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Gute Kombination: (v.l.) Williams Fändrich, Elle Czischek, Alex Bartl, Markus Mähner und Mario Fix.

Konzert in Huglfing

Gelungene Kombination in der „Waldstraße 4“

Huglfing – Premiere in der „Waldstraße 4“: Erstmals traten dort das Jazzduo „Marelle“ und das Bluestrio „Williams Wetsox“ gemeinsam auf. 

Es sei die Idee „vom Williams“ gewesen, einmal gemeinsam aufzutreten, sagt Elle Czischek. Die, nach eigenen Angaben „Hamburger-Berliner-Kölner-Münchnerin“, die seit einiger Zeit in Huglfing lebt, lieferte den Grund für die Kombinations-Idee gleich live, denn es gab niemanden sonst in der „Waldstraße“, der so inspiriert zu den Blues-Lines der heimischen Protagonisten mitgroovte. Die Musikalität und die Blues-Affinität von Elle Czischek waren schlicht unübersehbar.

Auch die vielen Zuschauer genossen die Darbietung der Lokalmatadoren. Das Wetsox-Trio zeigte sich in bester Form: Mario Fix an der Orgel drehte den Blues-Stücken genießerische psychedelische Schleifen, Alex Bartl am Schlagzeug sorgte fürs exakte, aber nie zu schnelle Vorankommen, denn mit Ausnahme des neuen Songs „Wohi, wohi“ hat die Huglfinger Blues-Combo eher die langsame Lavalampen-Melancholie auf dem Programmzettel. In jahrelang geübter Symbiose mit dem Publikum ließ Williams Fändrich regelmäßig instrumentale Stücke dazwischen fließen, sodass auch die kleinen Gespräche unter den Gästen nie zu lange abrissen. Besondere Anziehung entfaltete freilich die köstliche Kombination aus sprödem Gesang und farbigem Guitar-Picking.

Ein ziemlich langes Fiepen in der Ton-Anlage begleitete den Umbau zum Duo „Marelle“, doch das Publikum hatte sich bereits so griabig in der urgemütlichen Boazn eingerichtet, dass keinerlei Ungeduld aufkam. Es ging halt weiter, als es soweit war – und dann ließ Elle Czischeks Stimme sowieso alles Andere rundherum vergessen. Ob gehauchter Silbengesang, jazzig-klare Zeilen oder dunkel timbrierte Passagen: Alles traf ins Schwarze und fesselte, wobei die Cover-Version von „I Will Survive“ sogar noch viel mehr Lebenstiefe und Spannung in sich barg als das vergleichsweise eindimensionale Original. Interessant zu hören, dass auch die Gitarrenbegleitung von Markus Mähner einige Blues-Stilistiken aufgriff.

So war die Kombination der Musiker schon vorhersehbar ein Erfolg. Bei „Water of Love“ von den Dire Straits sang Elle Czischek in den Refrains mit Williams Fändrich vereint, bei den Gesangszeilen hingegen sang sie ihr kokett-kühles Echo des Textes zeitlich versetzt. Im Musikstück „Ain’t No Sunshine“ staffelten sich die Aufgaben: Sehnsuchtsvoll-lasziv die Sängerin, dazu ergänzte der erdige Moschusduft des Blues’ einen geradezu erotischen Mittelteil. Als Reverenz an die – in der Quantität der Songs sicher noch ausbaufähigen – Paarung dichtete Elle Czischek sogar noch ein James Bond-Titelstück um: Im Stile von „Goldfinger“ hauchte sie jazzig „Such a Huglfinger“ und scheute noch nicht einmal die gewitzte Textadaption: „Bavarian words he will pour in your ears….“ (zu deutsch „bayerische Worte wird er dir einflößen ins Ohr“). Ein überaus stimmiger Weihnachtsvorabend. 

Andreas Bretting

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