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Der Wartebereich mit dem Pavillon und dem alten Stellwerk (Mitte) sollte auch umgestaltet werden.

Gemeinderat

Huglfing: Plänen für Bahnhofsumfeld droht Wartegleis

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Die Gemeinde Huglfing will das Umfeld ihres Bahnhofs neu gestalten. Doch das Vorhaben droht wegen der angespannten Lage auf dem Wartegleis zu landen. Der Gemeinderat zog die Notbremse.

Huglfing – Dass der noch vor der Corona-Krise einmütig verabschiedete Huglfinger Haushalt nicht lange in Stein gemeißelt sein wird, war – wie andernorts auch – abzusehen. Jetzt gibt es eine erste Auswirkung der drohenden finanziellen Einbrüche in Folge der Pandemie: Die Planungen für die Umgestaltung des gemeindeeigenen Bahnhofsumfelds wurden vorerst auf Eis gelegt.

Andere Vorhaben haben Vorrang

Eigentlich sollte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ein Architektenbüro mit der Planausarbeitung beauftragen. Doch dazu kam es angesichts der im Raum stehenden Kosten nicht – in der jetzigen Situation will das Gremium lieber anderen gemeindlichen Vorhaben Vorrang einräumen.

Die Kommune ist seit 2006 stolze Eigentümerin von Bahnhofsgebäude und Umfeld. Die denkmalgeschützte Immobile ist bereits saniert. Das Erdgeschoss mit dem Café und die Wohnung im Dachgeschoss sind hergerichtet, ebenso die ehemalige Mietwohnung im ersten Stock, aus der Büros wurden. Zuletzt war die Außenfassade an der Reihe, das Gerüst soll laut Bürgermeister Markus Huber (SPD/Unabhängige) in den kommenden zwei Wochen verschwinden.

Zwei Bauabschnitte

Gemäß Zeitplan sollte danach das Umfeld angegangen werden. Im vergangenen November hatte sich der Gemeinderat darauf verständigt, das Projekt lieber in zwei Bauabschnitten anzugehen. Erst der neue Wartebereich samt Fahrradständer sowie das südliche Lagergebäude, das als Kulturraum genutzt werden soll. Dann folgt der Bahnhofsvorplatz, der es nötig hat. Die Zweiteilung sollte die Finanzen entlasten. Bei immerhin 1,17 Millionen Euro hatte damals eine erste Kostenschätzung des Penzberger Büros „B3“ für das Komplettpaket gelegen.

„Der Spaß wird nicht ganz billig“, warnte der Bürgermeister denn auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Man müsse zwar nach der Gebäudesanierung nicht „sofort zwingend weitermachen“, betonte er – aber die einzelnen Bauabschnitte sollte die Kommune „fertig durchplanen“ lassen.

Doch das kostet richtig Geld. VG-Kämmerer Alfred Schwab hat im diesjährigen Haushalt vorsorglich 250 000 Euro für die weitere Bahnhofssanierung eingestellt. Das Planungsangebot von „B3“ für gleich vier Leistungsstufen liegt bei 132 000 Euro.

Projekt lieber zurückstellen

Eine Summe, die jedoch nicht jeder Gemeinderat in unruhigen Corona-Zeiten ausgeben möchte. Zweiter Bürgermeister Harald Bauer (CSU/Bürgervereinigung) spürt keinen Handlungsdruck: „Ich täte es komplett zurückstellen.“ Bauer sieht „die Priorität ganz hinten“ angesiedelt. Der Bahnhof sei zwar ein Aushängeschild, aber die Situation habe sich verändert. Es gebe wichtigere Projekte wie die Sanierung von Schule und Rathaus, mahnte Bauer. Auch der Hochwasserschutz sowie die Erweiterung des Sportgeländes stehen auf der Agenda.

Erst Zuschüsse prüfen

Am Ende verständigte sich der Rat einstimmig darauf, die Planungsvergabe zurückzustellen. Der Bürgermeister will erstmal prüfen, wie viel Zuschuss aus der Städtebauförderung überhaupt fließen könnte – und, ob es bei einer Zusage ein Zeitfenster für die Umsetzung gibt. Vielleicht kann Huglfing das Projekt in ruhigeren Zeiten angehen.

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