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Zahlreiche Feuerwehren, die Polizei und Hundestaffeln waren im Einsatz.

Demenzkranker wurde gesucht

Glückliches Ende einer dramatischen Vermisstensuche: „Das war mein letztes Schwammerlsuchen“

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Ein Mann aus München wurde in Iffeldorf vermisst. Der 82-Jährige irrte womöglich hilflos umher - die Polizei bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche. Die riesige Suchaktion mit vielen Freiwilligen nahm ein gutes Ende.

Update 16. August, 9.45 Uhr: Die Polizeiinspektion Penzberg hat nun genau berichtet, wie die Suche nach dem Vermissten ablief und ein glückliches Ende fand. Am Donnerstag gegen 15.30 Uhr hatte eine Münchnerin ihren 82-jährigen Ehemann bei der Polizei Penzberg als vermisst gemeldet. Ihr Mann verließ gegen 10 Uhr den Campingplatz am Fohnsee in Iffeldorf, dort ist das Ehepaar als Dauercamper fest etabliert, und wollte mit seinem Hund, einem Jack Russel Terrier, Gassigehen. Dabei wollte er auch gelegentlich nach „Schwammerl“ suchen, da die Zeit günstig erschien. Ist er doch leidenschaftlicher Pilzsammler.

Nachdem dieser jedoch nach über fünf Stunden nicht zurückkehrte, verständigte die Ehefrau die Polizei. Die eintreffende Streife der Polizei Penzberg nahm vor Ort den Sachverhalt auf und konnte die aufgebrachte Ehefrau beruhigen. Sie gab den Beamten gegenüber an, dass ihr Ehemann an Demenz leidet und sich sicherlich verlaufen hat.

Vermisstensuche in Iffeldorf: Zahlreiche Hinweise von Bürgern 

Sofort wurden Suchmaßnahmen vor Ort durch unterstützende Polizeikräfte eingeleitet. Der Mann konnte allerdings nicht gefunden werden. Schnell entschloss man sich dazu, die Suche mit Unterstützung der Iffeldorfer Feuerwehr auf das Gebiet der Osterseen auszuweiten. Im Feuerwehrhaus Iffeldorf wurde ein Führungsstab eingerichtet. Eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Vermissten mittels Radio und Internet erfolgte.

Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Nachdem gegen 17 Uhr ein Hinweis eines Bürgers einging, dass sich der Gesuchte gegen 12.30 Uhr am Moosweg in Iffeldorf befand und dieser wohl auf den Weg in Richtung Sanimoor oder Schechen befand, wurden die Suchmaßnahmen ausgeweitet. Es wurde schnell klar, dass sich der Vermisste aufgrund seiner Demenzerkrankung und der fortgeschrittenen Stunde bereits sehr weit nördlich der Osterseen befinden könnte. Ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz.

Vermisstensuche in Iffeldorf: Dutzende Ehrenamtliche am Feiertag im Einsatz

Dieser suchte die freiliegenden Gebiete bis zum Starnberger See ab. Ein Feuerwehrboot bestreifte die Uferbereiche der Osterseen. Eine Rettungshundestaffel des Landkreises Weilheim-Schongau, sowie mehrere Man-Trailer-Hunde des Bayerischen Roten Kreuzes, der DLRG Rettungshundestaffel Starnberg und auch der Polizei wurden verständigt.

Nun war Manpower gefragt, um den Vermissten vor Einbruch der Dunkelheit zu finden. Die Suche wurde auf die angrenzenden nördlichen Gemeinden ausgedehnt. Der Führungsstab beschloss, dass die Feuerwehren Penzberg, Seeshaupt, Beuerberg und St. Heinrich, nachalarmiert werden mussten. Nach kurzer Einweisung der für die betreffenden Feuerwehren zuständigen Kommandanten übernahmen diese ihre Suchbereiche.

Vermisstensuche in Iffeldorf: Der Druck stieg, als die Dunkelheit näherrückte

Mit Druck wurde nach dem 82-jährigen gesucht und es sollte Erfolg versprechen. Gegen 19.30 Uhr meldete die Feuerwehr Seeshaupt, dass sie den Vermissten in der St.-Heinricher-Straße, Seeshaupt, aufgefunden hatten. Dieser ist wohlbehalten und erfreut sich bester Gesundheit. Jedoch hatte er keine Ahnung, wo er war. Der Hund war auch dabei und wich bis zum Schluss nicht von der Seite seines Herrchens. Mitglieder der Rettungshundestaffel kümmerten sich um den Terrier.

Vermisstensuche in Iffeldorf: 82-Jährigen wohlbehalten der glücklichen Ehefrau übergeben

Schließlich konnte der Ehemann nach kurzer medizinischer Untersuchung durch Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes wieder in die Obhut der Ehefrau gegeben werden. Diese bedankte sich bei den eingesetzten Kräften, insbesondere bei den Feuerwehren und Rettungshundestaffeln. Ist es doch den vielen hochmotivierten ehrenamtlichen Kräften zu verdanken, diese tauschten die Hälfte des Feiertags gegen die Suchaktion ein, dass der Vermisste rechtzeitig aufgefunden wurde.

Der 82-jährige verabschiedete sich von den Polizeibeamten mit den Worten: „ Das war mein letztes „Schwammerlsuchen“, ich hab die Schnauze voll!“ und lächelte dabei.

Update 20.45 Uhr: Der Vermisste wurde mittlerweile aufgefunden - offiziellen Angaben zufolge haben Helfer der Freiwilligen Feuerwehr den 82-Jährigen in Seeshaupt aufgefunden. Die Polizei hat die Öffentlichkeitsfahndung eingestellt.

Erstmeldung: Münchner im Landkreis Weilheim vermisst

Iffeldorf - Die Polizei sucht im Landkreis Weilheim-Schongau nach einem vermissten Mann aus München: Der 82-jährige hat sich nach Angaben der Polizei Penzberg am Donnerstagvormittag mit seinem Hund vom Iffeldorfer Campingplatz zu einem Spaziergang auf den Weg gemacht und ist bislang nicht wieder zurückgekehrt. Am Nachmittag alarmierte seine Ehefrau die Polizei. Das Paar weilte auf einem Dauerstellplatz auf dem Camping-Areal.

Der Vermisste leidet an Demenz. Grundsätzlich finde er sich zurecht, habe jedoch Probleme mit Orientierung und Urteilsvermögen; möglicherweise irre er hilflos umher, heißt es in dem Fahndungsaufruf der Polizei. Die Bürger werden um Mithilfe gebeten - wer den Gesuchten sieht, soll sich unter der Telefonnummer 08856-92570 an die Dienststelle Penzberg oder an den Notruf 110 wenden.

Polizei sucht demenzkranken Münchner in Iffeldorf - Beschreibung des Vermissten:

Auch ein Foto haben die Behörden veröffentlicht. Die Beschreibung des Gesuchten: Ca. 175 cm groß, normale bis leicht kräftige Figur, graue bis weiße Haare. Er ist mit einer Jeans und einer schwarzen Jacke, mit weißen Streifen an den Ärmeln, bekleidet.

Bei sich hat der Vermisste vermutlich seinen Hund, einen Jack-Russell-Terrier.

In München laufen unterdessen weiter die Ermittlungen im Fall einer vermissten 41-Jährigen und ihrer Tochter.

mm/tz

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