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Das alte Sportplatzgelände wird mit der Erweiterung der Sportstätten am Tautinger Weg nicht mehr benötigt.

Gemeinderat

Huglfing: Wohnbau auf altem Sportplatz wäre möglich

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Eine Wohnbebauung auf dem alten Huglfinger Sportplatzgelände neben der B 472 ist möglich. Das zumindest besagt ein schalltechnisches Gutachten. Jetzt fragt die Gemeinde den Bedarf ab.

Huglfing– Es ist das nächste größere Bauvorhaben in Huglfing: Die Sportstätte am Tautinger Weg wird um zwei Fußballfelder und einen Stockplatz erweitert. Wie berichtet, können damit die bestehenden Anlagen des heimischen Sportclubs und des EC 1960 Huglfing am alten Sportplatzgelände im Bereich der Straßen am Sportplatz/Waldstraße verlegt werden – so hatte es der Gemeinderat im April 2018 beschlossen. Was mit dem Gelände geschen soll, steht in den Sternen. Die Gemeinde denkt an eine Wohnbebauung – und begibt sich jetzt auf die Suche nach Grundlagen.

Praktischerweise befindet sich das Areal in Gemeindebesitz, das spart langwierige und teure Grundstückskäufe. „Auf einen Hektar kommt es schon“, so Bürgermeister Bernhard Kamhuber vor. Grundsätzlich ist eine Wohnbebauung möglich, gab der Rathauschef nun im Gemeinderat bekannt. Kamhuber bezog sich dabei auf ein schalltechnisches Gutachten, dass sich die Kommune eigens vom Freisinger Ingenieurbüro C. Hentschel Consult hat erarbeiten lassen. Ergebnis: „Unter bestimmten Voraussetzungen“, könne dort ein allgemeines Wohngebiet entstehen, sagte Kamhuber. Wichtigste Bedingung ist der Bau einer mindestens 3,50 Meter hohen Lärmschutzwand zur benachbarten B 472 hin. Konkrete Entwürfe für einen Bebauungsplan „Alter Sportplatz“ gibt es aber noch nicht, im Raum stehen zwei Bereiche: die größere Hälfte für ein allgemeines Wohngebiet, der Rest für ein Mischgebiet. In Ersterem wäre Platz für circa 16 Häuser, gab Kamhuber eine erste Wasserstandsmeldung ab.

Doch ob nur Einfamilienhäuser vorgesehen sind, ist derzeit offen. Klar ist, dass es ein Einheimischenmodell geben für die Vergabe soll, wobei Kamhuber lieber offiziell von „Familienmodell“ spricht. Der Bürgermeister will per Abfrage in seiner Bürgerschaft ermitteln, ob und wie Bedarf besteht. Die Umfrage wird konkret nach gewünschtem Haustyp und Grundstücksgröße formuliert, dies war Wunsch im Gemeinderat. „Sonst melden sich nur Interessenten für Einfamilienhäuser“, mahnte Harald Bauer (CSU/Bürgervereinigung). „Mietwohnungen sind gefragt“, gab Susanne Adler (SPD/Unabhängige) zu bedenken. Ihr Fraktionskollege Wolfgang Greza warf die Idee eines Genossenschaftsmodells in die Runde. Greza möchte bei der Erschließung des Areals auch die Energieversorgung optimieren: „Bei so einer großen Fläche sollte man überlegen, ob man nicht eine gemeinsame Heizung macht.“ Den Lärmschutz könne man über Photovoltaik zur Energiegewinnung nutzen, schlug Greza vor. Lohnen würde es sich, ist der Rat überzeugt: „Da sind doch ein Haufen Häuser, die gebaut werden können.“

Am Ende verständigte sich das Gremium einstimmig auf das weitere Vorgehen. Rathauschef Kamhuber wird zur nächsten März-Sitzung den Entwurf einer Bürgerumfrage vorlegen. Für die Überplanung des Areals soll es einen Architektenwettbewerb geben, zu dem drei Büros eingeladen werden. Grundlage für die Planer sollen dann die Vorgaben des Gemeinderats und die Ergebnisse der Bedarfsabfrage sein.

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