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Rathaus in Iffeldorf.

Kommunalwahl

Gemeinderatswahl 2020/Iffeldorf: SPD überholt die CSU - das sagen Gewinner und Verlierer

  • vonWolfgang Schörner
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Die Iffeldorfer SPD trotzt dem Trend ihrer Bundespartei. Sie stellt künftig die stärkste Fraktion im Iffeldorfer Gemeinderat. Die CSU muss sich dagegen künftig mit dem zweiten Platz begnügen. PWG und UWÖ gewannen zwar Prozente hinzu, aber nicht genug, um dies in Sitze ummünzen zu können.

Iffeldorf – Bei der Iffeldorfer Gemeinderatswahl vor sechs Jahren lag die CSU (33,3 Prozent) noch hauchdünn vor der SPD (33,2 Prozent), mit 0,1 Prozent beziehungsweise 18 Stimmen, was ihr nach der Auszähl-Arithmetik im Gemeinderat einen Sitz mehr als der SPD bescherte. Nun hat sich das Verhältnis gedreht. Die SPD ließ die CSU um 7,4 Prozent hinter sich. Sie holte 34,3 Prozent, die CSU nur noch 26,9 Prozent.

CSU: Ohne Bürgermeisterkandidat einen Sitz verloren 

Als „bedauerlich“ bezeichnete CSU-Chef Georg Goldhofer das Ergebnis seiner Partei. Man habe sich aber schon im Vorfeld gedacht, „dass es ohne Bürgermeisterkandidat schwierig wird, fünf Sitze zu halten“. Die vier CSU-Mandate werden Georg Goldhofer, Andreas Michl, Christian Wörrle und Wolfgang Theveßen einnehmen, die schon im Gemeinderat sitzen. Michaela Liebhardt, die bislang Fünfte im Bunde, hatte nicht mehr kandidiert. Man habe eigens mit Martina Greiner eine Frau auf Platz 3 der Liste gesetzt, um „frischen Wind“ hinzubringen, so Goldhofer. „Das hat leider nicht geklappt.“

SPD gewinnt Sitz: Vater und Tochter im Gemeinderat

Gute Laune herrscht dagegen bei der SPD. „Sehr erfreulich“ sei das Ergebnis, sagt SPD-Chef Hans-Dieter Necker. Es „zeigt, dass die Arbeit der letzten Jahre honoriert wird“. Er habe nach den schlechten SPD-Ergebnissen auf Landes- und Bundesebene die Parole ausgegeben, dass Wunden lecken nichts nutze und man Themen besetzen müsse. Bei der SPD schafften alle aktuellen Gemeinderatsmitglieder wieder den Sprung ins Gremium. Neu ist Hans-Dieter Necker selbst, der dem Gemeinderat schon von 1984 bis 2010 angehörte. „Für mich ist es überraschend, dass ich sieben Plätze nach vorne gerutscht bin.“ Er hätte sich gewünscht, dass Jüngere hineinkommen. In einem Fall erfüllt sich sein Wunsch: Seine 29-jährige Tochter Julia Necker rückt nach, da Hans Lang zum Bürgermeister gewählt wurde.

PWG kann Ergebnis von 2014 verbessern

Die PWG konnte zwar ihr Ergebnis von 19,2 auf 23.3 Prozent verbessern. Es bleibt aber bei drei Sitzen. Vom bisherigen Trio gehört nur Ria Markoswski dem neuen Gemeinderat an. Christian Gleixner schaffte den Sprung nicht. Er musste Tobias Färber den Vortritt lassen. Neu im Gemeinderat ist auch Markus Degen, der unterlegene Bürgermeisterkandidat. Es sei ein „recht gutes Ergebnis“ sagt er über das Abschneiden der PWG. Man habe gute Arbeit gemacht und gute Visionen und Ziele, so seine Erklärung für den Zugewinn.

Iffeldorfer Ökoliste setzt Trend fort

Steigern konnte sich auch die UWÖ: von 14,3 auf 15,4 Prozent. Für die „Ökoliste“ bleibt es bei zwei Sitzen und den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern Andreas Ludewig und Theresia Köpfer. Er sei sehr zufrieden, dass die UWÖ zulegen konnte, sagt Ludewig.. Dies sei „ein Trend über die letzten 30 Jahre“, jedes Mal habe man dazugewonnen. Sehr zufrieden ist Ludewig auch mit dem eigenen Ergebnis – die drittbeste Stimmenzahl in Iffeldorf.

Testfall: Wer wird stellvertretender Bürgermeister

Auf die Frage nach dem Klima im neuen Gemeinderat, sind alle Befragten optimistisch, dass die Zusammenarbeit gut sein wird. Ein erster Test könnte die Frage sein, wer zweiter oder dritter Bürgermeister wird. CSU-Chef Goldhofer sagt, man werde Interesse für den Vize anmelden. PWG-Chef Degen könnte sich das auch vorstellen. „Natürlich würde ich das gern machen“, sagt er – und verweist darauf, dass Hans Lang 2014 als unterlegener Bürgermeisterkandidat zum Vize gewählt wurde. Ein möglicher Stellvertreter wäre auch Andreas Ludewig von der UWÖ, der aktuell dritter Bürgermeister ist. Die Frage, ob die UWÖ Interesse anmeldet, lässt er offen. Man werde, sagt er, mit den anderen Fraktionen Gespräche führen.

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