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„Unser Dorf hat Zukunft“ in Huglfing: Die Sonne kam zur rechten Zeit

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Durch die Klasse 2b der örtlichen Grundschule wurde die Jury am Bahnhof Huglfing begrüßt. Von dort aus ging es für die Juroren zu vielen Stellen am Ort.
Durch die Klasse 2b der örtlichen Grundschule wurde die Jury am Bahnhof Huglfing begrüßt. Von dort aus ging es für die Juroren zu vielen Stellen am Ort. © EMANUEL GRONAU

Wird Huglfing eines von drei Dörfern in Bayern, das prämiert wird? Die Chancen stehen nicht schlecht. Die Jury von „Unser Dorf hat Zukunft“ war angetan.

Huglfing – „So wie es ist, so ist es gut.“ Dieses Fazit zog die Juryvertreterin für Grüngestaltung und -entwicklung nach dem knapp zweistündigen Rundgang durch die Gemeinde Huglfing. Und wie ihr ging es allen Mitgliedern der Bewertungskommission. Sie fanden fast nur äußerst positive Worte für das, was sie bei ihrem Besuch gesehen, gelesen und gehört hatten; und sie taten sich schwer, den Huglfingern zu sagen, was sie besser machen könnten.

Denen, die schon beim Rundgang zum Bezirksentscheid Anfang Juni dabei gewesen waren, kam das sehr bekannt vor: Auch damals gab es fast nur lobende Bemerkungen. Das Ergebnis damals: Huglfing gewann den Bezirksentscheid – und deshalb kann die Gemeinde nun einen von drei Goldmedaillen im Wettbewerb mit 14 anderen bayerischen Bezirkssiegern gewinnen und dann am Bundesentscheid teilnehmen.

Aufgehübschte Hochglanz-Broschüre

Mit einer gegenüber dem Bezirksentscheid leicht aktualisierten und aufgehübschten Hochglanz-Broschüre hatte sich das knapp 3000-Einwohner-Dorf vorab auch bei den Jurymitliedern für den Landesentscheid vorgestellt. Bei einer kurzen Rundfahrt und einem längeren Rundgang konnten sich die zwölf Juroren dann davon überzeugen, dass die Gemeinde auf 36 Seiten unter dem Slogan „Huglfing hat viele Seiten“ nicht zu viel versprochen hatte.

Zu bewerten waren fünf Kriterien: Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, Soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie Dorf in der Landschaft, auf die in der Broschüre ausführlich eingegangen wurde. Bürgermeister Markus Huber betonte bei der Begrüßung am Bahnhof, dass kein Wettbewerb „unsere lebendige Dorfgemeinschaft“ so in den Bann gezogen habe wie „Unser Dorf hat Zukunft“. Dieser Wettbewerb bringe das Dorf voran und „macht es noch zukunftsfähiger“.

Dorfidylle am Hungerbach mit einem Foto vom dortigen Entenrennen.
Dorfidylle am Hungerbach mit einem Foto vom dortigen Entenrennen. © EMANUEL GRONAU

Andrea Jochner-Weiß, die Landrätin von Weilheim-Schongau, verwies bei der Begrüßung darauf, dass sie besonders stolz darauf sei, dass mit Huglfing und Schönberg gleich zwei Gemeinden aus einem Landkreis im Bezirksentscheid gewonnen hätten. Kommissionsleiter Jörg Hirsche vom bayerischen Landwirtschaftsministerium lobte gleich zu Beginn den guten Draht der Huglfinger zum Wetter: „Der Nebel lichtet sich, der Vorhang geht auf und die Sonne scheint.“ Denn in der Tat: Genau in dem Moment als der Bus mit der Jury auf dem Bahnhofs-Parkplatz anhielt, kam die Sonne durch die Nebelwolken.

Gemeinsamer Rundgang durch Huglfing

Nach der Begrüßung, schriftlich untermalt mit einem „Herzlich Willkommen“ der Klasse 2b der Grundschule, und einem Besuch im Kultur-Bahnhof, der ersten Station, ging die Fahrt mit dem Bus zum Friedhof, auch um von der Anhöhe den herrlichen Blick auf den Ort und die Berge zu präsentieren.

Bürgermeister Markus Huber, sein Stellvertreter Harald Bauer und Altbürgermeister Bernhard Kamhuber führten die Delegation dann vom Rathaus durch den Ort. Zu sehen gab es dabei: Pfarrstadl (hier stellten sich Vereine vor), Pfarrgarten, Feuerwehrhaus, alte Viehwaage, Schmitterhof mit Seniorenwohnungen, Dorfgemeinschaftshaus (dort wurden im Garten auf Stellwänden weitere Einrichtungen, Projekte und Planungen vorgestellt) und Kindergarten „Huglhupf“ (wo wie beim Bezirksentscheid das Huglfing-Lied vorgesungen wurde) und zu guter Letzt das neue Schmuckstück in der Gemeinde, die frisch renovierte Sebastiani-Kapelle.

Der Hungerbach im Zentrum

Immer wieder wurde diesmal beim Rundgang auf ein prägendes Element des Ortes hingewiesen: den Hungerbach. Das hatte die Bezirks-Jury den Huglfingern empfohlen: „Sie wissen gar nicht, was für einen tollen Lebensraum Sie hier haben.“

So ging es möglichst oft am Bach entlang. Ein extra gedrehter dreiminütiger Imagefilm über den Bach aus der Sicht eines Bibers wurde gezeigt, und auch das von der Familie Furtmayr ausgerichtete Mittagsbuffet fand am Bach auf der Wiese zwischen ihrem Anwesen „Zum Webervest“, Kirche, Gasthaus, Stadl und Rathaus statt – also zwischen lauter Tuffsteinhäusern. Mehr Oberbayern geht nicht.

„Unser Dorf hat Zukunft“: Jury lobt den Ort

Und so fielen dann bei der vorläufigen Bewertung durch die Jury vor Ort Aussagen wie „wunderschöner Ort“ und „magische Anziehungskraft“. Gelobt wurde, dass für die Zukunft vorgesorgt werde, immer wieder neue Konzept erarbeitet werden, dass man merke, dass es eine sehr langfristige Erfahrung mit Ortsplanung gebe. Und es gab Dank: für einen schönen Tag, für die gute Betreuung und die fundierten Auskünfte durch Gemeinderäte beim Rundgang sowie für die „intimen Einblicke“.

Da Huglfing und Schönberg die letzten auf der Liste der beim Landesentscheid zu besuchenden 15 Gemeinden in Bayern waren, müssen sie nicht lange auf die Entscheidung warten: Die soll am kommenden Montagnachmittag bekannt gegeben werden.

Und vielleicht gibt ja ein besonders intimer Einblick, auf den Delegationsleiter Hirsche bei seiner Schlussbemerkung freudig hinwies, mit den den Ausschlag: Bürgermeister Huber hatte einen Einblick in das Erdgeschoss (Küche und Esszimmer) in seinem renovierten Tuffsteinhaus gewährt, das am Weg lag. „Soweit sind wir nirgends vorgestoßen“, so der Kommentar.

Ralf Scharnitzky

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