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Das alte Lagerhaus neben dem fertig sanierten Bahnhof (hinten) könnte ein Kulturraum werden.

Weil es Förderung gibt

Kehrtwende in Huglfing: Doch Planung fürs Bahnhofsumfeld

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Kehrtwende in Huglfing: Die Planung für das neue Bahnhofsumfeld soll jetzt doch auf den Weg gebracht werden. Grund ist ein hoher Zuschuss der Städtebauförderung.

Huglfing – Angesichts der unklaren Finanzlage in Corona-Zeiten hatte der Huglfinger Gemeinderat im Juni die Notbremse gezogen: Die Planungen für die Umgestaltung des gemeindeeigenen Bahnhofsumfelds wurden vorerst auf Eis gelegt. Dafür hatte sich vor allem zweiter Bürgermeister Harald Bauer (CSU/Bürgervereinigung) ausgesprochen – er sah angesichts anstehender kommunaler Großprojekte „die Prioritäten ganz hinten“ angesiedelt. Rathauschef Markus Huber (SPD/Unabhängige) sollte per einstimmigem Beschluss erstmal klären, wie es überhaupt mit einer staatlichen Geldspritze für die Arbeit der Architekten aussieht. Die Frage ist mittlerweile beantwortet – vom Gemeinderat gab es deshalb jetzt grünes Licht. Der Beschluss fiel allerdings nicht einstimmig.

„Die Planung wird komplett durchgezogen“, sagt Huber auf Nachfrage. Denn Huglfing kann mit einem Zuschuss von der Städtebauförderung in Höhe von 60 Prozent der Planungskosten rechnen, hat er bei der zuständigen Regierung von Oberbayern erfahren. Das Angebot des Büros „B3“ aus Penzberg, es hatte den Planungswettbewerb für die Bahnhofssanierung gewonnen, sowie der Landschaftsarchitekten Schegk aus Haimhausen, liegt bei 120 000 Euro für vier Leistungsphasen. In trockenen Tüchern ist die Vergabe allerdings noch nicht. Diese erfolgt laut Huber erst, wenn der bewilligte Förderbescheid aus München tatsächlich eintrifft – der Antrag dafür ist gestellt. Auf dieses Vorgehen verständigte sich der Gemeinderat mehrheitlich mit 13:2 Stimmen.

Der Bürgermeister rechnet damit, dass die Planungen heuer vorliegen werden. Die Umsetzung muss letztendlich dann der Gemeinderat absegnen. Aus Kostengründen hatte das Gremium bereits im vergangenen November beschlossen, das Projekt lieber in zwei Bauabschnitten zu realisieren. Denn die Kommune müsste für das Gesamtpaket auf einen Schlag viel Geld in die Hand nehmen: Eine erste Kostenschätzung der Architekten hatte damals bei rund 1,7 Millionen Euro gelegen. Gemäß Zeitplan kommt erst der neue Wartebereich an die Reihe, vorgesehen sind Fahrradständer an Stelle des wenig ansehnlichen Pavillons. Außerdem soll das südliche Lagergebäude überplant werden, angedacht ist ein Kulturraum. Erst dann würde in einem zweiten Schritt der eigentliche Bahnhofsvorplatz angegangen werden.

Die Gemeinde ist seit 2006 Besitzerin des Bahnhofs. Das denkmalgeschützte Gebäude ist bereits saniert. Das Café „Hey Schaffner“ entstand, ebenso wurde die Wohnung im Dachgeschoss hergerichtet. Aus der einstigen Mietwohnung im ersten Stock wurden Büroräume. Für die weiteren Arbeiten hat VG-Kämmerer Alfred Schwab im diesjährigen Haushalt bereits 250 000 Euro eingestellt.

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