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Volles Haus bei der Verabschiedung in der Schulturnhalle, in der Bildmitte (sitzend) Sieglinde Liebscher. 

Grund- und Mittelschule huglfing

„Nicht verzagen, Frau Liebscher fragen“

An der Grund- und Mittelschule Huglfing kennt jeder  diesen Satz: „Nicht verzagen, Frau Liebscher fragen.“ Nun wurde die Sekretärin nach 38 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Huglfing Die Sekretärin war für viele Sorgen und Nöte die erste Ansprechpartnerin. Neben der täglichen Büroarbeit organisierte sie den Schulbusverkehr, kümmerte sich um kranke Kinder, wickelte den Zahlungsverkehr ab und hielt Kontakt zum Schulamt. Damit ist nun Schluss: Nach 38 Dienstjahren hat sich Liebscher in den Ruhestand verabschiedet. Kein Zweifel, Liebscher war für die Schulfamilie weit mehr als eine Sekretärin, sie war eine Institution – oder wie es Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Bergmoser bei der Verabschiedung formulierte, „der Fels in der Brandung“. Es war nicht das einzige Lob, das Liebscher zu hören bekam. In der Schulturnhalle hatten sich Schüler, Lehrer und Eltern versammelt, um „ihrer Frau Liebscher“ ade zu sagen – und Konrektor Werner Baumgartner drückte aus, was viele dachten: „Wir müssen jetzt etwas loslassen, was wir gar nicht loslassen wollen.“ Warme Worte kamen auch von Schulamtsvertreterin Kerstin Krückel. Liebscher sei in ihrem Beruf „wahnsinnig fleißig, einfühlsam und vielseitig“ gewesen, außerdem sei sie stets bescheiden und bodenständig aufgetreten. „Sie waren immer mit Herzblut bei der Sache. Schüler, Eltern und Lehrer werden Sie vermissen“, so Krückel. Und dann folgten die Abschiedseinlagen der Schüler. Eine Klasse hatte eine Extra-Ausgabe des „Huglfinger Tagblatt“ angefertigt und mit der Schlagzeile „Tragödie! Frau Liebscher verlässt die Schule“ aufgemacht. Dazu gab es eine Prinzregententorte, Blümchen und gute Wünsche – wie einen Lottogewinn oder „keinen Papierkrieg mehr“. „Das letzte Wort“ war bei der herzlichen und rührenden Abschiedsfeier Liebscher selbst vorbehalten – so wie eigentlich immer: „Das ist bei mir daheim so und auch beim Frauenbund“, scherzte sie. Sie habe in ihrer beruflichen Laufbahn „zu 99 Prozent nur schöne Sachen“ erlebt, vor allem der „Umgang mit Menschen“ habe ihr immer große Freude bereitet. „Ich habe an der Schule einige tausend Kinder miterlebt. Ich werde euch immer in meinem Herzen bewahren“, sagte Liebscher - und das dürfte wohl auf Gegenseitigkeit beruhen. „Für mich war die Schule Huglfing mit allen Kindern, Lehrern, Eltern, Omas und Opas, den Lehrkräften und Kolleginnen der schönste Arbeitsplatz der Welt. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich so viele Jahre für diese Schule engagieren durfte.“ Nach der Feier wurde Liebscher von Schülern umringt, die sich persönlich von ihr verabschieden wollten: „Frau Liebscher, jetzt haben Sie’s geschafft, jetzt kann ich Ihnen nicht mehr auf die Nerven gehen“, war da von einem Teenager zu hören. Und was macht Liebscher nun mit ihrer neu gewonnenen Freizeit? „Da gibt es schon einiges – die Enkelkinder, der Garten und meine Ehrenämter“, so Liebscher, die nicht nur beim Frauenbund, sondern auch in der Kirchenverwaltung und bei der Oberhausener CSU aktiv ist. Die Verbindung zur Schule wird nicht ganz gekappt. Liebscher: „Wir wollen einen Stammtisch mit ehemaligen Lehrern einrichten.“

Bernhard Jepsen

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