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Bei der Begehung im Grasleitner Moos unweit der Achbrücke: Bürger, Naturschutzexperten, Vertreter von Landratsämtern und Forstämtern. 

„Natura 2000“

Managementplan zum Erhalt der Artenvielfalt

Artenreiche Streuwiesen, intakte Moore und naturbelassene Bäche und Auwälder: Die Grasleitner Moorlandschaft zwischen Oberhausen, Uffing und Böbing ist eine der ökologisch hochwertigsten Landschaften in der Region.

Huglfing–  Damit dies so bleibt, erarbeiten Naturschutzexperten im Auftrag der EU derzeit einen Managementplan für diese so genannten Natura 2000-Gebiete. Die Ergebnisse sollen in etwa zwei Jahren vorliegen.

Ziel es ist, die Landschaft zumindest so zu belassen, wie sie derzeit ist oder gar aufzuwerten. „Grundsätzlich gilt ein „Verschlechterungsverbot“. Aus diesem Grunde trafen sich Vertreter von der Regierung von Oberbayern, Forstämtern, Wasserwirtschaftsamt, Naturschutz-Fachleute und Bürger, um sich ein Bild vom über 2000 Hektar großen Gebiet zu machen. „Alle sollen in dem Verfahren zu Wort kommen“, so Dr. Wolfgang Hochhardt von der Regierung von Oberbayern zu Beginn einer Begehung durch das Gebiet. Dort erfuhren die rund 30 Teilnehmer beispielsweise, wie behutsam die Streuwiesen unweit eines Niedermoorwaldes gemäht werden und wie groß die Nachfrage nach dem dort geschnittenen Gras ist, das Landwirte als Einstreu im Stall verwenden. Daniela Janker von der Forstverwaltung in Eberbergs erklärte, warum sich Auwald und Bachläufe in Grasleiten in einem so guten Zustand befinden, ihre Behörde ist für die Kartierung zuständig.

Grundsätzlich gelte für private Eigentümer Freiwilligkeit, niemand könne zum Mitmachen gezwungen werden, erläuterte auf Nachfrage Matthias Hett von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt in Weilheim. Wenn private Besitzer mitmachen, davon gibt es in der Grasleitner Moorlandschaft weit über 100, winken Förderungen durch die EU. Denn die natürlichen Lebensräume gehen immer weiter zurück, so Hochhardt. In Deutschland sind mittlerweile 13,5 Prozent der Fläche versiegelt, In Bayern gehen täglich rund 20 Hektar Natur verloren. Ein Managementplan wird bereits für das Gebiet der Osterseen erarbeitet, demnächst kommt der Bereich an der Ammer dazu.

Johannes Thoma

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