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Stellen in Huglfing aus: (v.l.) Michael Kreuter, Karin Karrenbauer-Müller, Horst Esser, Heide Karin Konwalinka, Thorsten Fuhrmann, Ilka Niederfeld. 

Künstler zeigen Arbeiten im „ausstellwerk“

Rundweg zwischen Kleinformaten und Großwerken

Unter dem schlichten, wegen des Fragezeichens auch etwas rätselhaften Motto „Farbe?“ präsentieren sich sechs Künstler im „ausstellwerk“ rund um den Huglfinger Bahnhof. Die meisten Aussteller zeigen frische Werke, vorwiegend im alten Güterschuppen.

Hugfling– Mit lediglich zwei großen Fotoabzügen erzeugt Horst Esser dennoch Eindruck. Echte Vordergründe kombiniert mit surrealen Himmelssituationen: Er suche die ästhetische Spannung, sagt der Peißenberger.

Von Heide Karin Konwalinka sind große, teils gegenständliche Gemälde zu sehen: Beim „Sprung ins Leben“ macht eine Frau einen akrobatischen Ausfallschritt; blubbernde Strukturen am Körper zeigen Lasten der Vergangenheit. Ebenfalls eine Farbüberlagerung zeigt „Frau im Berg“. Die Silhouette von Herzogstand bis Heimgarten wird überwellt von blauen Farbschwüngen: „Yin und Yang“, sagt die Huglfinger Malerin, die unter dem harten Gebirgszug eine weiche Körperform ahnt. Nur auf Farbwirkung beschränkte Mittelformate von Blau bis Rot-Ocker ergänzen das Oeuvre.

Der rote Punkt als Zeichen für „verkauft“ traf Michael Kreuters „Capriccio I“, ein Werk mit eher kalligrafischer Wirkung. Weitere Großformate sind typischer für die abstrakten Farbexplosionen des Pollingers, diesmal unter anderem mit einem leuchtend hervorbrechenden Gelb.

Eher „eingesperrt“ sind dafür die Farben bei Thorsten Fuhrmann, und zwar zwischen Laminierfolien. Als drei Meter lange Fahnen wirken die inwendig kolorierten Kunststoff-Bahnen wie experimentelle Aufgriffe der Hinterglaskunst. Im Stellwerk bietet der Künstler überdies mit Farbauftrag verfremdete Postkarten.

Fuhrmannn umriss bei der Einführung die Wirkkraft der Farben. Als „Unfarben“ gehörten auch Weiß, Grau und Schwarz dazu. Genau diese benutzt Gastkünstlerin Ilka Niederfeld. Die nicht im „ausstellwerk“ organisierte Peißenbergerin setzt mit ruhigen, beigen Übermalungen und mit kleinen Strichelungen gegensätzliche Akzente, die teilweise mit den Schaltungen des Stellwerks zu korrespondieren scheinen.

Den Mut zur Farbe nutzt Karin Karrenbauer-Müller. Ihr leuchtend blaues „Im Ozean“ steigert das Hochformat durch die Anlage als senkrecht geteiltes Diptychon. Entlang der Teilungslinie berührt eine Schwarz-Weiß-Struktur beide Bildfelder – Strenge und Wildheit werden bei der Oberhausenerin vereint.

Für die Betrachter ergibt sich ein schöner Rundweg zwischen Kleinformaten und Großwerken, wobei das Stellwerk diesmal sparsam bestückt erscheint. Nachvollziehen kann man im Schuppen die Worte des Ausstellwerk-Vorstands Peter Schöler, der in seiner Laudatio auf die „Insel der Farbenblinden“ einging: Ein Triptychon von Karin Karrenbauer-Müller ist tatsächlich schwarz-weiß gehalten und fasziniert inhaltlich dennoch durch angedeutete biologische Formen.

Info

Zu sehen: Samstag, Sonn- und Feiertag, 14 bis 17 Uhr, letztmals Sonntag, 13. Mai.

Andreas Bretting

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