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Besonders wertvoll: die Osterseen südlich des Starnberger Sees (oben); rechts unten Iffeldorf. 

Gütesiegel vergeben

Osterseen sind „Nationales Geotop“

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Die Osterseen bei Iffeldorf sind als „Nationales Geotop“ ausgezeichnet worden. Bundesweit tragen nur 77 Naturwunder dieses Gütesiegel.

Iffeldorf –  Das Prädikat hatten die Iffeldorfer schon einmal vor zehn Jahren erhalten. Nun wurde es praktisch erneuert. Allein in Bayern haben 14 Landschaften den Titel „Nationales Geotop“, darunter die Partnachklamm, das Werdenfelser Land, der Meteoritenkrater Nördlinger Ries und das Altmühltal.

„Die ausgezeichneten Geotope sind allesamt Unikate und zeugen von der reichen Erdgeschichte Bayerns“, sagte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf anlässlich der Urkunden-Verleihung am Mittwoch. Geotope seien „zu Stein gewordene Geschichtsbücher“, die einen faszinierenden Blick in längst vergessene Zeiten ermöglichen würden.

So ein Unikat ist nach Ansicht der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien die sogenannte Eiszerfallslandschaft der Osterseen. Die Akademie verleiht das Prädikat. Das Osterseen-Gebiet entstand vor zirka 15.000 Jahren, als die Gletscher der Würm-Eiszeit abschmolzen. Eis, das nicht mehr mit den sich zurückziehenden Gletschern in Verbindung stand, zerfiel in Blöcke, zwischen denen sich Schmelzwasserflüsse ihren Weg bahnten. Als die Blöcke schmolzen, blieben kesselartige Toteislöcher zurück, die sich mit Wasser füllten – die Osterseen. Schotter zwischen und auf den Eisresten bildeten kegelförmige Hügel. Aus Sand entstanden schmale Rücken, genannt „Oser“, wie die Marieninsel im Großen Ostersee. Am Rand der einstigen Gletscher bildeten sich Eisrandterrassen. Im Buch „Faszination Geologie“, das die Akademie vor zehn Jahren herausgab, werden die Osterseen als „einer der am besten erhaltenen Eiszerfallslandschaften Bayerns“ beschrieben. In jedem Fall ist sie die einzige, die das Prädikat „Nationales Geotop“ trägt.

„Keine Überraschung“ war die neuerliche Auszeichnung für den Iffeldorfer Bürgermeister Hubert Kroiß. Schließlich sei die Landschaft in den vergangenen zehn Jahren seit der ersten Auszeichnung unverändert geblieben. Überprüft hatte das der Geologische Dienst des bayerischen Landesamts für Umwelt. Ziel sei es, so Umweltministerin Scharf, die Geotope zu pflegen, im Sinne eines sanften Tourismus in ein Rad- und Wanderwegenetz einzubinden und die Besucher über die darin verborgene Erdgeschichte anschaulich zu informieren. „Sie zu bewahren heißt: unser Naturerbe an spätere Generationen weitergeben“, so Scharf.

Vor zehn Jahren waren die Osterseen sowohl in die Liste der „100 schönsten Geotope Bayerns“ als auch in die Liste der „Nationalen Geotope“ aufgenommen worden. Damals wurde vor Ort eine Tafel enthüllt, die über das seit 1981 bestehende Naturschutzgebiet informiert. Zur Liste der „Nationalen Geotope“ gehören zum Beispiel auch die Insel Helgoland, die Wattenmeerküste an der Nordsee und die Saarschleife bei Mettlach im Saarland.

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