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Vereidigung am 2. Mai 2002: Thomas Altendorfer (2.v.l.) mit Claudia Groll, dem damaligen Bürgermeister  Hermann Schnitzer (r.) und Ulrich Franz.

was macht eigentlich ... Thomas Altendorfer?

„Ich lebe nun bewusster“

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Peißenberg - Peißenbergs ehemaliger Zweiter Bürgermeister arbeitet in der Integrierten Leitstelle.  Ein Unfall hat sein Leben verändert.

Helfen ist seine Leidenschaft: Thomas Altendrofer mit einem Rettungswagen. Der 54-Jährige arbeitet seit 1981 in der Leitstelle in Weilheim.

2011 war für Thomas Altendorfer ein schicksalshaftes Jahr, das vieles veränderte. Der heute 54-Jährige hatte im April am Plansee unverschuldet einen schweren Unfall, fiel monatelang aus – sowohl in seinem Job als auch als zweiter Bürgermeister von Peißenberg. Zwar trat er das politische Amt noch einmal an, doch 2012 trat er dann zurück. „Aus gesundheitlichen Gründen“, wie er sagt. 2014 wurde er nach zwölf Jahren auch als Gemeinderat verabschiedet.

Und seitdem hat Altendorfer, der geschieden ist und zwei erwachsene Kinder hat, auch nichts mehr mit der Lokalpolitik zu tun. Von Bedauern ist beim Gespräch mit der Heimatzeitung nichts zu spüren. Altendorfer spricht wenig über Politik, erzählt stattdessen, dass er „viel in die Berge geht“ und gern mit dem Mountainbike unterwegs ist. „Naturerlebnisse genieße ich sehr“, sagt der Peißenberger. „Die Natur ist das Wichtigste, was wir Menschen geschenkt bekommen haben.“

Noch viel lieber spricht Altendorfer von seinem Beruf – oder wie er sagt: seiner „Berufung“. Er arbeitet bei der Integrierten Leitstelle Oberland in Weilheim. Seit 2013 ist der Rettungsassistent Disponent. „Ich bin derjenige, der an den Notruf geht“, sagt er. Und der entscheiden muss: Wer rückt aus – Krankenwagen, Hubschrauber, Feuerwehr?

Im Rettungsdienst zu arbeiten, war immer Altendorfers Traum. „Ich wusste, dass das etwas ist, was mir vom Innersten liegt. Dass ich anderen helfen will, die in Not sind.“ Gleich nach der Schule bemühte er sich um eine Stelle – aber keine war frei. Deshalb machte er in einem Autohaus eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Als dann das Bayerische Rote Kreuz anrief, weil es eine Rettungsleitstelle in Weilheim einrichtete und einen Job für Altendorfer hatte, war das „ein Freudentag“. Am 1. Juli 1981 fing er dort an. Heute ist er „der letzte Mann der ersten Stunde, der hier noch aktiv ist“, sagt er.

Schon immer habe ihm das Schicksal der Patienten am Herzen gelegen. Schon immer habe er versucht, sich einzufühlen. Sein eigener Unfall aber, der hat ihm wirklich „gezeigt, wie es einem auf der anderen Seite geht“. Und der hat ihn persönlich geprägt. „Ich lebe nun bewusster. Ich weiß jetzt, dass ich leben darf, dass ich prägen und gestalten kann.“ 

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