Nachdem die Entscheidung fiel, dass das Rathaus umgebaut, aber nicht abgerissen werden soll, legte ein Planungsbüro vom Ammersee einen Entwurf im Rat vor, der Beifall fand.
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Nachdem die Entscheidung fiel, dass das Rathaus umgebaut, aber nicht abgerissen werden soll, legte ein Planungsbüro vom Ammersee einen Entwurf im Rat vor, der Beifall fand.

Huglfing investiert kräftig

Kein Einzelbüro im neuen Rathaus für den Bürgermeister

Die Generalsanierung des Huglfinger Rathauses ist auf den Weg gebracht: Knapp 1,5 Millionen Euro wird die Gemeinde in einen neuen Bürgersaal, zeitgemäße Arbeitsplätze, Barrierefreiheit, neue Rettungswege und eine leicht modifizierte Optik investieren. Die Musikkapelle kann in ihren Proberäumen unterm Dach bleiben.

Huglfing – Es ist fast ein Jahr her, dass sich der Gemeinderat nach längerer Diskussion einstimmig für eine Kernsanierung des ehemaligen Schul- und Feuerwehrhauses ausgesprochen hat. Denn es bestand und besteht noch immer Handlungsbedarf: Die Barrierefreiheit ist nicht gegeben und Flucht- und Rettungswege entsprechen nicht mehr den Richtlinien. Und das Bestandsrecht wegen des Gebäudealters, das diesen Zustand bislang tolerierte, war quasi ausgelaufen.

Bürgermeister Markus Huber machte dem Gremium damals deutlich, dass die staatlich geforderten Umbauten auf alle Fälle durchgeführt werden müssten. Und dass dies ohne komplette Umgestaltung kompliziert werden dürfte.

Sogar zwei drastische Überlegungen kamen in der Oktobersitzung 2020 zur Sprache, wurden aber verworfen: Abriss des Rathauses und Neubau an gleicher Stelle beziehungsweise Umnutzung des alten Gebäudes und Neubau eines Rathauses auf der grünen Wiese.

Die einhellige Meinung damals: Ein Rathaus gehört in die Dorfmitte – und eben genau in jenes alte Tuffsteinhaus, das seit Ende der 1970er-Jahre als Verwaltungssitz genutzt wird. Der Beschluss hat sich ausgezahlt. Davon konnte sich der Gemeinderat in der Augustsitzung überzeugen.

Das Architektur- und Stadtplanungsbüro Sunder-Plassmann vom Westufer des Ammersees hat einen Entwurf vorgelegt, der die Geschichte des Hauses respektiert, ja sogar noch verdeutlicht, aber künftig dennoch „eher als Rathaus und nicht als Schulhaus wirken soll“, wie Benedikt Sunder-Plassmann bei der Vorstellung des Bauantrages betonte.

Im Erdgeschoss gibt es künftig einen neuen Bürgersaal mit einer kleinen Küche. Außerdem zieht der Bürgermeister vom zweiten Stock zusammen mit seiner Mitarbeiterin in einen gemeinsamen Raum im Parterre. Dazu gibt es jedoch noch einen abgeschlossenen Besprechungsraum. Vizebürgermeister Harald Bauer meinte dazu: „Es ist wohl ein Alleinstellungsmerkmal von Huglfing, dass der Bürgermeister kein Einzelzimmer hat.“

Im ersten Stock sitzt die Verwaltungsgemeinschaft Huglfing: Genug Platz für Tresen und für durch leichte Trennwände abgeschottete Büros für den Parteiverkehr auf der einen Seite und für die Finanzverwaltung und die Kasse auf der anderen Seite. Vom Keller bis in den ersten Stock gibt es im sanierten Rathaus neben dem neuen Treppenhaus einen Aufzug. „Wir sind dann barrierefrei und haben genug Arbeitsplätze für unsere ja sowieso sehr schlanke Verwaltung“, sagte Bürgermeister Huber.

Er hat übrigens kein Problem damit, kein Einzelzimmer zu haben: „Das ist bei uns nicht nötig und eigentlich auch antiquiert.“ Zwei Reservearbeitsplätze sind noch in einem Raum im Dachgeschoss vorhanden. Und auch die Musikkapelle muss nicht – wie geplant – umziehen, sondern darf weiter unterm Dach üben.

Möglich wird das durch die Vergrößerung von zwei Dachgauben. Architekt Sunder-Plassmann: „Die Feuerwehr hat extra Anleiterversuche gemacht und festgestellt, dass eine Rettung in vorgeschriebener Zeit möglich ist.“ Als Reminiszenz an die Vergangenheit des Hauses werden im ersten Stock zwei Fenster ersetzt. Die Fassade ist dort zugemauert, was vom Wein aber verdeckt wird. Der muss weichen, wird aber durch eine Neupflanzung an anderer Stelle ersetzt.

Als Eingang zum Bürgersaal soll das alte Feuerwehrhaustor nachempfunden werden. Und das Dach über dem Eingang soll filigraner, aber breiter gestaltet werden. Außerdem kann sich der Architekt zwei Schriftzüge „Rathaus Huglfing“ und „Bürgersaal“ vorstellen.

Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag einmütig zu. Wenn alle Zuschüsse wie erwartet fließen und die baurechtlichen Genehmigungen abgeschlossen sind, wird die Gemeinde mit den knapp 1,5 Millionen Euro an der unteren Grenze des geplanten Eigenanteils liegen. Huber sprach am Ende der Debatte aus, was sich wohl alle im Rathaus wünschen: „Hoffentlich geht‘s bald los.“

VON RALF SCHARNITZKY

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