+
Ihren ersten Schneemann des Jahres hat Familie Wineberger aus Peißenberg mit Papa Michael, Mutter Melanie und dem dreijährigen Sohn Rudi am 9. Januar gebaut. Verziert wurde er mit einem Überbleibsel aus dem letzten Fasching, einem Feuerwehrhelm. 

Wetterrückblick: Januar

Ein richtiger Wintermonat

Der Januar war in Bayern von echtem Winterwetter geprägt. Die Monatsmitteltemperatur auf dem Hohen Peißenberg betrug -3,6 Grad.  Der letzte ähnlich zu kalte Januar wurde 2010 (Monatsmitteltemperatur -4,6 Grad Celsius) registriert. Bayernweit war es der kälteste Januar seit 30 Jahren. Auf dem Hohen Peißenberg verhinderten einige Föhntage diesen Rekord.

Hohenpeißenberg – Nach einem zunächst milden Monatsbeginn erreichte uns mit einer Nordwest-, später Nordströmung mit den Ausläufern eines Sturmtiefs polare Meeresluft. Daher lagen die Temperaturen ab dem 3. Januar auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt – ebenfalls bildete sich ab diesem Tag eine geschlossene Schneedecke aus, welche den gesamten Monat blieb. Die Windspitzen führten zu Schneeverwehungen. Am 6. und 7. drehte die Strömung sogar kurzzeitig auf Nordost, sodass uns für kurze Zeit ein in den vergangenen Jahren äußerst selten gewordener Gast erreichte: die nordsibirische Polarluft. Sie ließ das Thermometer am 6. nur bis auf -9,8 Grad Celsius „steigen“. Zuletzt so kalt war es auf dem Hohen Peißenberg im Februar 2012. Temperaturen unter -10 Grad Celsius hatten in den vergangenen Jahren Seltenheitswert. Nachdem vom 11. bis 13. leichte Plusgrade herrschten, kam die Kaltluft zur Ruhe und kühlte wegen der Schneedecke, langer Nächte und trockener Luft bei kalter Ostströmung aus, weshalb es vom 14. bis 20. erneut zu einer Dauerfrostperiode kam. Die Kaltluftproduktion am Boden stabilisierte das Hoch zusätzlich, sodass die Tiefdruckgebiete des Atlantiks keine Chance bekamen, auf den Kontinent nachhaltig überzugreifen. Auswirkungen bei uns hatte es durch die Luftdruckunterschiede, welche für starken Wind sorgten. Die am 17. Januar abends gemessenen -9 Grad bei Windstärke 6 (in Böen) fühlten sich wie -30 Grad Celsius an.

Ab dem 20. gestaltete sich das Wetter trotz Dauerhochs abwechslungsreich. Am 27. und 28. herrschte Föhn mit extremen Temperaturgegensätzen zwischen Berg und Tal. So wurden am 27. Januar um 8 Uhr auf dem Hohen Peißenberg 7 Grad gemessen, in Wielenbach -15 Grad Celsius.

Die fehlenden Austauschprozesse der Luft führten besonders in Großstädten, welche oftmals tagelang im Nebel verblieben, zu hoher Feinstaubbelastung – einer oft unterschätzten Gefahr. Die giftigen Schadstoffe können bei Dauerbelastung in die Blutbahn gelangen. Als Folge können nicht nur Atemwegserkrankungen ausgelöst werden, sondern sogar Krebs, Schlaganfälle und Infarkte.

Zum Monatsende zog sich das Winterhoch zurück. Ab dem 26. lagen die Tagesmaxima im positiven Bereich. Trotz Milderung besteht zu Frühlingsgefühlen noch kein Anlass, da das Kaltluftreservoir über Osteuropa noch sehr groß ist. Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen.

Siegmar Lorenz

Wetterbeobachter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eismärchen: Wie eine noble Geste einen Schüler-Eistag rettete
Fast wäre es eine riesige Enttäuschung geworden. Doch dann rettete eine noble Geste den Eistag für Iffeldorfer Grundschüler in Penzberg.
Eismärchen: Wie eine noble Geste einen Schüler-Eistag rettete
Weilheim will das halbe Dutzend vollmachen
Fünfmal in Folge haben die Basketballer des TSV Weilheim in der Bayernliga gewonnen. Jetzt soll gegen Unterhaching ein weiterer Sieg folgen.
Weilheim will das halbe Dutzend vollmachen
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Jedes Jahr wechseln in Deutschland zehn Millionen Pkw den Besitzer. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich von seinem Wagen zu trennen?
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Betrunkener fuhr bei Verkehrsschule vor
Ausgerechnet bei der Jugendverkehrsschule der Polizei in Peißenberg ist ein betrunkener Handwerker aus Schongau vorgefahren. 
Betrunkener fuhr bei Verkehrsschule vor

Kommentare