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Mit Olympia-Dirndl 100-Jähriges gefeiert

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Eine Fackelträgerin und eine junge Frau im Dirndl, das bei den Olympischen Spielen in München Hochbrück vor 50 Jahren getragen wurde, marschierten voran.
Eine Fackelträgerin und eine junge Frau im Dirndl, das bei den Olympischen Spielen in München Hochbrück vor 50 Jahren getragen wurde, marschierten voran. © Gisela Schregle

100 Jahre Schützengau Weilheim, ein Jubiläum, das gebührend gefeiert wurde mit Festgottesdienst, Kirchenzug und einem Festtag mit vielen Ansprachen im Trachtenheim Huglfing. Zu den Vertretern aus 45 Vereinen kamen auch die Nachbarvereine Ammergau, Bad Tölz, Schongau und Wolfratshausen sowie viele Ehrengäste.

Huglfing – In der Messe in der Huglfinger Kirche, umrahmt von einem Großteil der Fahnenabordnungen, betonte Pater John: „Der Zusammenhalt der Vereine, rückblickend auf die Tradition, ist wichtig. In Zukunft werde es immer schwieriger, ein Ehrenamt zu bekleiden.“ Der Pfarrer wünschte dem Gau für die nächsten 100 Jahre alles Gute.

„Die Vereine sind ein Bollwerk in unserer Region“

Nach der Kranzniederlegung mit Salut am Kriegerdenkmal zogen die Vereinsmitglieder durch das Dorf zum Trachtenheim. Voraus zwei jugendliche Fackelträger, eine junge Frau im Originaldirndl, das sie anlässlich der Olympischen Spiele in München Hochbrück vor 50 Jahren trug.

Nach der Begrüßung von Gauschützenmeister Andreas Schwarz gab es viele Reden. Huglfings Bürgermeister Markus Huber freute sich über den florierenden Huglfinger Schützenverein. „Er ist wichtig für die Gesellschaft, und dass die Menschen für einander da sind. Wir wollen jetzt alles aktivieren, was in zwei Jahren wegen der Pandemie verschwunden ist“, versprach er. Sein Wunsch ist es, auch die Jugend für diesen Sport zu begeistern. Stellvertretender Landrat Wolfgang Taffertshofer lobte die Geschichte, die Leistungen und das Ehrenamt. „Sie sind ein beeindruckendes Zeugnis eines Vereins und ein hervorragendes Aushängeschild. Das verdiene großen Respekt, das muss aufrecht erhalten werden.“ Landesschützenmeister Christian Kühn betonte die Beständigkeit. Für Jugend, Sport und Tradition ist hier viel geboten.“ Dem schloss sich Bezirksschützenmeister Alfred Reiner an. „Die Vereine sind ein Bollwerk in unserer Region“, so Reiner.

Gründung im Gasthaus „Gattinger“

Bei der Zusammenkunft gab es auch eine Menge Ehrungen, und die Vorstandschaft hatte im Vorfeld beschlossen, keine Geschenke zu verteilen. Die vorgesehenen 500 Euro sollen einem sozialen Zweck zugute kommen, doch welchem, darüber wird noch beraten. Und so trugen die Ehrengäste mit Geldspenden gerne zu einem höheren Ergebnis bei.

Ein kurzer Blick in die bewegte Historie: Im Gasthaus „Gattinger“ in Weilheim fand am 19. November 1922 die Gründung statt. Die Gründungsmitglieder übernahmen die Aufgabe, den Schießsport und das Schützenwesen zu fördern. Durch die Inflation hielten sich die Aktivitäten im bescheidenen Rahmen.

1950 gab es den Neubeginn

d1933 übernahm die nationalsozialistische Regierung die Macht und unter dem Begriff „Gleichschaltung“ sollte es keine „bayerischen Schützen“ mehr geben. 1934 kam das traditionelle Schützenbrauchtum in Bayern vorübergehend zum Erliegen, erst 1950 gab es einen Neubeginn, der „Bayerische Sportschützenbund wurde gegründet.

Einer der vielen Höhepunkte war 1982 das 60. Gründungsfest im „Haus des Gastes“ in Riegsee mit Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Auch bei den Schützen setzte 1992 das Computerzeitalter ein. Das war teilweise ein hartes Ringen. Das Jubiläumsjahr 1997 begann mit der Suche nach einem Paten für die Gaustandarte. die der Nachbarverein Ammersee übernahm.

Die Corona-Pandemie brachte alles zum Erliegen. Erst Ende 2021 konnten vermehrt Wettkämpfe geschossen werden. Geplant war ein großes Fest, doch durch die schwierigen Corona-Jahre gestalteten sich die Vorbereitungen schwierig. So entschlossen sich die Verantwortlichen, die Jubiläumsfeier in abgespeckter Form zu gestalten. Doch auch das „kleine“ Jubiläum genossen die Schützen im voll besetzten Huglfinger Trachtenheim sichtlich.

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