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Für schnelle Hilfe am Unfallort: Huglfing hat jetzt „Helfer vor Ort“

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Einsatzbereit: Patrick Bergler und seine Kollegen sowie das neue Einsatzfahrzeug.
Einsatzbereit: Patrick Bergler und seine Kollegen sowie das neue Einsatzfahrzeug. © Ruder

Sie können Leben retten; die „Helfer vor Ort“ - jetzt auch im Bereich Huglfing-Oberhausen. Anfang März nehmen 14 ausgebildete Mitglieder des Roten Kreuz ihren Dienst auf. Das ist die fünfte Ersthelfer-Gruppe, die unter der Regie des BRK im Landkreis zur schnellen Hilfe am Unfallort unterwegs ist.

Huglfing – Seit dem Jahr 2010 ist Patrik Bergler bei der Wasserwacht in Uffing am Staffelsee. Dort hat er immer wieder mal bei Einsätzen auch mit „Helfer vor Ort“-Gruppen zu tun. Und als Huglfinger weiß er: Seine Heimatgemeinde und der Nachbarort Oberhausen liegen relativ weit entfernt von den BRK-Wachen. Von Weilheim, Murnau und Peißenberg brauchen die dort stationierten Rettungswagen in der Regel nach der Alarmierung mehr als acht Minuten zum Unfallort – ein wichtiges Kriterium für die Gründung einer Gruppe „Helfer vor Ort“ (HvO).

Die Ersthelfer werden bei Notfällen von der Integrierten Leitstelle in Weilheim eingesetzt: „Immer dann, wenn sie gegenüber dem Rettungsdienst einen Zeitvorteil haben“, erläutert Michael Limbrunner, Leiter des Rettungsdienstes und stellvertretender BRK-Kreisgeschäftsführer. Sie versorgen die Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, erkunden die Lage, geben eine genaue Meldung an die Leitstelle durch und weisen ortsfremde Rettungskräfte ein. Bei schweren Unfällen mit lebensbedrohlich Verletzten werden sie zusätzlich als Unterstützung alarmiert.

Bisher gibt es HvO-Gruppen vom BRK in Birkland, Peiting, Penzberg und Seeshaupt, wo 1997 die ersten „First Responder“ im Landkreis ausgebildet wurden. In Kooperation mit der Firma „Aerotech“ sind Ersthelfer in Peißenberg tätig. In Böbing übernehmen Feuerwehrler diese Aufgabe. Nach einem Rückgang durch den Lockdown 2020 verzeichnete Limbrunner im vergangenen wieder einen Anstieg: 894 Mal waren die Ersthelfer im Einsatz.

In Huglfing hatte es bereits vor zwei Jahren schon einmal einen Anlauf für eine HvO-Gruppe gegeben. Die Sache war jedoch im Sande verlaufen. Nun hat es geklappt. Zusammen mit seinem Wasserwachtkollegen Kilian Böck aus Oberhausen und dem Huglfinger Johannes Mühl, stellvertretender BRK-Bereitschaftsleiter in Peißenberg, suchte Patrik Bergler nach Mitstreitern. „Als wir zehn Interessenten beieinander hatten, haben wir uns bei der BRK-Zentrale angemeldet“, so der 26-Jährige, der in Weilheim als Leiter eines Fitness-Studios arbeitet.

Bei einem Gespräch im Huglfinger Rathaus wurden die vier Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft (VWG) über die Pläne informiert. Denn neben Huglfing und Oberhausen, aus denen die drei Initiatoren kommen, gehören auch Eberfing und Eglfing zum Einzugsgebiet. Huglfings Bürgermeister Markus Huber sprach für die größte VWG-Gemeinde aus, was wohl auch seine Kollegen empfinden: „Ich freue mich wirklich sehr über Bürger, die ehrenamtliches Engagement zeigen und durch ihre schnelle Erste Hilfe die Sicherheit im Ort erhöhen.“

Die Huglfinger Helfer vor Ort, deren Teamleitung Fitnesstrainer Bergler übernimmt, organisieren sich selbst: „Wir werden die Schichtpläne so machen, dass immer der ganze Tag abgedeckt ist“, so Bergler. Nach mehreren Schulungen, die in Räumen der Huglfinger Feuerwehr stattfanden, sind die neuen Helfer vor Ort, vier Frauen und zehn Männer, nun startklar – auch das Einsatzfahrzeug mit Funk und Blaulicht sowie alle notwendigen Gerätschaften und Rettungsmittel, die das BRK zur Verfügung stellt, sind einsatzbereit.

Interessenten gesucht

Wer bei der HvO-Gruppe mitmachen möchte, kann sich per Mail an helfervorort-huglfing@kvwm-sog.brk.de. wenden. Es werden noch Ersthelfer gesucht.

Ralf Scharnitzky

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