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Blues auf Bayerisch - zwischen Gipfelkreuz und Jammertal

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Von: Magnus Reitinger

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Blueser Williams Fändrich (Bildmitte) anno 1980 in der Urbesetzung von „Williams Wetsox“ mit Schlagzeuger Jonny Laber und Bassist Uwe Knüppel.
Blueser Williams Fändrich (Bildmitte) anno 1980 in der Urbesetzung von „Williams Wetsox“ mit Schlagzeuger Jonny Laber und Bassist Uwe Knüppel. © privat

Die Band „Williams Wetsox“ hat vor über 40 Jahren den „boarischen Blues“ miterfunden - und Huglfing auf die Weltkarte des Blues gebracht.

Huglfing – Mit seiner Band „Williams Wetsox“ brachte Norbert Fändrich das 2900-Seelen-Dorf Huglfing auf die Weltkarte des Blues. Und auch wenn er nie einen richtigen Hit landete, hat Fändrich (den hier keiner als Norbert, aber jeder als Williams kennt) wirklich alles erreicht, was einen Musiker beglücken kann: Auch nach viereinhalb Jahrzehnten im Blues muss er sich für kein Lied aus seiner Feder schämen. mit fast 70 spielt und spielt und spielt er, ohne dass bei ihm und im Publikum Ermüdungserscheinungen zu erkennen wären. Und er ist nun wirklich der einzige Musiker weltweit, der nicht lügt, wenn er sagt, dass Huglfings Bahnhofscafé nach einem seiner Songs benannt ist: „Hey Schaffner“.

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In der Huglfinger Musikkneipe „Waldstraße 4“ wiederum hat sich „Williams Wetsox“ an Silvester 1979 gegründet. Und ohne Huglfings Umland und seine Zugstrecken gäbe es die Hälfte des Wetsox-Gesamtwerks nicht – das nie von den Glitzerorten des Globus handelt, sondern vom „Boch drunt“, vom „Knecht bei de Bauern“ oder vom „Hoibe simme Zug“. Weil Fändrich schon in jungen Jahren weder nach München ziehen noch ständig zum Bluesspielen hintrampen wollte, suchte und fand er Mitte der 70er Jahre Mitstreiter daheim im Pfaffenwinkel. Und „Bluesig’s Oberland“ war bald darauf nicht nur ein Songtitel, sondern ein Lebensgefühl in der Gegend.

Blueser Williams Fändrich (Bildmitte)  in der aktuellen Besetzung mit Organist Mario Fix und Schlagzeuger Alex Bartl .
Blueser Williams Fändrich (Bildmitte) in der aktuellen Besetzung mit Organist Mario Fix und Schlagzeuger Alex Bartl . © privat

Ganz selbstverständlich singt Williams seit jeher auf Bairisch – noch lange bevor Schubladen wie „Alpenrock“ oder „Heimatsound“ dafür erfunden wurden. Was folgte, ist bayerische Blues-Geschichte: Fünf LPs und – so Fändrich – „ungefähr acht CDs“ sind von „Williams Wetsox“ erschienen. Das jüngste Album, eingespielt zum 40-jährigen Bandjubiläum im Habacher „Village“, gibt’s rein digital über www.bscmusic.com.

Und nach über vier Jahrzehnten Blues ist es nun wirklich an der Zeit, dass Williams den „Bandprobe“-Fragebogen der Heimatzeitung beantwortet:

Wann gegründet – und warum?

Silvester 1979/80 in der Huglfinger „Waldstraße 4“. Ich wollte mit Musikanten spielen, von denen keiner mehr als zehn Kilometer weit von mir wohnt.

Was ist die Mission von „Williams Wetsox“?

Wir sind im „Namen des Herrn“ unterwegs.

Zwischen welche Bands/Platten gehört „Williams Wetsox“ im Plattenregal?

Sigi Maron, Al Jones, Ringsgwandl – und die Bluesklassiker.

Wer hört „Williams Wetsox“ bisher?

Leute mit speziellem Geschmack und Feeling.

Wer sollte „Williams Wetsox“ unbedingt mal hören?

Leute mit speziellem Geschmack und Feeling, die uns noch nicht kennen.

Ein Song, mit dem man „Williams Wetsox“ am besten kennenlernt?

„Wohi, Wohi“ oder „Wach auf, wach auf, de scheene Zeit is jetz vorbei“.

Eine Textzeile, die viel über „Williams Wetsox“ sagt?

„d‘Scheibum miaß ma obe.“

Höhepunkt der bisherigen Karriere?

Sechs Wochen durch Spanien 1996 als Bierzeltband für MAN.

Ein Werbespruch für „Williams Wetsox“?

„Blues vom Gipfelkreuz zum Jammertal“.

Freunde?

In der Musik gibt es keine Freunde...

Feinde?

...und keine Feinde.

Wo steht „Williams Wetsox“ in zehn Jahren?

Am Abgrund, wie immer.

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