Iffeldorfer Meisterkonzert im Februar 2020: Munich Opera Horns.
+
Iffeldorfer Meisterkonzert im Februar 2020: Munich Opera Horns.

Intendantin beantragt Pilotprojekt

Iffeldorfer Meisterkonzerte trotz Pandemie - können Berliner Philharmoniker als Vorbild dienen?

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
    schließen

Die Berliner Philharmoniker haben es vorgemacht und am vergangenen Samstag ihr erstes Live-Konzert seit Monaten gegeben – ein Pilotprojekt inmitten der Corona-Pandemie, das auch an den Iffeldorfer Osterseen genau verfolgt wurde. Hier will man das Projekt aus Berlin nun nachahmen.

Iffeldorf – Es war ein denkwürdiger Abend: Im Rahmen eines Pilotprojekts gaben die Berliner Philharmoniker am Samstagabend ihr erstes Live Konzert seit langer Zeit. Für diesen oft schmerzlich vermissten Kulturgenuss ließen sich die erlaubten 1000 Zuhörer im Vorfeld des Konzerts auf das Corona-Virus testen – einige vor Ort im Kammermusiksaal der Philharmonie von medizinischem Fachpersonal, andere in verschiedenen Test-Stationen in der Stadt. Nach rund 20 Minuten hatten sie alle ihr negatives Testergebnis auf dem Smartphone – und durften unter strengen Hygienemaßnahmen dem Konzert beiwohnen.

Meisterkonzerte: Können die Berliner Philharmoniker ein Vorbild sein?

An den Osterseen hat Andrea Fessmann, Intendantin der Iffeldorfer Meisterkonzerte, dieses Pilotprojekt genauestens verfolgt. Begeistert von seinem Erfolg hat sie nun einen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und an Kunstminister Bernd Sibler geschrieben. Sie möchte das Pilotprojekt von der Spree an den Iffeldorfer Osterseen wiederholen, denn: „Dass muss doch bei uns auch gehen.“ Doch dafür braucht sie die Genehmigung der Staatsregierung.

Andrea Fessmann schreibt an Staatsregierung: Pilotprojekt an Osterseen

In der E-mail, die unserer Redaktion vorliegt, weist Fessmann auf das Berliner Pilotprojekt hin sowie auf die „Corona-Modell-Stadt“ Tübingen. Beides zeige „mögliche Wege, wie Kultur, Gastronomie und das soziale Leben wieder möglich gemacht werden könnte“. Auch in Iffeldorf, so schreibt Fessmann, wäre in Absprache mit dem Iffeldorfer Bürgermeister Hans Lang ein solches kulturelles Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit den Behörden, ortsansässigen Medizinern, dem BRK und freiwilligen Helfern denkbar und würde unterstützt werden. Ihre Idee wäre, das Iffeldorfer Meisterkonzert am 17. April als „Kultur-Pilotprojekt Oberbayern“ zu starten. „Dabei würden wir alle Besucher und Musiker im Vorfeld per Schnelltest testen“, erläutert Fessmann – vor Ort ebenso wie in Arztpraxen. Ein Zugang in den Konzertsaal solle nur mit negativem Test möglich sein. Zur Nachverfolgbarkeit könnten zudem die Mailadressen der Besucher kurzzeitig gespeichert werden. Und natürlich gäbe es ein detailliertes Hygienekonzept. Jeweils 120 Besucher sollen für die beiden geplanten Konzerte im Gemeindezentrum zulässig sein. Die Unterstützung des Iffeldorfer Bürgermeisters sei ihr schon sicher, sagt Fessmann. Ebenso die der beteiligten Künstler. Und Helfer für die Organisation und Durchführung habe sie genug. Ob sich der Aufwand finanziell lohnen werde, sei nebensächlich. Geld dürfe jetzt keine Rolle spielen, findet Fessmann. Je nachdem, wann eine Antwort aus der Staatskanzlei bei ihr eingehe, will sie das Konzert auch noch ganz kurzfristig auf die Beine stellen.

Die Pressestelle der Staatskanzlei bestätigte am gestrigen Dienstag auf Anfrage den Erhalt von Fessmanns E-Mail. Das Anliegen werde derzeit geprüft. Näher wollte man sich dazu nicht äußern.

Lesen Sie auch: „Click & Meet“: Forderung aus Penzberg hat Erfolg: Ab 12. April gelten neue Inzidenzgrenzen für die Ladenöffnungen

Und: Neue Wege für Penzbergs Verkehr - wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare