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Eine Baustelle ist jetzt der Bahnübergang bei Untereurach.  

Baubeginn in Untereurach

Iffeldorf: Für 780 000 Euro neuen Bahnübergang

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In Iffeldorf-Untereurach hat die Bahn hat mit dem Umbau des Bahnübergangs begonnen. Mitte November soll alles fertig sein. Schwieriger gestaltet es sich aber an zwei anderen Übergängen.

Iffeldorf – „17,9“ ist der Bahn eine Menge Geld wert. Rund 780 000 Euro, um es genauer zu sagen. 17,9“ steht konzernintern für die Kilometerlage des Bahnübergangs „Heuwinkl“ in Iffeldorf-Untereurach auf der Kochelseestrecke – dieser wird von der Bahn für diese Summe umgebaut und modernisiert. Die Investition bestätigt Nicole Kumpfmüller-Böhm, Leiterin der Anlagenplanung für die Regionalnetze Süd bei der DB Netz, der Heimatzeitung. Damit nennt die in Nürnberg sitzende Bahntochter erstmals eine Summe. Die Gemeinde Iffeldorf beteiligt sich mit Straßenarbeiten mit Kosten von bis zu 18 000 Euro.

Seit 30. Juli ruht der Zugverkehr auf der gesamten Kochelseestrecke. Bis 10. August verkehren Ersatzbusse zwischen Tutzing, Penzberg und Kochel. Mit den Arbeiten in Iffeldorf ist es seit dem gestrigen Montag Ernst geworden. Wie berichtet, wird deshalb die Staatsstraße 2038 bis Freitag komplett gesperrt, der Verkehr wird über die Staltacher Straße umgeleitet. Damit endet eine monatelange Hängepartie. Bereits in der Bürgerversammlung im März 2017 hatte das Unternehmen über seine Pläne berichtet. Doch dann hatte die Bahn Probleme, bei der ersten Ausschreibung eine passende Firma zu finden. In einer zweiten Submission habe man erfreulicherweise einen Anbieter aufgetan, „der das komplett macht“, sagt Kumpfmüller-Böhm. In Untereurach gibt es neue Technik, der Fußweg wird verbreitert und in Richtung Wohngebiet am Faltergatter ein eigener Passanten-Übergang über die Gleise geschaffen. Die Schranken für den Straßenverkehr bleiben, allerdings wird aus Sicherheitsgründen das traditionelle rote Licht am Andreaskreuz durch eine gelb-rote Ampel ersetzt. Nach Angaben der Bauleiterin sollen die Arbeiten bis zum Jahresende dauern, die Bauabnahme ist für 13. November geplant. Bereits am 11. November soll zwar die neue digitale Stellwerktechnik von Weilheim aus starten, was aber in Untereurach kein Problem sei, teilt ein Bahnsprecher mit. Der Übergang könne autark vom Weilheimer Stellwerk laufen – denn die Züge schalten eigenständig die Sicherungstechnik ein und aus, so der Sprecher.

Schwieriger gestaltet sich dagegen der Umbau der Übergänge „Lauterbacher Mühle“ in Iffeldorf und „Posten 10“ in Penzberg. Dort hat die Bahn europaweit noch keine Firmen für die Tiefbauleistungen gefunden, weshalb sich das Projekt bis in das Frühjahr 2019 verzögert. Start soll jetzt im April sein. „Wir haben zwei mal ausgeschrieben“, sagt Bauherrin Nicole Kumpfmüller-Böhm. „Aber kommunal wird zu viel gebaut.“ Derzeit läuft eine dritte Submission. Beide Übergänge werden in einem Paket vergeben. Aus diesem Grund nennt die Bahn auch keine Zahlen zu den Investitionen.

Klar ist jedoch, dass die beiden Übergänge, die derzeit lediglich durch Blinklichter gesichert sind, mit Halbschranken und Lichtzeichen ausgerüstet werden. Am 7. Mai wurde es an der Lauterbacher Mühle ein Auto von einem Zug erfasst, zwei Frauen starben. Die Nachrüstung stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Vorfall, betont ein Bahnsprecher. Das Umbauprojekt sei bereits im Jahr 2015 gestartet worden.

Die Bahn investiert nach eigener Aussage in die Technik auf der Kochelseestrecke, die über das neue Stellwerk in Weilheim gesteuert wird, mehr als 20 Millionen Euro. Die nun anstehenden Arbeiten sollen laut Bauleiterin Nicole Kumpfmüller-Böhm „so wenig wie möglich“ nachts erledigt werden. „Das gelingt aber nicht immer.“

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