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Ausnahme-Duo im Gemeindezentrum: Hornist Felix Klieser, der mit dem Fuß spielt, und Pianist Christof Keymer. 

„iffeldorfer meisterkonzerte“  

Rare Schönheit

Iffeldorf - Es war eine musikalische Rarität: Hornist Felix Klieser und Pianist Christof Keymer begeisterten mit einer Kombination, die es in sich hatte. 

Eine musikalische Rarität boten am Samstagabend die „Iffeldorfer Meisterkonzerte“: Musik für Horn und Klavier mit Felix Klieser und Pianist Christof Keymer. Auch wenn das Horn jedem Musikliebhaber vertraut ist, bekommt man es als Soloinstrument eher selten zu hören. Zumal in der Kombination mit Klavier, denn die hat es in sich. Nur in bestimmten Lagen verschmelzen die Klangfarben beider Instrumente, in anderen wirken sie fast gegensätzlich. Ermöglicht das Klavier rasante Läufe über viele Oktaven hinweg, so kommt die Schönheit des Hornklangs eher in getragenen Passagen und weitgespannten Melodiebögen zum Ausdruck. Zum musikalischen Gebrauch eignete sich das Horn in seiner ursprünglichen Form, als Naturhorn, nur eingeschränkt, denn man konnte nur die sogenannten Naturtöne darauf spielen. Erst das Ventilhorn erlaubte chromatische Tonfolgen. Als Beethoven anno 1800 die „Sonate für Klavier und Horn F-Dur“ komponierte, gab es dieses noch nicht. Der damals 30-Jährige schrieb das Werk für den Hornvirtuosen Giovanni Punto, und Klieser erzählte in Iffeldorf, ehe er das Werk spielte, dass der Komponist damals in einer Konzertkritik nur in einem Satz erwähnt wurde: „Wer ist eigentlich Herr Beethoven?“.

Vergleichbares wird Felix Klieser sicher nicht passieren. Der 25-Jährige ist in der Klassikszene schon eine anerkannte Persönlichkeit. Für seine Debüt-CD „Reveries“, eingespielt mit Keymer, bekam er 2014 den „Echo Klassik“ als „Nachwuchskünstler des Jahres“. Den Entschluss, Horn zu spielen, fasste Klieser, wie er in seiner Autobiografie erzählt, bereits mit vier Jahren. Und er spielt es mit dem Fuß, denn Felix Klieser wurde ohne Arme geboren. Das wirkt im Konzert nur im ersten Moment ungewöhnlich, denn der Solist spielt mit großer Selbstverständlichkeit. Ungewohnt bleibt, weil das Instrument auf einem Stativ befestigt ist, dass der Solist nahezu unbewegt ist.

Die Musik, die das Duo in Iffeldorf vorstellte, brachte die Vielfalt und Klangschönheit des Instruments zur Geltung. Von Richard Strauss – er hat das Horn in seiner Alpensinfonie prominent eingesetzt – gab es das „Andante für Horn und Klavier“. Als Robert Schumann sein „Adagio und Allegro für Horn und Klavier As-Dur op. 70“ komponierte (1849), war das Ventilhorn ein neues und nicht von allen Komponisten geschätztes Instrument. Auch wenn das Spiel der beiden Musiker an diesem Abend von Anfang an begeisterte, überzeugte vor allem Teil zwei. In kurzen Stücken für Horn und Klavier hat der russische Komponist Reinhold Glière eine melancholische und doch leicht beschwingte Grundstimmung zum Ausdruck gebracht, die perfekt zum abendlich graublauen Himmel passte, der durch die Fenster des Gemeindezentrums hinter den Solisten zu sehen war. Joseph Rheinberges Sonate für Horn und Klavier gab dem Solisten die Möglichkeit zu nuanciertem und farbigem Ausdruck – vom samtweichen Ton bis zum strahlenden, leicht schmetternden Klang. Auch Christof Keymer konnte in virtuosen Partien glänzen. Mit einer traumhaft schönen Romanze Camille Saint-Saëns’ verabschiedete sich das Duo vom Publikum.

Heribert Riesenhuber

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