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Eifrig diskutiert wurde in den Arbeitsgruppen.

Wunsch nach einem richtigen Ortszentrum

Hohenpeißenberg - Wie kann der Ort ein Ortszentrum bekommen? Darüber haben rund 50 Hohenpeißenberger gegrübelt.

Dietmar Hörner war am Ende der Hohenpeißenberger Bürgerwerkstatt „baff“: „Das ist ein sensationelles Ergebnis“, schwärmte der Schongauer Architekt, nachdem er sich die Abschlussvorträge der sechs Arbeitsgruppen angehört hatte. Das Lob des Architekten, der für die Gemeinde ein städtebauliches Entwicklungskonzept ausarbeitet, war berechtigt. Die 50 Veranstaltungsteilnehmer hatten sich ins Zeug gelegt: Knapp fünf Stunden lang wurden im Haus der Vereine Ortspläne beschriftet und Gestaltungsideen auf Kärtchen geschrieben. Die wichtigste Erkenntnis der Bürgerwerkstatt: Die Hohenpeißenberger wünschen sich – „nicht ganz unerwartet“, wie Hörner feststellte – ein richtiges Ortszentrum am derzeit im Bau befindlichen Schächengelände.

Wie kann man einen Radweg entlang der Ortsdurchfahrt einrichten? Mit welchen baulichen Maßnahmen soll die Hauptstraße nach Eröffnung der Umgehung „beruhigt“ werden? Bekommt Hohenpeißenberg doch noch eine dritte Abfahrt von der künftigen B 472 in das Gewerbegebiet am Bahnhof? Es waren viele Fragen, die den Werkstatt-Teilnehmern auf den Nägeln brannten.

Positiven Einfluss auf die künftige Ortsgestaltung, das wurde deutlich, könnte eben eine dritte Anbindung zur Umgehungsstraße haben. Sie würde den LKW-Verkehr im Ort reduzieren. Doch ist eine Anschlussstelle „Hohenpeißenberg-Mitte“ realistisch? Wie Bürgermeister Thomas Dorsch in der Werkstatt betonte, geht es dabei „gar nicht so sehr um finanzielle Dinge, sondern um Eigentumsgeschichten“. Hohenpeißenberg sei eine Berggemeinde. Die Landwirtschaft verfüge über wenig geeignete Bewirtschaftungsflächen und sei an Grundstücksverkäufen kaum interessiert. „Wir haben auch keine Erweiterungsflächen für das Gewerbe“, so Dorsch.

Aber auch ohne dritte Anschlussstelle soll sich im Ort einiges tun. Von einer Arbeitsgruppe wurde unter anderem eine Tieferlegung der Hauptstraße am Schächen vorgeschlagen. Ein anderes Werkstattteam schlug für den Bereich eine Veränderung der Verkehrsregelung vor – mit Vorfahrtsberechtigung in die Bahnhofstraße und eine nach Süden verschobene und untergeordnete Ortsdurchfahrt in Richtung Peißenberg. Das Ziel: Vor dem Schächen soll ein großer Gemeindeplatz entstehen. Raum dafür könnte laut einer weiteren Arbeitsgruppe nach dem Umzug der Sparkasse in den neuen Schächen auch der Abriss des jetzigen Bankgebäudes schaffen. Utopisch? Egal.

Bei der Bürgerwerkstatt sollte es keine Denkverbote geben: „Tatsächliche Zwänge spielen zunächst einmal überhaupt keine Rolle“, so Hörner. Letztlich umfasste der Ideenpool unter anderem einen Höhenweg rund um den Berg, eine Pflegeeinrichtung im Ortszentrum, eine Biergarten-Reaktivierung am Schächen, einen Rodelweg mit Lift am Hohen Peißenberg und stationäre Blitzeranlagen an der Bergstraße. Das integrierte, städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) könnte laut Hörner Ende des Jahres auf dem Tisch liegen: Es soll ein Leitfaden für Hohenpeißenbergs Projekte im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ sein. Sehr wahrscheinlich werden im „ISEK“ dann auch viele Ideen aus der Bürgerwerkstatt zu finden sein.

Bernhard Jepsen

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