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Eine Generation vorausdenken: Das war eine der Aufgaben der Bürgerwerkstatt der Gemeinden im Hungerbachtal. 

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Eisdiele, Gemeinschaftsbüro und Elektrotaxi

Huglfing - Rund 70 Huglfinger, Eglfinger und Oberhausener diskutierten bei der Bürgerwerkstatt über die Zukunft ihrer Dörfer. Die Themen waren vielfältig.

„Was ist gut in den Dörfern, wo gibt es Mängel?“ Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 70 Bürger aus den Gemeinden Eglfing, Huglfing und Oberhausen, die zu einer „Bürgerwerkstatt“ ins Trachtenheim gekommen waren. Außerdem waren sie von der Moderatorin Sandra Urbaniak vom Münchner Architektenbüro „AKFU“ um ein „Wunschkonzert“ gebeten worden. In diesem sollten sie sich Gedanken machen, wie ihre Dörfer im Jahr 2040 aussehen sollten.

Ein Wunsch, der mehrfach geäußert wurde, war die bessere Verbindung der drei Orte und ihrer Ortsteile. Während es für Autofahrer kein Problem sei, überall schnell hinzukommen, gebe es für Radfahrer, Fußgänger und ältere Menschen etliche Probleme. Eines davon sei die Bundesstraße, die durch Huglfing verläuft. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sei sie nicht für Radfahrer geeignet. Auch für Fußgänger, die auf die andere Seite wollen, sei sie ein Problem. Radwege und Querungshilfen könnten hier nach Meinung der Bürger Abhilfe schaffen.

Für ältere Menschen wünschen sich viele Teilnehmer einen Ortsbus, der nicht nur feste Haltestellen hat, sondern seine Route nach den Wünschen der Fahrgäste wählt. Dies wäre besonders für ältere Menschen im Ortsteil Berg hilfreich. Eine andere Arbeitsgruppe hält einen Bus für überholt. Bis 2040 werde es selbstfahrende Elektroautos geben, die zwischen den Dörfern zirkulieren, so die Sicht der Futuristen. Jeder Bürger könnte dann ein solches Auto anhalten und mitfahren. Besondere Entwicklungschancen sieht Urbaniak für das Gebiet am Bahnhof. Der Bahnhof, wo es bereits jetzt ein Café gebe, könne ein Zentrum im Hungerbachtal werden, weil es dort wegen der gute Bahnanbindung an München eine hohe Publikumsfrequenz gebe.

Besonders viele Wünsche haben die Senioren, die laut Urbaniak aufgrund der demografischen Entwicklung eine immer größere Bevölkerungsgruppe bilden werden. Sie wollen barrierefreie Rathäuser, Häuser, in denen mehr als zwei Generationen zusammen leben können, eine mobile Lebensmittelversorgung und ein größeres kulturelles Angebot für ältere Menschen, etwa ein Seniorenkino. Auch die Arbeit ist den Hungerbachtalern wichtig. In Eglfing fehlt ein Gewerbegebiet, stellten die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe fest, außerdem sollten die drei Gemeinden einen gemeinsamen Bauhof betreiben und eine gemeinsame Gewerbeschau veranstalten. Und ein Gemeinschaftsbüro für Kleinunternehmer sollte eingerichtet werden, in dem sich die Nutzer die Infrastruktur teilen. Ziel sei, die Kaufkraft im Hungerbachtal zu halten.

Dazu könnten nach Ansicht der Zukunftswerker auch eine Eisdiele und eine Pizzeria beitragen. Die Bürgermeister Klemens Holzmann (Eglfing), Thomas Feistl (Oberhausen) und Bernhard Kamhuber (Huglfing) waren auch anwesend, hielten sich aber laut Kamhuber bewusst im Hintergrund, weil die Wünsche der Bürger gefragt waren, nicht die der Bürgermeister. Die drei Gemeinden haben das Architekten- und Stadtplanerbüro AKFU beauftragt, eine Studie zu erstellen. Diese wird laut Urbaniak in etwa drei Monaten fertig sein. Sie solle nicht nur Potenziale und Mängel auflisten, sondern auch Anregungen geben. Für die Umsetzung sei das Büro jedoch nicht zuständig. Dies sei Sache der Gemeinden, die dafür Geld aus dem Förderprogamm „Kleine Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ bekommen können.

Alfred Schubert

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