Eine Premiere war die Bürgerversammlung für Hans Lang.
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Eine Premiere war die Bürgerversammlung für Hans Lang: Es war seine erste als erster Bürgermeister.

Bürgerversammlung

Iffeldorf erstmals über 3000er-Marke - so sieht der Ausblick auf die Zukunft aus

  • VonWolfgang Schörner
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Iffeldorf hat in seiner Geschichte erstmals mehr als 3000 Einwohner, zählt man die Zweitwohnsitze mit. Die Zahl nannte Bürgermeister Hans Lang (SPD) am Freitagabend in der Bürgerversammlung. Dort gab er auch einen Ausblick auf die Zukunft.

Iffeldorf – Nach zweijähriger coronabedingter Pause gab es am Freitagabend erstmals wieder eine Bürgerversammlung in Iffeldorf. Für Hans Lang war es eine Premiere als erster Bürgermeister. Knapp über 50 Zuhörer waren gekommen, um seinen Bericht der vergangenen beiden Jahre und seinen Ausblick zu hören. Eine Zahl nannte er gleich zu Anfang: Iffeldorf habe erstmals über 3000 Einwohner inklusive Zweitwohnsitze: 2759 Personen mit Hauptwohnsitz und 250 mit Nebenwohnsitz.

Lang teilte mit, dass derzeit das Iffeldorfer Baulandmodell angepasst werde. Wie berichtet, gab es dazu schon Beratungen im Gemeinderat. Die Gemeinde will sich mehr Bauland als bisher für Familien oder seniorengerechtes Wohnen sichern, wenn Privatgrundstücke zu Bauland werden. Lang sagte, dass der Bodenrichtwert für Bauland in Iffeldorf innerhalb von sieben Jahren von 390 auf 1000 Euro gestiegen sei. Da müsse man reagieren, so Lang.

Baulandmodell soll erstmals bei „Faltergatter II“ greifen

Erstmals greifen könnte das neue Baulandmodell ihm zufolge südlich des Wohngebiets Faltergatter. Lang kündigte an, dass man in nächster Zeit einen Bebauungsplan „Faltergatter II“ in Angriff nehmen wolle. Überlegungen dazu hatte es zuletzt im März 2019 gegeben. Laut Lang gab es allerdings 140 Unterschriften gegen einen neuen Bebauungsplan wegen der sehr hohen Grundwasserstände. Er sprach in dem Zusammenhang von einem neuen Gutachten, dass auf Alpenstraße, Benediktenwandstraße, Herzogstandstraße und andere Straßen ausgedehnt werden könnte. Dies müsse aber der Gemeinderat entscheiden.

Lang kündigte auch an, dass die Gemeinde in ein Starkregen-Management einsteigen wolle. „Auch wir haben Probleme mit Hochwasser“, sagte er und zeigte Bilder aus diesem Sommer von überfluteten Straßen, zum Beispiel Hofmark und Faltergatter. Die Fachleute seien sich einig, dass die Starkregenereignisse stärker werden, so der Bürgermeister.

Radweg-Pläne zwischen Iffeldorf und Seeshaupt

Laut Lang wurde zudem mit dem Staatlichen Bauamt über einen Radweg gesprochen, der Iffeldorf und Seeshaupt verbinden soll. Von Iffeldorfer Seite sei die Verbindung ab Torfwerk schwierig. Das Staatliche Bauamt habe jedenfalls nicht abgewunken. Man könne nun mit ersten Überlegungen beginnen. Fertig ist, wie berichtet, der Radweg nach Antdorf – bis auf eine Lücke. Lang antwortete auf eine Frage von Christian Gleixner, dass diese im Frühjahr 2022 geschlossen werden soll, wenn die dortigen Zauneidechsen umgesiedelt sind. Ein Konzept für die Hofmark wird ihm zufolge demnächst Thema im Gemeinderat sein. Man habe in der Hofmark viel rollenden und parkenden Verkehr, die Schule und das Gemeindezentrum. „Es ist unser Wohnzimmer“, so Lang. „Aber Radler haben ganz schlechte Karten“. Er habe deshalb mit einem Planungsbüro Kontakt aufgenommen.

2022 werden Abwasser- und Trinkwassergebühren neu kalkuliert

Der Bürgermeister teilte auch mit, dass 2022 eine Neukalkulation der Abwasser- und Trinkwassergebühren bevorsteht – dies geschieht alle vier Jahre. Zahlen zu den Parkgebühren auf den Gemeinde-Wanderparkplätzen, die heuer erhöht wurden, nannte Kämmerer Stefan Jocher. So stiegen die Einnahmen von rund 100 000 Euro (2020) auf rund 125 000 Euro (2021). Jocher sprach auch davon, dass die Gemeinde heuer voraussichtlich 1,9 Millionen Euro Gewerbesteuer einnimmt, anstatt des konservativ gerechneten Ansatzes von 1,35 Millionen Euro im Haushalt. Iffeldorf, so Jocher, sei die fünftfinanzstärkste Gemeinde im Landkreis. Bayernweit gehöre sie zu den zehn Prozent der finanzstärksten Gemeinden.

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