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Ohne Telefon und Fax fällt es schwer, Hilfe zu leisten: Kommandant Thomas Buchner (l.) und sein Stellvertreter Björn Greza sind bei Einsätzen auf diese Kommunikation angewiesen. 

Einsatz-Infos per Privathandy

Telekom-Hammer: Feuerwehrler haben seit Monaten weder Telefon noch Internet - sollen aber zahlen

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Die Huglfinger Feuerwehr muss ohne Telefon und Internet auskommen. Die Gemeinde wartet seit Dezember auf die Telekom – diese berechnet aber Gebühren.

Huglfing – Bernhard Kamhuber neigt öffentlich nicht zu Kraftausdrücken. Aber das, was die Gemeinde und ihre Feuerwehr seit fünf Monaten erleben müssen, ärgert den Huglfinger Bürgermeister. „Ich finde es beschämenden für den Technologiestandort Deutschland“, sagt er. Denn die Freiwilligen sind in ihrem neuen Gerätehaus an der Ringstraße technisch von der Außenwelt abgeschnitten. Die Aktiven müssen ihren Dienst ohne Telefon und Internet verrichten. Weil die Telekom das Domizil bislang nicht angeschlossen hat.

Feuerwehr ohne Telefon: Das Ganze geht seit Dezember

Im November nahm die Wehr mit 60 Aktiven und drei Fahrzeugen den Neubau in Betrieb. Die Gemeinde beantragte am 11. Dezember den Anschluss-Umzug von der seit 2016 genutzten provisorischen Heimstätte im Bauhof zurück an die Ringstraße. Was das Unternehmen am gleichen Tag schriftlich bestätigt – allerdings mit Anschreiben an die Nachbargemeinde Oberhausen. „Bitte haben sie noch etwas Geduld. Unsere technische Prüfung steht noch aus“, stand zu lesen. Es geschah: nichts. Am 1. März das nächste Schreiben: Die Telekom habe zum Handeln aufgefordert, „sonst kündigen sie uns den Anschluss“, sagt der Rathauschef. Die Verwaltung habe mehrfach versucht, beim Konzern Infos zum Sachstand zu bekommen. „Man erreicht nie jemanden.“ Anfang April tauchte plötzlich eine Firma auf, um an der Ringstraße zu graben. Kamhuber: „Die sind unverrichteter Dinge wieder abgezogen.“

Telefon für die Feuerwehr: Telekom verkündet Erfolg - das Telefon ist weiter tot

Am 25. April schrieb die Telekom wieder – erneut fälschlicherweise an die Gemeinde Oberhausen. Es gab eine „Zwischeninformation“ zum Huglfinger Auftrag vom 11. Dezember: „Einen endgültigen Termin können wir Ihnen heute noch nicht nennen.“ Und: „Im Moment“ gehe man davon aus, „dass wir Ihren Auftrag am 5.8.2019 ausführen werden“. Am 3. Mai der letzte Brief – immerhin an die Rathausadresse in Huglfing. Kamhuber glaubte, seinen Augen nicht zu trauen: „Es ist geschafft – Ihr Hausanschluss ist gebaut!“, schrieb der Konzern. Das Telefon im Feuerwehrhaus war noch immer tot.

Lesen Sie auch: Ein Mann hat in der Nacht auf Sonntag einen Großeinsatz der Feuerwehren und der Polizei in Polling ausgelöst. Er war vermisst gemeldet worden.

Für den Kommandanten ein Ding der Unmöglichkeit. „Schlimm ist, dass keine Faxe hereinkommen“, sagt Thomas Buchner. Denn die Rettungsleitstelle sendet beim Alarm Formblätter mit Infos zu Einsatz und Ort. Diese alte Technik ist aus logistischen Gründen unerlässlich für die Aktiven, gerade wenn sie bei einem Hochwasser mehrere Aufgaben abarbeiten. Zwar werden die Huglfinger per Sirene und Piepser alarmiert, „aber wir müssen bei der Leitstelle nachfragen“, klagt der Kommandant. „Das geht alles auf das private Handykonto.“ Seit November mussten die die Helfer bei circa zehn Einsätzen so kommunizieren.

Die Krönung: Die Telekom schickte der Gemeinde Rechnungen für März und April. Jeweils 28,94 Euro waren fällig. Die erste Zahlung nahm Kamhuber hin. Bei der zweiten ließ er die Überweisung zurückbuchen.

Das sagt die Telekom: Es gibt eine Sonderlösung

Die Telekom bedauert auf Nachfrage „die Verwirrung und die Verzögerungen“. Das Problem sei, „dass wir für den ordnungsgemäßen Anschluss der Feuerwehr im Neubau Arbeiten an einer Verzweigermuffe durchführen müssen“, sagt Sprecher Hubertus Kischkewitz.“ Man habe „aber aktuell noch Probleme wegen der Klärung einer Grundstückfrage“. Der Konzern bemühe sich schon länger, dies mit dem Eigentümer zu klären. Allerdings gebe es eine „gute Nachricht“: Über Umschaltungen sei eine Sonderlösung gefunden worden. „Wir werden der Feuerwehr in den kommenden Tagen einen Anschluss zur Verfügung stellen können und die notwendigen Tiefbauarbeiten nachziehen.“ Die Wehr werde nicht bevorzugt behandelt, weil die Notrufsysteme und Alarmierung nicht beeinträchtigt seien. Die Gebühren wurden bereits erhoben. „da ja ein bestehender Anschluss genutzt wird“.

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Wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren ist, zeigte sich wieder bei einem schweren Unfall am Sonntag in Polling. Ein E-Biker wurde von einem Porsche erfasst und tödlich verletzt.

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