+
Symbolbild

Betrugsmasche

Falscher Polizist am Telefon: Senior reagiert goldrichtig

  • schließen

Mindestens 17 Anwohner aus Iffeldorf und Habach haben am Sonntagabend Anrufe eines falschen Polizisten aus Penzberg erhalten. Er fragte nach Safe und Tresor. Doch die meisten reagierten goldrichtig.

Penzberg/Iffeldorf – Bei Wolfgang Hempel (80) aus Iffeldorf läutete das Telefon am Sonntag gegen 22.45 Uhr. Am Display erschien eine Nummer mit Penzberger Vorwahl. Am Apparat ein Mann, der sich als Herr Weber von der Polizeiinspektion Penzberg vorstellte. So erzählt es Wolfgang Hempel. Der Anrufer habe in einwandfreiem Deutsch erklärt, dass die Polizei zwei Stunden vorher an der Zugspitzstraße zwei junge Leute osteuropäischer Herkunft verhaftet habe, die einen Zettel bei sich trugen. Auf diesem Zettel seien sein Name und seine Adresse gestanden, und dass er einen Tresor zu Hause habe. 

Der falsche Polizist habe ihn gefragt, ob er in jüngster Zeit Probleme mit solchen Leuten gehabt habe, erzählt Hempel. Der Anrufer habe herausfinden wollen, ob er tatsächlich einen Tresor zu Hause habe. Doch der 80-jährige Iffeldorfer reagierte richtig, wie der Penzberger Polizeichef Jan Pfeil bestätigt. Wolfgang Hempel sagte nichts. Nur: „Da müssen sie schon zu mir kommen, ich gebe am Telefon keine Auskunft.“ Daraufhin habe der Unbekannte kommentarlos aufgelegt. Wolfgang Hempel seinerseits rief die richtige Polizei an.

Der Anruf bei dem 80-jährigen Iffeldorfer war am Sonntagabend kein Einzelfall. Laut Polizeichef Pfeil meldeten sich insgesamt 14 Anwohner aus Iffeldorf und drei Anwohner aus Habach, die einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten aus Penzberg erhalten hatten. Dieser habe gezielt gefragt, ob in den Haushalten ein Safe oder Tresor vorhanden sei. Ebenso habe der Anrufer versucht, die Vermögensverhältnisse oder die Existenz von Bankschließfächern auszukundschaften.

Die meisten hätten richtig reagiert und keine Auskunft gegeben, so Pfeil. Und sie riefen bei der Polizei an, „zum Großteil, weil sie die betrügerische Absicht des Anrufs erkannt hatten, zum Teil, weil sie per Rückruf die Authentizität des Anrufs überprüfen wollten“. Das ist ihm zufolge die beste Reaktion: bei der Polizei anrufen, aber nicht per Rückruftaste. Betroffene sollen die Nummer der Inspektion im Telefonbuch nachschlagen oder sie bei der Auskunft einholen.

Die Masche mit dem „falschen Polizisten“ ist ein häufiger Trick von Betrügern. Die Nummer, die auf dem Display erscheint, lässt sich leicht manipulieren. Zufall dürfte laut Pfeil aber der Name gewesen sein, den der Anrufer bei dem Iffeldorfer verwendet hat: In der Penzberger Inspektion gibt es tatsächlich einen Beamten, der Weber heißt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Betrüger muss viereinhalb Jahre in Haft
Ein Projektmanager (39) aus dem Landkreis muss für sein kriminelles Wirken schwer büßen. Das Landgericht München II verurteilte ihn am vergangenen Montag wegen Betrugs …
Betrüger muss viereinhalb Jahre in Haft
Dieser DJ brachte die Ü-30-Party nach München - jetzt prognostiziert er den nächsten Trend
In Köln wurde er in den 80er Jahren eher zufällig zum Discjockey, in München erfand er in den 90ern die erste Ü-30-Party der Stadt. Heute bringt DJ Rupen selbst erklärte …
Dieser DJ brachte die Ü-30-Party nach München - jetzt prognostiziert er den nächsten Trend
Und wieder eine Auszeichnung: Roche, die Zehnte
Das Biotech-Werk von Roche Diagnostics in Penzberg ist im „Dow Jones Sustainability Index“ (DJSI) ein weiteres Mal zum nachhaltigsten Unternehmen in der Pharmabranche …
Und wieder eine Auszeichnung: Roche, die Zehnte
Chaos oder Ordnung?
29 Künstler aus dem Landkreis und darüber hinaus machten bei den Ateliertagen des Kunstforums Weilheim mit. Wer wollte, konnte sie und ihre Arbeiten direkt vor Ort …
Chaos oder Ordnung?

Kommentare