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Da steht es: Bürgermeister Bernhard Kamhuber zeigt das Huglfinger Bahnhofsgebäude, das saniert werden soll.

Huglfinger Bahnhof wird saniert

Ankommen und Abfahren seit 1879

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Rote Backsteine, Holzverkleidung und dunkle Dachschindeln: Das Huglfinger Bahnhofsgebäude erinnert an vergangene Zeiten. Um den Charme des Klinkerbaus zu erhalten, hat die Gemeinde ein Architektenbüro aus Penzberg mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen beauftragt, die im März beginnen sollen.

Huglfing –Wie Bürgermeister Bernhard Kamhuber erklärt, bestehe an dem ehemaligen Empfangsgebäude aus dem Jahr 1879 „definitiv Handlungsbedarf“. „Die Gemeinde hat das Bahnhofsareal im Jahr 2006 gekauft – die Bahn hatte davor lange nichts mehr daran gemacht“, so der Bürgermeister.

Beliebt ist der Bahnhof auf der Werdenfels-Strecke besonders bei Pendlern aus Huglfing, Oberhausen und Peißenberg. Große, kostenlose Parkplätze und Züge, die im Halbstundentakt verkehren und bis nach München und Innsbruck fahren, locken zahlreiche Fahrgäste an.

Das alte Empfangsgebäude, in dem zu früheren Zeiten Fahrkarten für die damalige „Vizinalbahn Weilheim-Murnau“ gekauft wurden, steht seit zwei Jahren unter Denkmalschutz. Damit die Fassade des historischen Baus wieder in neuem Glanz erstrahlen kann, werden nun die Holzverkleidung und die Dachschindeln erneuert. Auch die Klinkersteine müssten restauriert werden. „Dabei handelt es sich noch um die Originalsteine aus dem 19. Jahrhundert. Nur an einigen Stellen wurde bisher ausgebessert“, sagt Kamhuber.

In den Innenräumen des alten Gebäudes wird sich ebenfalls einiges verändern: Während der ehemalige Warteraum im Erdgeschoss bereits renoviert worden ist und seit 2011 das Café „Hey Schaffner“ beherbergt, müssen im ersten und zweiten Stock Sanierungsmaßnahmen wie den Austausch der Fenster vorgenommen werden, um die Etagen als Wohnräume zu vermieten.

„Im ersten Stock sind umfangreiche Renovierungsarbeiten notwendig – die alten Holzböden und das Treppenhaus mit schmiedeeisernem Geländer wollen wir aber erhalten“, sagt Kamhuber. Auch Details wie die hölzernen Fensterläden werden bleiben.

„Das sind tolle Altbauwohnungen mit einem gewissen Charme – früher haben dort Bahnerfamilien gewohnt“, so der Bürgermeister. Für die Wohnung im Dachgeschoss, die bereits zum nächstmöglichen Zeitpunkt angemietet werden kann, gebe bereits Interessenten.

Rund 300 000 Euro plant die Gemeinde für die Sanierung des Gebäudes ein. In den nächsten Jahren erfolgt außerdem die Erneuerung der Außenanlagen des Bahnhofsareals sowie die Sanierung des ehemaligen Stellwerks, das langfristig als Ausstellungsraum genutzt werden soll.

„Das ist natürlich eine teure Geschichte – aber es lohnt sich“, meint der Bürgermeister. Ein Bahnhof sei für ihn nicht nur ein Treffpunkt für Pendler, sondern immer auch ein emotionaler Ort: „Ankommen und wieder abfahren – damit verbindet jeder Gefühle. Gerade, wenn an einem solchem Ort ein geschichtsträchtiges Gebäude steht, sollte man es unbedingt erhalten.“

Marion Neumann

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