+
„Eine spezielle Atmosphäre“: Pater John Sunoj (r.) mag die Gotteshäuser in seinem Tätigkeitsbereich – wie hier die Pfarrkirche St. Magnus in Huglfing. Kirchenpfleger Ernst Birke ist froh, dass die Urlaubsvertretung da ist. 

Im Porträt

Indischer Pfarrer als Urlaubsvertretung in Huglfing: Seelsorger und Fußballfan

  • schließen

In der Pfarreiengemeinschaft Huglfing ist ein Urlaubspfarrer tätig: Pater John Sunoj (46) aus Indien genießt bayerische Kirchen, Glaube und Fußballkultur. Es ist nicht seine erste Station im Oberland.

Huglfing – Urlaubszeit ist Vertretungszeit in vielen Kirchengemeinden im Landkreis. So auch in in der Pfarreiengemeinschaft Huglfing: Seit Monatsbeginn kümmert sich Pater John Sunoj um die Gläubigen. Der 46-jährige Geistliche aus Indien hat einiges zu tun. Immerhin drei Pfarreien – St. Magnus in Huglfing, St. Martin in Eglfing sowie St. Mauritius in Oberhaus mit der Filialkirche St. Michael in Berg – umfasst sein seelsorgerisches Gebiet.

Während Huglfings eigentlicher Pfarrer, Pater John Mukalayil, statt im heimischen Indien bei Familiengehörigen in Brasilien weilt, hält sein Vertreter bis Ende August die Stellung. Sunoj ist seit 27. Dezember 1999 Priester, er gehört dem Orden der Oblaten vom Heiligen Herzen Jesu (OSH) an. Sunojs Heimatpfarrei ist im südindischen Piravom, in der Provinz Kerala. „Das ist eine kleine Stadt mit etwa 10 000 Einwohnern.“ Der 46-jährige Priester war schon mehrfach im Ausland tätig. Auch im Landkreis. Vor sechs Jahren half er im Sommer in Raisting aus. Heuer im Juli arbeitete er im oberpfälzischen Pirk. Sunoj hatte in Indien extra Deutschkurse am Goethe-Institut belegt. „Ich war auch in Italien“, erzählt der Pater. Zwei Jahre studierte er pastorale Theologie in Rom, war danach Pfarrer in Grosseto/Toskana.

Lesen Sie auch: Schwerer Arbeitsunfall in Huglfing - Mann verliert seine Hand

Nach Huglfing kam er über seinen Ordens-Mitbruder Pater John. Dieser organisiert zusammen mit dem Bistum Augsburg seine Urlaubsvertretung. Pater Sunoj sagte sofort zu, als er gefragt wurde. „Wir sind froh, dass er da ist“, meint denn auch Kirchenpfleger Ernst Birke. Der Aushilfspfarrer hat gut zu tun in der Pfarreiengemeinschaft. Im Schnitt eine Messe hält er am Tag, am Wochenende kommen drei zusammen. Dazu die Seelsorge.

Sunoj lächelt: „Das ist kein Problem.“ Da hilft es, dass sich seine Gläubigen um ihn kümmern. Zu den Messen wird er von Mitgliedern der Pfarreiengemeinschaft mit dem Auto abgeholt. Für Kirchenpfleger Birke auch ein Zeichen für den Zusammenhalt: „Wir sind ein gutes Team.“ Der Pater freut sich nicht nur über den Transportservice. „Das ist eine gute Möglichkeit, die Menschen und die Sprache kennenzulernen.“

Lesen Sie auchSC Huglfing kalt erwischt: Kunstrasen wegen Mikroplastik in der Kritik

Der 46-jährige Inder, der Lesen und Spazieren als Hobbys angibt, genießt die bayerische Lebensart. Sei es kirchlich oder gastronomisch. Von den Kirchen schwärmt er wegen ihrer „speziellen Atmosphäre“. Den alten Pfarrhof, in dem er wohnt, bezeichnet er als „sehr schön renoviert“. Weißwürste und Schweinsbraten hat er auch schon probiert. „Das ist Tradition.“ Überhaupt sei er sehr gut aufgenommen worden, sagt er. Jüngst war er beim Huglfinger Enten-Rennen. „Das war sehr interessant. Viele junge Familien waren dort.“

Und da wäre noch der Fußball. Der Pater ist ein echter Fan. „Ich spiel selbst“, erzählt er. In Italien hielt er zu Juventus Turin. Jetzt ist der FC Bayern sein Favorit. Das Pokalspiel in Cottbus hat er sich natürlich im Fernsehen angeschaut.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Aufdringliche Gaffer stören Reanimation - Autofahrer durchbricht Sperre und verletzt Feuerwehrmann
In Stegaurach ist ein Feuerwehrmann angefahren wurden, weil ein Autofahrer eine Straßensperre durchbricht. Wenige Tage zuvor behinderten Gaffer eine Reanimation.
Aufdringliche Gaffer stören Reanimation - Autofahrer durchbricht Sperre und verletzt Feuerwehrmann
Soldat verfährt sich, will aber nicht umkehren - mit fatalen Folgen
Die Uneinsichtigkeit der Verkehrsteilnehmer wird immer schlimmer, wie Vorfälle auf der kurzzeitig gesperrten B472 bei Habach zeigen. Zu dem Einsatz war es gekommen, weil …
Soldat verfährt sich, will aber nicht umkehren - mit fatalen Folgen
Gibt‘s bald Solarstrom von der Alten Bahn?
Gibt‘s bald Solarstrom von der Alten Bahn?
Mehrgenerationenhaus für Sindelsdorf - die Pläne werden konkreter
Die Pläne für ein Mehrgenerationenhaus in Sindelsdorf werden konkreter. Gibt der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen seinen Segen, könnte im Frühjahr 2020 …
Mehrgenerationenhaus für Sindelsdorf - die Pläne werden konkreter

Kommentare