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Ein Sorgenkind ist für Peter Fuchs (l.) und Markus Vescoli der Bachdurchlass unter der Straße nach Eglfing – dieser sei ständig zugewachsen.

Hochwasserschutz in Huglfing

Angst vor neuen Fluten in der „Auwiese“

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Im Huglfinger Gewerbegebiet „Auwiese“ hängt der Haussegen schief. Firmeninhaber kritisieren die Gemeinde: Diese vernachlässige den Hochwasserschutz. Sie fordern endlich ein Handeln. Zuletzt 2016 liefen dort Betriebe voll.

Huglfing – In diesem Jahr langte es den Anliegern. Sie zeigten ihren Unmut auf der Straße. Beim Huglfinger Faschingszug zogen sie einen selbstgezimmerten Wagen, garniert mit einem Kajak und einem Plakat. „Jedes Sumpfloch wird ausgewiesen und als Bauland ausgewiesen. Von der Gemeinde kann man es dann kaufen. Um so richtig abzusaufen“ stand darauf zu lesen. Hinter der Gaudiaktion verbirgt sich tiefer Frust von Firmeninhabern aus dem Gewerbegebiet „Auwiese“, die sich mehr Hochwasserschutz am dortigen Bach wünschen.

So wie Markus Vescoli. 1994 zog er mit einem Agrarhandel nach Huglfing. Sechs Mitarbeiter beschäftigt der Betrieb. Fünf größere Hochwasser in dem Gebiet zählt Vescoli auf, das letzte im Juni 2016 nach dem Starkregen. Er zeigt Fotos mit Wasserflächen. Zum Glück war Vescoli von den Fluten nicht betroffen. Aber andere Betriebe hätten nasse Füße bekommen.

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Der Firmenchef hat die Sorge, dass sich dies wiederholt, weil der Bach eine Gefahr sei. Gleich drei neuralgische Stellen hat Vescoli im Gewerbegebiet ausgemacht, zum einen den Durchlass unter der Kreisstraße mit seinem drei Rohren – zu klein dimensioniert und ständig zugewachsen, wie er kritisiert. Zum zweiten den Durchlass unter der Einfahrt zur „Auwiese“ – wegen des darunter liegenden Kanals so hoch verlegt, dass der Wasserfluss im Graben zum Stocken komme. „Da braucht es nicht mehr viel, und es staut sich an.“ Zum dritten den Graben entlang der Straße nach Eglfing. „Der ist komplett zu.“ Folge: Die Fluten hätten sich 2016 den Hang hinab in Richtung „Auwiese“ gewälzt. Zudem sei der Boden im Gewerbegebiet durch immer mehr Betriebsansiedlungen zusätzlich versiegelt worden.

Im Gewerbegebiet „Auwiese“ (roter Kreis) haben Unternehmer Angst vor neuem Hochwasser.

Der Huglfinger hat nach eigener Aussage mehrfach Kontakt mit der Gemeinde und Bürgermeister Bernhard Kamhuber gehabt. „Es ist einfach nichts passiert.“ Vescoli bemängelt zudem, „dass wir nicht informiert werden“ – vor allem nicht über das integrale Hochwasserschutzkonzept in Huglfing, Oberhausen und Eglfing. „In Polling ist der Ball schon ins Rollen gekommen“, sagt Nachbar und „Esta Druck“-Geschäftsführer Peter Fuchs mit Blick auf die Planungen des Klosterdorfs. Das Druckunternehmen mit seinen 20 Mitarbeitern zog 2015 von Polling nach Huglfing. Man fühle sich hingehalten und allein gelassen mit dem Problem in der „Auwiese“, sagt Fuchs.

Die beiden Gewerbetreibenden sind sich einig: Abhilfe schafft nur ein Regenrückhaltebecken. Einen Standort haben Vescoli und Fuchs schon parat. Den Bach hinauf in Richtung Eglfing, in einer natürlichen Senke. „Der gesamte Ort würde von dem Becken profitieren“, ist sich Fuchs sicher. „Das betrifft nicht nur das Gewerbegebiet.“ Zum Beispiel werde so das unweit gelegene neue Wohngebiet Sieglbrunn geschützt. So ein Bauprojekt wird dauern, aber eines fordern die zwei Unternehmer umgehend: Der Gemeinderat müsse sich regelmäßig mit dem Thema beschäftigen.

Firmenchef Vescoli sprach sich in der jüngsten Bürgerversammlung den Frust von der Seele. „Es ist allerhöchste Zeit, etwas zu tun“, mahnte er. Vom Bürgermeister gab es beruhigende Worte: Das Hochwasserschutz-Konzept sei auf den Weg gebracht, erklärte Bernhard Kamhuber.

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