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Zwei Themen standen im Fokus

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Bürgermeister Markus Huber informierte über die Einwohnerzahlen.
Bürgermeister Markus Huber informierte über die Einwohnerzahlen. © Ralf Ruder

58 Seiten Statistiken und Bilder als Power-Point-Präsentation, dazu Zahlen, Daten und Fakten. Es ist viel passiert in Huglfing in den vergangenen zwei Jahren; und der Gemeinderat hat sich viel vorgenommen. Aber auch zwei Themen, die den Ort schon jahrelang beschäftigen, kamen auf der Bürgerversammlung zur Sprache: der Hochwasserschutz und der Durchgangsverkehr.

Huglfing – Bürgermeister Markus Huber hatte sich viel Mühe gegeben für seine erste Bürgerversammlung seit seiner Wahl vor gut zwei Jahren. Von Abenteuerspielplatz über Haushalt und Bauprojekte bis zur Wasserversorgung spannte sich der Bogen der Themen, die der Rathaus- Chef in gut eineinhalb Stunden ansprach. Den auf der Leinwand erscheinenden Tabellen und Balken zum erst einige Tage zuvor beschlossenen Haushalt (wir berichteten) konnten die Huglfinger im mit knapp 150 Besuchern gut besetzten Saal des Trachtenheims entnehmen, dass ihre Gemeinde „auf gesunden Füßen steht“, wie Huber sagte. Und das ist durchaus wichtig, um die kürzlich abgeschlossenen, laufenden und geplanten Projekte finanzieren zu können.

Am Moosweg ist ein Abenteuerspielplatz geplant

Einen Schwerpunkt setzte Huber bei seinem Vortrag auf die jüngsten Bewohner der Gemeinde. Sicher mit ein Grund: Bürgermeister und Gemeinderat sind jünger als ihre Vorgänger – viele sind Mütter und Väter von Kindern und Jugendlichen. Ein weiterer Grund: Huglfing ist als neuer Wohnort beim Zuzug vor allem bei Familien mit Kindern beliebt. Für die Kleinsten im Kindergarten „Huglhupf“ gibt es seit September vergangenen Jahres eine Bauernhofgruppe auf Gut Grasleiten. Für den Waldkindergarten hat die Gemeinde ein Grundstück angepachtet und unterstützt das Projekt mit einer finanziellen Beteiligung: „Das Angebot für unsere Kinder ist somit noch vielseitiger“, freute sich Huber. Für die Größeren wurde der Jugendraum aktiviert und am Moosweg ist ein Abenteuerspielplatz geplant.

Raumbedarf ist groß

Das größte Projekt für den Huglfinger Nachwuchs aber sind die Planungen an der Grund- und Mittelschule. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, so Huber. Möglich sind eine Generalsanierung mit einer Erweiterung oder auch ein Neubau. Nicht nur, dass die Gebäude aus den 1970ern buchstäblich in die Jahre gekommen sind, auch die vom Schuljahr 2025/26 an geforderte Ganztagsschule braucht ein völlig neues Raumkonzept. Schon jetzt ist der Bedarf groß. Deshalb müssen vom kommenden Schuljahr an Container für zwei Mittagsbetreuungsgruppen aufgestellt werden, da 87 Kinder für die nachschulische Betreuung angemeldet wurden. Auch an der Zweifachturnhalle stehen Sanierungen am Dach und an der Heizung an.

Mehr Photovoltaik

Dächer spielen auch eine große Rolle im Bestreben der Gemeinde, bis 2035 von fossilen Energieträgern unabhängig zu sein. Photovoltaikanlagen wurden auf Kindergarten und Feuerwehrhaus errichtet. Noch dieses Jahr ist die Errichtung einer zweiten Anlage auf dem Feuerwehrhaus sowie auf dem Rathaus, das derzeit saniert wird, vorgesehen. Außerdem soll auf der geplanten Stockschützenhalle eine gemeindeeigene PV-Anlage installiert werden. Ein Bündel an weiteren – privaten und betrieblichen – Maßnahmen ist in der Überlegung. Bis zum Sommer soll ein Energienutzungsplan erarbeitet werden.

Weiter Durchgangsverkehr

Noch etwas länger dauern werden Hochwasser- und Lärmschutz, die von mehreren Bürgern in der Versammlung angesprochen wurden. Seit gut einem Jahr liegt im Wasserwirtschaftsamt ein fertiges Konzept zum integralen Hochwasserschutz am Hungerbach für die drei Gemeinden Eglfing, Huglfing und Oberhausen vor. Dort muss die Förderungsfähigkeit geprüft werden. Erst nachdem Huber nach mehr als einjährigem Hinhalten Druck gemacht hat, gibt es jetzt einen Termin für ein Gespräch. Demnächst soll die Prüfung abgeschlossen sein, sagte ein Vertreter des Amtes auf der Bürgerversammlung. Nach einem positiven Bescheid können die drei Gemeinden Architekten mit der Planung beauftragen.

Mit dem Durchgangsverkehr auf der B 472 werden die Huglfinger noch eine Weile leben müssen: Erst 2030 wird der Bundesverkehrswegeplan fortgeschrieben: „So ab 2026 müssen wir uns darum kümmern, dass wir mit einer Umgehungsstraße vom erweiterten in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden“, meinte Huber. Aber immerhin ein bisschen leiser wird’s an der Bundesstraße schon vorher: Die Durchgangsstraße soll in zwei Bauabschnitten neu geteert und mit einem Flüsterasphalt versehen werden.

Ralf Scharnitzky

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