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Der blaue Opel Meriva wartet am Huglfinger Rathaus auf Nutzer – ihn präsentieren (v.l.) Bürgermeister Bernhard Kamhuber, die erste Kundin Diemut Bengelmann sowie Carsharing-Geschäftsführer Martin Heinz.

Huglfing  macht  mobil

Das Auto ist da: Carsharing kann starten

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Das Carsharing-Modell im Landkreis Weilheim-Schongau hat einen weiteren Standort: In Huglfing nimmt der Verein „ÖkoMobil Pfaffenwinkel“ den Betrieb auf. Los geht es im März. Die Gemeinde ist die erste Kommune, die sich finanziell beteiligt.

Huglfing – Am Ende ging es schnell: Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Huglfinger Gemeinderat nach Vorberatungen und Infoveranstaltungen einstimmig das Carsharing-Projekt abgesegnet. Zum 1. März startet nun der Weilheimer Verein „ÖkoMobil Pfaffenwinkel“ mit einem „teilAuto“ im Dorf.

Das Teilen von Autos war vom Verein im Jahr 2000 in Weilheim gestartet worden. Mittlerweile zählt „teilAuto“ laut Geschäftsführer Martin Heinz 330 Nutzer und eine Flotte von 19 Fahrzeugen. Diese stehen in Weilheim, Penzberg, Peißenberg, Peiting, Schongau, Bernried, Murnau und jetzt in Huglfing. Dort parkt künftig ein blauer Opel „Meriva“ am Rathaus. Der Autoschlüssel liegt in einem eigens aufgestellten Safe im Bushäuschen – jeder „teilAuto“-Kunde hat einen Schlüssel dafür.

Für den Gebrauchtwagen, der aus dem Fuhrpark stammt, hatte man sich bewusst entschieden. Heinz: „Der ist zweckmäßig für Huglfing.“ Der Fünfsitzer bietet genug Platz zum Einkaufen, auch Dachträger können montiert werden. „So dass man auch mal zum Baumarkt fahren kann“, sagt der Geschäftsführer. Besonderer Service: Getankt werden kann per Karte bei der örtlichen Tankstelle. An Kosten fallen für den Mittelklassewagen 2,40 Euro die Stunde sowie 37 Cent pro Kilometer inklusive Sprit und Versicherung an, rechnet Heinz vor.

Gemeinde  schließt als erste im Landkreis Ausgleich zum Startdefizit zu

Apropos Finanzen: Das Projekt muss sich rentieren und braucht genug Teilnehmer. „Wir erwarten im ersten Jahr zehn Nutzer“, sagt Heinz. Anfangs sei es eh ein Minusgeschäft. Der Verein kalkuliert die ersten zwei Jahre an einem Standort grundsätzlich mit einem Defizit. Aus diesem Grund putzt Heinz seit geraumer Zeit in den Landkreis-Kommunen die Klinke und wirbt um finanzielle Beteiligung. Bislang mit wenig Erfolg. „Huglfing ist die erste Gemeinde, die das Angebot angenommen hat“, sagt er. Der Gemeinderat segnete einen Defizitausgleich ab: Im ersten Jahr schießt die Kommune als Starthilfe maximal 3000 Euro dazu, im zweiten Jahr wären bis zu 2000 Euro möglich. Der Verein hofft auf einen Nachahmungseffekt. Laut Heinz gibt es Beteiligungskonstrukte derzeit nur mit der Maro-Wohngenossenschaaft in deren Anlagen in Peiting und Penzberg.

Was aber gut angelegtes Geld ist, geht man nach dem Huglfinger Bürgermeister. Bernhard Kamhuber (SPD/Unabhängige) möchte die Flut an Autos in seinem Ort eindämmen. Er geht von mehr als 1700 angemeldeten Personenkraftwagen bei 2800 Einwohnern aus. Ziel sei es, mit dem Carsharing gerade die Zweitwagen abzuschaffen. „Irgendwann muss man was machen, man kann nicht nur reden.“ Man wolle generell die Autofahrten reduzieren, ergänzt „teilAuto“-Geschäftsführer Heinz und schwärmt von einer „Demokratisierung des Autofahrens“ – weil es vielen Menschen einen fahrbaren Untersatz ermögliche.

Eine erste Kundin zählt das Huglfinger Angebot bereits: Diemut Bengelmann hatte bereits „teilAuto“ in Weilheim genutzt. „Ich bin nach Habach gefahren.“ Dass es das Carsharing jetzt auch in ihrem Heimatort gibt, findet die 70-Jährige („Ich habe mein Auto abgeschafft“) gut. Sie werde es sicherlich nutzen, sagt sie. „Für Kulturfahrten und Ausflüge.“

Infos

gibt es bei der Gemeinde (Telefon 08802/254), auf https://www.carsharing-pfaffenwinkel.de/ sowie unter Telefon 0175/843 82 66 (Martin Heinz).

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