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Ortsschilder versetzen - das wäre nach Auffassung der Initiative die eleganteste Lösung.

Tempo 60 an Staatsstraße: Iffeldorfer Initiative will Landtag einschalten

  • vonWolfgang Schörner
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Die Bürgerinitiative aus Untereurach ist mit einem weiteren Versuch gescheitert, Tempo 60 auf der Staatsstraße außerhalb der Ortsschilder durchzusetzen. Von der Landrätin erhielten die Iffeldorfer ein freundliches, aber bestimmtes „Nein“. Die Initiative will trotzdem nicht aufgeben. Sie überlegt, es mit einer Petition an den Landtag zu probieren.

Iffeldorf – Es schwingt ein Stück Frust mit, wenn Hans-Dieter Necker sagt: „Es ist eine zähe Angelegenheit seit viereinhalb Jahren.“ So lange schon versuchen er und seine Mitstreiter Johannes Wagner und Gerhard Kerfers, die drei Köpfe der Initiative, Tempo 60 auf der Staatsstraße Penzberg-Seeshaupt bei Untereurach durchzusetzen. Es geht dabei um die Strecke zwischen der Autobahnabfahrt und dem Iffeldorfer Gewerbegebiet, beidseits des kurzen innerörtlichen Abschnitts. Als eleganteste Variante favorisieren sie, das Untereuracher Ortsschild zum Gewerbegebiet zu versetzen und dann Tempo 60 zuzulassen. Dafür hatte die Initiative vor eineinhalb Jahren 790 Unterschriften gesammelt.

Bisher nur ein Teilerfolg: Tempo 70 seit einem Jahr

Nur ein Teilerfolg war ihr vergönnt: Seit einem Jahr gilt wenigstens Tempo 70 in beiden Richtungen zwischen Gewerbegebiet und Ortsschild. Ein Limit, das laut Necker aber oft nicht eingehalten wird. Deshalb bat er vor kurzem Bürgermeister Hans Lang, bei der Polizei wegen Kontrollen nachzufragen. „Motorradfahrer und Autofahrer kriegen das schnell mit, wenn nicht kontrolliert wird.“ Und dann, so Necker, bekommen die Anwohner jenseits der Bahngleise den Lärm voll mit.

Jüngster Versuch mit Schreiben an Landrätin: „Natürlich wieder negativ“

Der jüngste Versuch, Tempo 60 durchzusetzen, war ein Schreiben an Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Im Mai kam die Antwort. „Natürlich wieder negativ“, sagt Hans-Dieter Necker. „Ich habe das Gefühl, dass man uns am ausgestreckten Arm verhungern lassen will. Aber da kennen sie mich nicht.“ Die Möglichkeiten über das Landratsamt seien jetzt ausgeschöpft, glaubt er. Die Initiative überlegt ihm zufolge nun, es mit einer Petition an den Landtag zu versuchen. Rat will er auch bei Bezirkstagsmitglied Michael Asam Rat einholen. Das Staatliche Bauamt, sagt er, sei für die Staatsstraßen in vier Landkreisen zuständig, aber in jedem Landkreis gebe es andere Regeln.

Die Landrätin hatte in ihrem Schreiben an die Initiative die bisher bekannten Ablehnungsgründe wiederholt: dass die Lärmwerte nicht erreicht würden, keine geschlossene Bebauung vorhanden sei, der Seeshaupter Fall mit Iffeldorf nicht vergleichbar wäre, da es um einen Unfallschwerpunkt gegangen sei, und die Auswertung der Unfälle ein Tempolimit aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht rechtfertigt.

Initiative aus Untereurach übt Kritik in Antwortbrief

Auch wenn die Initiative die Möglichkeiten über das Landratsamt ausgeschöpft sieht. Ohne Widerspruch wollte sie die Argumentation der Landrätin nicht hinnehmen. In einem Antwortschreiben diese Woche kritisieren Necker, Wagner und Kerfers, ihr Anliegen sei „allem Anschein nach nicht wirklich erneut geprüft“ worden. Sie werfen Jochner-Weiß vor, eine drei Jahre alte Stellungnahme des Verkehrsministeriums zu zitieren, die Veränderungen nicht berücksichtigt, und sich auf eine fehlerhafte Schallberechnung von 2017 zu stützen. Das Trio führt ins Feld, dass der Verkehr erheblich zugenommen habe, andere Lärmquellen nicht in die Schallberechnung eingeflossen seien und zwei Drittel der Unfälle durch ein reduziertes Tempo nicht passiert wären. Es verteidigt zudem den Vergleich mit Seeshaupt. Dort sei eine Versetzung von Ortsschildern 2003 mit dem „Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“ begründet worden. In Seeshaupt, so das Trio, sei es um vier Wohnhäuser gegangen, in Iffeldorf gehe es um circa 20.

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