 Uhr auf dem Berg oben sind. Die meisten von ihnen kommen aus Hohenpeißenberg. Es steigen aber auch einige Peißenberger auf den Berg. Viele haben ihre Kinder dabei. Zusätzlich zu denen, die extra wegen des Läutens kommen, sind derzeit viele Wanderer und Radfahrer auf dem Berg, die nichts von unserer Aktion wissen. Für die ist es dann eine schöne Überraschung, wenn sie zufällig dabei sind.

Trotz der Besucher ist es vor der Wallfahrtskirche nicht zu voll um die Zeit. Soweit ich das beobachte, halten sich alle an die Abstandsregeln. Einige sitzen auf der Mauer, um das Läuten zu hören, die setzen sich dann mit Abstand zum Nebenmann hin. Das läuft recht gut.

Man merkt auch, dass es im Ort viele Menschen gibt, die schon darauf warten, dass die Glocken wieder läuten. Die öffnen dann die Fenster, damit sie sie besser hören können. Ich gehe davon aus, dass wir das mit dem Läuten beibehalten werden, solange die Krise andauert. Für mich ist das kein großer Umstand. Ich richte meinen Tagesablauf eben danach aus, wenn ich an der Reihe bin.“

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