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Dringend benötigte Medikamente - Iffeldorfer übernehmen Hilfstransport für Ukraine

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Von: Wolfgang Schörner

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In einer Lagerhalle im polnischen Breslau kam - wie viele andere Hilfsgüter - auch der Transport aus Iffeldorf an.
In einer Lagerhalle im polnischen Breslau kam - wie viele andere Hilfsgüter - auch der Transport aus Iffeldorf an. © Wolfgang Döhl

Die Iffeldorfer Nachbarschaftshilfe setzt ihren Kleinbus für die Ukraine-Hilfe ein. Sie transportierte am Wochenende Medikamente von München ins westpolnische Breslau, von wo die Hilfsgüter weiter in die Ukraine gebracht werden. Voraussichtlich war es nicht die letzte Fahrt.

Iffeldorf – Ursprünglich habe man überlegt, an die ukrainische Grenze zu fahren und von dort Kriegsflüchtlinge nach Deutschland zu holen, erzählt Ria Markowski, Vorsitzende der Iffeldorfer Nachbarschaftshilfe. Davon nahm der Verein aber wieder Abstand. Dies werde dort an der Grenze bereits gut koordiniert, sagt sie. Und selbst habe man „nicht ins Ungewisse fahren“ wollen. Stattdessen stellte Ria Markowski mit Hilfe von Stephan Hecht – die Frau eines Sportfreunds ist Ukrainerin – den Kontakt zu einer ukrainischen Kirchengemeinde in München her, um Transporthilfe anzubieten. Was man dort am Samstag dankbar annahm.

Iffeldorfer transportierten Hilfsgüter für ukrainische Kirchengemeinde in München

Auch zwei Fahrer waren schnell gefunden. Am Sonntag startete der Iffeldorfer Wolfgang Döhl mit dem vollgetankten Bürgerbus zuerst nach München zur Sammelstelle der Kirchengemeinde, wo das Fahrzeug „bis unters Dach“ mit Hilfsgütern beladen wurde. Dabei habe es sich um Medizin und hygienische Produkte für Krankenhäuser gehandelt, so Ria Markowski. Es sei alles super organisiert gewesen, ließ Wolfgang Döhl ausrichten.

Von München ging es dann nach Deggendorf, wo Laszlo Rattmann zustieg, ein Ungar, der früher in Iffeldorf wohnte. Von dort fuhren die zwei Helfer ins rund 700 Kilometer entfernte Breslau. In der polnischen Stadt lieferten sie die Pakete in einer Lagerhalle ab, bei der viele Transporte eintrafen. Von dort bringen andere Helfer die Hilfsgüter in die Ukraine.

Fahrzeugkolonnen nach Osten, ukrainische Pkw nach Westen

Am Montag waren die beiden Iffeldorfer Helfer wieder zurück in Bayern. Es habe alles gut geklappt, so Wolfgang Döhl. Auffallend waren ihm zufolge die langen Fahrzeugkolonnen in Richtung Osten, wohl Hilfstransporte. Selbst aus Frankreich kamen sie. In der Gegenrichtung sahen sie zudem viele Ukrainer in eigenen vollgepackten Autos.

Bei Bedarf will Nachbarschaftshilfe weitere Transporte übernehmen

Laut Ria Markowski kann die Nachbarschaftshilfe für die Kirchengemeinde in München bei Bedarf weitere Fahrten übernehmen. Womöglich wird das schon nächstes Wochenende sein. Es habe sich auch ein weiterer Fahrer gemeldet. „Es ist viel Hilfsbereitschaft da“, sagt sie. Der Verein habe sogar eine 100-Euro-Spende für eine Tankfüllung erhalten. Sollte die Kirchengemeinde darum bitten, könnten sich die Iffeldorfer auch vorstellen, mit dem Bus, einem Neun-Sitzer, bei der Rückfahrt ebenso Kriegsflüchtlinge mitzunehmen.

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