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Gut gelaunt und immer zuverlässig: Elisabeth Englmann sorgt dafür, dass die Huglfinger immer pünktlich ihre Heimatzeitung auf dem Frühstückstisch haben. 

Elisabeth Englmann aus Huglfing

Ein Beruf, der Freude macht: Eine langjährige Zeitungszustellerin erzählt

Jeden Morgen sorgt Elisabeth Englmann dafür, dass die Zeitung in Huglfing pünktlich zugestellt wird. Seit 42 Jahren verteilt sie das Weilheimer Tagblatt. 

Huglfing – Eigentlich stimmt es gar nicht, dass Elisabeth Englmann die Zeitung in Huglfing seit 42 Jahren zustellt. Denn sie bringt schon viel länger den Bewohnern des kleinen Dorfs bei Weilheim die morgentliche Leküre. Ihre Mutter hat schon 20 Jahre lang das Weilheimer Tagblatt verteilt, und sie hat ihre Mutter bei der Arbeit unterstützt.

Wann genau sie angefangen hat, weiß sie heute nicht mehr. Sie ist in die Arbeit hineingewachsen, wie viele Jugendliche in dieser Zeit. „Damals sind die Zeitungen mit dem Zug gekommen“, erinnert sie sich, „und wir haben sie am Bahnhof abgeholt.“ Ihre Mutter hatte noch ganz Huglfing als Gebiet, später ist es geteilt worden.

Bis zu 260 Zeitungen, eine Zeitlang auch den Kreisboten, hat Englmann zu den Lesern gebracht. Unterstützung hatte sie dabei von ihrem Mann Herbert. Die gebürtige Huglfingerin macht ihre Tour mit einer Rundfahrt. „Nur samstags muss ich zweimal fahren, weil die Zeitungen dicker sind“, fügt sie an.

Zustellerin Elisabeth Englmann aus Huglfing: Arbeitsanfang um vier Uhr morgens

Heute bekommt sie die Zeitungen von einem Lieferwagen, sie muss also nicht mehr zum Bahnhof, um sie abzuholen. „Arbeitsanfang ist um vier Uhr, dafür bin ich um sechs Uhr fertig, im Sommer manchmal auch schon um fünf Uhr“, fasst sie ihre Arbeitszeit zusammen.

Sie arbeitet bis zu 300 Tage im Jahr. So oft erscheint das Weilheimer Tagblatt. Die Arbeitszeit war für sie auch passend, als ihre drei Kinder noch jung waren: „Während ich unterwegs war, war mein Mann daheim, und bis die Kinder aufstehen mussten, um in die Schule zu gehen, war ich schon wieder zurück.“ „Im Sommer macht es richtig Spaß“, so Englmann, „der Winter kann manchmal hart sein.“

Aber heute sei es besser als früher: „Es gibt weniger Schnee und bessere Kleidung.“ Die Fahrräder – „ganz normale Räder ohne Gangschaltung, dafür aber mit Taschen vorn und hinten“ – hat sie vom Verlag bekommen. Wie viele sie im Laufe der Jahrzehnte schon aufgearbeitet hat, weiß sie nicht mehr so genau. Aber sie erinnert sich noch gut: „Einmal war der Rahmen gebrochen.“

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Elisabeth Englmann kennt in Huglfing jedes Haus

Inzwischen ist Englmann mehr als ein halbes Jahrhundert in Huglfing unterwegs. Sie kennt jedes Haus, und auch jeden der älteren Bewohner. „Die Jungen kenne ich natürlich nicht alle, es ziehen halt viele zu uns nach Huglfing“, stellt sie fest.

Nicht nur die Zustellung der Zeitung ist für die Englmanns wichtig. Auch das Produkt zu lesen, dem sie täglich ihre Arbeit widmet, gehört zum Alltag. „Wenn ich heimkomme, trinken wir Kaffee und lesen die Heimatzeitung. Mein Mann fängt meist mit dem Sport an, ich mit der Lokalteil. Dann kommt der Rest dran. Das Kreuzworträtsel wird auch gelöst.“ 

Alfred Schubert

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