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Auf der freien Fläche im Vordergrund will die Gemeinde das Mehrfamilienhaus bauen. Es entsteht am Rathhausweg in Sichtweite des Rathauses, dem Deichstetterhaus. Auf der anderen Seite grenzt es an ein Neubauviertel an. 

Gemeinderat Iffeldorf

Neubau mit Mietwohnungen in Iffeldorf abgesegnet

  • vonWolfgang Schörner
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Langsam nimmt der Bau eines Mehrfamilienhauses in Iffeldorf konkrete Formen an – zumindest auf dem Papier. Der Gemeinderat segnete nun nach langer Vorbereitungszeit den Bauantrag für das Haus mit sieben Mietwohnungen ab. Die Miete soll maximal bei zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Wer einziehen darf, wird der Gemeinderat entscheiden.

Iffeldorf – Die Gemeinde Iffeldorf geht unter die Häuslebauer. Genauer gesagt: Sie wird Bauherr eines Mehrfamilienhauses, weil in Iffeldorf Bedarf für Mietwohnungen besteht. Die Absicht besteht schon länger. In seiner April-Sitzung machte der Gemeinderat nun aber einen wichtigen Schritt. Er segnete sowohl die Bebauungsplan-Änderung als auch den Bauantrag ab, beides einstimmig. Klarheit herrscht nun auch über die Förderkonditionen. Mit den Arbeiten soll heuer begonnen werden. Wann genau, ist noch offen. Das neue Haus entsteht, wie berichtet, am Rathausweg in Nachbarschaft des Rathauses.

Die Wohnungen sind für Iffeldorfer, die sich zum Beispiel die hohen Grundstückspreise im Ort nicht leisten können. Es handle sich nicht um sozialen Wohnungsbau, stellte Bürgermeister Hubert Kroiß (CSU) klar. Der Mietpreis pro Quadratmeter soll ihm zufolge maximal zehn Euro betragen. Die Bewerber müssten, ähnlich wie bei einem Einheimischen-Modell, einen Nachweis über Einkommen und Vermögen vorlegen. Wer den Zuschlag erhält, werde der Gemeinderat entscheiden, sagte Kroiß. Planer Benedikt Sunder-Plassmann, der sich auch um das staatliche Förderpaket gekümmert hat, erklärte, dass die Einkommensobergrenze so gestaltet ist, dass – nimmt man die bayerische Bevölkerung als Maßstab – zwei Drittel der Menschen einziehen könnten.

Staatliches Förderprogramm bietet große Chance

Das staatliche Förderprogramm, das Iffeldorf nutzt, bietet laut Sunder-Plassmann Kommunen die große Chance, sich einen Grundstock an Wohnungen zuzulegen und Einfluss auf den Mietpreis zu haben. Tatsächlich ermöglicht das kommunale Wohnraumförderprogramm des Freistaats der Gemeinde Iffeldorf, zu günstigen Konditionen zu bauen. Die Gesamtkosten inklusive Grundstück und Erschließung belaufen sich auf rund 2,64 Millionen Euro. Fast ein Drittel davon, etwa 800 000 Euro, zahlt der Freistaat.

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Außerdem erhält die Gemeinde ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,15 Millionen Euro mit zwanzigjähriger Laufzeit. Die Tilgung des Kredits könne über die Mieteinnahmen vollständig beglichen werden, so Sunder-Plassmann. Er sei in 20 Jahren abbezahlt. Nimmt man nur die reinen Baukosten, die bei knapp zwei Millionen Euro liegen, ist der Bau allein durch Förderung und zinsloses Darlehen gedeckt. Der Aufnahme des zinslosen Darlehens stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

Vergabe an Einheimische 

Das dreistöckigen Mehrfamilienhaus soll im Erdgeschoss zwei kleinere Wohnungen mit 36 Quadratmetern sowie eine große Wohnung mit rund 90 Quadratmetern haben. Im ersten und zweiten Stockwerk sind jeweils eine etwa 90 Quadratmeter große und eine knapp 80 Quadratmeter große Wohnung vorgesehen. Alle sollen Balkon oder Terrasse haben, Nach längerer Debatte beschloss der Gemeinderat zudem mit elf gegen vier Stimmen, für die Heizung eine Wärmepumpe mit Erdsonden – zwei Meter tief im Boden – zu wählen. Die Entscheidung fiel damit gegen eine Pelletheizung. Unstrittig war eine Photovoltaikanlage, die Strom liefern soll – voraussichtlich mehr als benötigt, wie es hieß.

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Geklärt ist laut Sunder-Plassmann die Stellplatzfrage. Demnach kommen sieben Parkplätze aufs Grundstück, ein weiterer wird dem Haus vom benachbarten Besucherparkplatz zugeschlagen. Außerdem soll noch ein Behindertenparkplatz entstehen. Der Bebauungsplan sieht auch ein Nebengebäude für Fahrräder, Lastenräder und Müll vor, das aber, so der Architekt, „nicht größer als eine Doppelgarage“ wird.

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