Totales Bahn-Chaos am Montagmorgen: In Bayern fährt fast kein Zug mehr

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Fühlt den Stars auf den Zahn: Michael Leopold (r.) beim Interview mit dem Star von RB Leipzig, Emil Forsberg im Leipziger Zentralstadion.

Er machte seinen Traum wahr 

Von Iffeldorf aus in Europas Top-Stadien: Besuch bei “Sky“-Reporter Michael Leopold 

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Michael Leopold ist als „Sky“-Reporter bei allen wichtigen Fußballereignissen dabei. Seine Liebe zur Heimat ist bei dem gebürtigen Iffeldorfer aber ungebrochen. 

Unterföhring – Im VIP-Raum von Sky läuft Fußball. AS Rom gegen Liverpool, Champions-League-Halbfinale, Rückspiel. Auf der Couch sitzen Ewald Lienen und Karl-Heinz Riedle, essen Papaya-Salat und philosophieren über das Treiben auf dem Platz.

Als Liverpools James Milner einen Ball ins Seitenaus stoppt, klopft Lienen dem Weltmeister von 1990 auf die Schulter. „Ouhh“, stöhnt er. „Das wäre uns früher nicht passiert, mhm?“ Michael Leopold lacht. Der Iffeldorfer moderiert die Sendung des Bezahlsenders, in der er vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit ein Millionenpublikum erreicht. In Richtung des St.-Pauli-Sportdirektors erwidert er: „Ach Ewald, da kann ich mich aber an andere Szenen von euch beiden erinnern.“

Der Sportreporter Michael Leopold.

Michael Leopold erlebt das, wovon viele Fußball-Fans träumen

Seit 19 Jahren arbeitet Leopold, der in Iffeldorf aufgewachsen ist und im Penzberger Gymnasium das Abitur gemacht hat, mittlerweile für „Sky“, beziehungsweise dessen Vorgänger „Premiere“. Als Sportreporter erlebt er das, wovon viele Fußball-Fans träumen: Im Zirkus der Großen, in der Bundesliga und der Champions League, sitzt Leopold in der ersten Reihe – spricht mit den Stars und ist vor Ort, wenn Helden geboren werden. „Das ist schon ein wahnsinniges Privileg“, sagt er.

Besonders das „Finale Dahoam“, in dem der FC Bayern vor heimischer Kulisse den Titel in der Königsklasse in den Schlussminuten verspielte, und das aus Sicht des FCB erfolgreiche Endspiel 2013 im Wembley-Stadion hat er in guter Erinnerung. „Das waren echte Highlights – und ein Stück Fußballgeschichte.“

Leopold verfolgt jede Aktion aufmerksam

Während die Experten im VIP-Raum des Sky-Studios in Unterföhring über das Spiel plaudern und sich an den atemberaubenden Aktionen von Liverpool-Star Mo Salah ergötzen (Lienen: „Wahnsinn, was der schon wieder abzieht“), verfolgt Leopold aufmerksam jede Aktion. Bei wichtigen Szenen, wie einer womöglichen Abseits-Fehlentscheidung gegen die Roma, nimmt er Kontakt mit der Sender-Regie auf. „Kriegen wir das für später aufbereitet?“, fragt er. Beim Mitarbeiter, der für die Datenbank zuständig ist, informiert er sich derweil regelmäßig über Live-Statistiken aus dem Spiel.

Oh, wie ist das schön: Der junge Michael Leopold (2.v.r.) feiert mit seinen Mannschaftskollegen den Aufstieg des TSV Iffeldorf in die Bezirksliga.

Leopold überlässt nichts dem Zufall. Hinter seinen stets locker wirkenden Auftritten vor der Kamera steckt eine Menge Vorbereitung. „Das ist das A und O einer guten Sendung“, betont er. Sein Motto – ganz nach Rudi Carell: „Du kannst ein Ass nur aus dem Ärmel ziehen, wenn du vorher eines hineingesteckt hast.“

Dass Leopold mit dieser Arbeitseinstellung vieles richtig macht, beweist sein Erfolg. Für das Format der „Bundesliga-Konferenz“, in dem zwischen den gleichzeitig stattfindenden Spielen hin- und hergeschaltet wird, hat er als Mann der ersten Stunde sowohl den Deutschen als auch den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen. „Eine schöne Bestätigung“, sagt er.

Soziales Engagement ist „Sky“-Reporter Michael Leopold wichtig

Persönlich wichtiger ist ihm jedoch die Auszeichnung der Bundesliga-Stiftung für sein soziales Engagement. Leopold unterstützt unter anderem die „Nicolaidis Youngwings Stiftung“, die sich für die Trauerbewältigung bei Kindern und Jugendlichen einsetzt, sowie die „Sky-Stiftung“, die junge Menschen über den Sport fit fürs Leben machen will.

In Bezug auf seinen Job ist dem 46-Jährigen Familienvater wichtig, diesen nicht als Ein-Mann-Show wahrzunehmen. „Du darfst niemals denken, dass du der Mittelpunkt der Erde bist.“ Mitarbeiter, Regie, Gäste, Zuschauer – jeder trage seinen Teil zu einer gelungenen Sendung bei. „Gutes Fernsehen zu machen ist Teamsport.“

Eine Aussage, bei der Erik Meijer zustimmend nickt. Der frühere Fußballprofi aus den Niederlanden ist seit drei Jahren für die Spiel-Analysen bei den Champions-League-Übertragungen von Sky zuständig. Dass die gute Stimmung, die Leopold und er vor der Kamera vermitteln, nicht aufgesetzt ist, wird schnell klar. Zur Begrüßung klatschen sich die beiden ab und umarmen sich herzlich. „Mit dem Leo und mir, das passt“, sagt Meijer. Er schätzt besonders, dass Leopold ihm von Beginn an auf Augenhöhe begegnet ist – auch als Meijer noch keinerlei journalistische Erfahrung vorzuweisen hatte. „Da merkt man den Mannschaftssportler in ihm – Leo hat ein großes Herz.“

Michael Leopold (r.) mit Campino, Frontmann der „Toten Hosen“. 

Bis zu seinem Aufstieg in der Medienwelt stand Leopold nicht, wie heute, neben dem Platz, sondern darauf. Für den TSV Iffeldorf lief er als 18-Jähriger in der Bezirksliga auf und erlebte die erfolgreichste Phase seines Heimatvereins. Als Stürmer oder als „Zehner“ hinter den Spitzen sorgte er für Furore. Eine Zeit, an die er gerne zurückdenkt. „Gemeinsam mit den Oswald- und Siegert-Brüdern zu kicken – das war legendär“, sagt er. Seine Augen funkeln dabei. „Den Geruch der Kabine vermisse ich schon ab und zu.“

Schon vor dem Abitur hatte Michael Leopold diesen Berufswunsch

Wohin sein Weg einmal führen sollte, wusste Leopold schon früh. In der Abitur-Zeitung steht bei ihm hinter dem Feld „Berufswunsch“: Sportreporter. Um dieses Ziel zu erreichen, studierte er zunächst Kommunikationswissenschaften an der LMU in München. Eine wilde Zeit, wie er mit einem verschmitzten Lächeln zugibt: „Da bestand mein Leben hauptsächlich aus Feiern, Fußball und Eishockey.“ Über eine Anstellung beim TV-Sender DSF (heute: Sport1) landete er 1999 bei „Sky“-Vorgänger „Premiere“.

Eishackeln auf dem Eitzenberger Weiher: Gemeinsam mit Freunden in der alten Heimat bei Penzberg. 

Wenn Leopold, der inzwischen in München wohnt, seine Eltern in Iffeldorf besucht oder mit seinen Freunden auf dem Eitzenberger Weiher Eishockey spielt, trifft er immer wieder alte Bekannte von früher.

Die Reaktionen fallen dabei in der Regel positiv aus. „Manche freuen sich richtig mit mir und sagen: ,Mensch, super, dass du das machst, was du schon immer wolltest’.“ Wie schön es zuhause ist, merkte Leopold erst wieder im Sommer vergangenen Jahres. Sein Abiturjahrgang traf sich zum 25-jährigen Jubiläum. „Das war überragend“, schwärmt er. „Heimat ist eben doch Heimat.“

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