Der Hohe Peißenberg weiß, der Rest grün: So wie auf diesem Foto, das den Blick über Oderding zeigt, sah es mehrfach in diesem Winter aus. Foto: gronau/Archiv

Observatorium Hohenpeißenberg

Noch kein Winter war wärmer

Der vergangene Winter war auf dem Hohen Peißenberg der wärmste seit Beginn der Messreihe 1781.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,1 Grad Celsius lag der Winter 2015/16 zwar mit dem Winter 1989/90 gleichauf, der diesjährige war jedoch noch um Hundertstel wärmer. Die Temperaturspanne des Winters bewegte sich zwischen 17,7 Grad Celsius am 20. Dezember und -10,4 Grad Celsius am 18. Januar. Alle drei Wintermonate waren durchweg viel zu warm. Im Dezember waren die Temperaturen im Schnitt um 7,1 Grad zu hoch – auch er ist der wärmste Dezember seit Beginn der Messreihe.

Im Winter dominierten meist die atlantischen Luftmassen, welche mit südwest- bis westlicher Strömung sehr milde Meeresluft heranführten. Ausnahme waren sieben Januartage mit Dauerfrost, an denen kontinentale Kaltluft aus Osteuropa heranwehte.

Der Dezember war etwas zu trocken. Da aber Januar und Februar überreichlich Niederschläge brachten, fielen insgesamt 138 Prozent der langjährig zu erwartenden Winterniederschläge. Damit konnte das Defizit des vergangenen Jahres ausgeglichen werden.

Nach dem ungewöhnlich sonnenscheinreichen Dezember und zu wenig Sonne in Januar und Februar schien die Wintersonne insgesamt doch noch 30 Stunden zu viel. Eine Schneedecke lag an 38 Tagen, allerdings im Dezember überhaupt nicht. Weihnachtsschnee gab es nur auf der Zugspitze.

Der Winter war nicht nur in Deutschland zu warm. Allein der Januar war weltweit nach Angaben der amerikanischen Wetterbehörde NOAA der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn, wobei die globale Mitteltemperatur mehr als ein Grad über dem Durchschnitt aller Januarmonate lag. Untrügliches Zeichen für den Klimawandel ist außerdem die Tatsache, dass 2015 weltweit das wärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahre 1880 war.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter beim meteorologischen Observatorium auf dem Hohen Peißenberg

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