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Jakob Saal erklärte beim „Tag der offenen Tür“ die Gerätschaften der Feuerwehr.

Einweihung und „Tag der offenen Tür“ im neuen Feuerwehrhaus

Etwas Zeitgemäßes für die Feuerwehr Huglfing

In Huglfing ist am Samstag ein neues Feuerwehrhaus eingeweiht worden. Das 1964 errichtete alte Gebäude hatte nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen.

Huglfing – Die Feuerwehr Huglfing war 1876 gegründet worden. Damals musste jedes Haus im Brandfall jemanden zum Löschen senden, so Bürgermeister Bernhard Kamhuber in seiner Festrede bei der Einweihungsfeier. Im Idealfall konnten also 113 Einsatzkräfte zum Brandort kommen. Für die Bedienung der Spritze waren 16 Feuerwehrmänner nötig, außerdem gab es 50 Wasserkübel und etwas Werkzeug.

Bürgermeister Bernhard Kamhuber bei seiner Rede anlässlich der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses.

Kurz darauf wurde das erste Haus für die Feuerwehr gebaut, das nach 80 Jahren durch einen Neubau ersetzt wurde. Dieses Gebäude aus dem Jahr 1964 entsprach nach einem halben Jahrhundert nicht mehr den Anforderungen an den Arbeitsschutz. Außerdem kamen immer größere Fahrzeuge zum Einsatz, für die die Stellplätze zu eng wurden. Und so entschloss sich der Gemeinderat zu einem Abbruch des Gebäudes und einem Neubau an gleicher Stelle. Damit das größere Haus Platz hat, wurde 2013 ein Teil des benachbarten Grundstücks der Pfarrei abgekauft. 2016 wurde geplant, 2017 war Baubeginn, fertiggestellt war das Feuerwehrhaus Ende 2018.

Laut Peter Haberecht von „B3 Architekten Penzberg“ wurde der Sozialbereich unterkellert, weil an dieser Stelle sonst ein Bodenaustausch notwendig geworden wäre. Die Unterkellerung war somit eine kostengünstige Möglichkeit, weiteren Raum zu schaffen, der auch vom Gemeindearchiv genutzt werden kann.

Das „größte und teuerste Vereinsheim“ in der Gemeinde

Laut Kamhuber hat die Feuerwehr jetzt „das größte und teuerste Vereinsheim“ in der Gemeinde. Die Frage, „ob es das braucht“, sei leicht mit einem „Ja“ zu beantworten. Die Feuerwehr, die der Allgemeinheit dient, müsse ihre Leistungsfähigkeit erhalten. Zur Brandbekämpfung seien auch neue Aufgaben wie die technische Hilfeleistung hinzugekommen. Die Kosten nannte Kamhuber mit der Begründung nicht, dass der Bau noch nicht vollständig abgerechnet sei. Nur soviel: Jeder Bürger sei rechnerisch mit ungefähr 1200 Euro beteiligt.

Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta zitierte in seinem Grußwort sinngemäß aus der Lesung des der Einweihung vorausgegangenen Gottesdienstes: „Was nützt all der Glaube, wenn das Werk nicht folgt?“ In diesem Sinn habe Huglfing mit dem Bau des Feuerwehrhauses richtig gehandelt. Pater John würdigte anlässlich der Segnung des Hauses, zu der am Samstagabend rund 400 Gäste in die zur Festhalle umgerüstete Fahrzeughalle gekommen waren, die Leistung der Mitglieder der Feuerwehr. Sie machten ihren Dienst nicht um ihrer selbst willen: „Ohne den Einsatz für andere wäre unser Gemeinwesen nicht denkbar.“

Bei den Huglfingern stieß das neue Haus auf Interesse. Über 300 Bürger der knapp 3000 Einwohner zählenden Gemeinde waren bereits am Nachmittag gekommen, um sich beim „Tag der offenen Tür“ das Gebäude anzuschauen.

Alfred Schubert

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