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Großes Aufgebot im Gemeindezentrum: Der „KlangKunst“-Chor und „Munich Baroque“ um Andrea Fessmann.

Konzert in Iffeldorf  

Ein „KlangKunst“-Fest mit Telemann

Der „KlangKunst“-Chor feierte sein 15-Jähriges und den 250. Todestag  des Komponisten Telemann. Das Ergebnis war  ein Konzert, das begeisterte.

Iffeldorf Obwohl es einen Anlass zum Feiern gab, nämlich das 15-jährige Bestehen des „KlangKunst“-Chors in Iffeldorf, stand beim Konzert am Sonntagnachmittag im Gemeindezentrum auch Trauermusik auf dem Programm: die „Kanarienvogel-Kantate“, verfasst, um den gewaltsamen Tod eines Kanarienvogels durch eine Katze zu betrauern. Geschrieben hat dieses Stück kein Geringerer als Georg Philipp Telemann. Aus Anlass seines 250. Todestages erinnert man sich in diesem Jahr an den Barockkomponisten, der aus heutiger Sicht etwas im Schatten von Bach und Händel steht.

Es war eine schöne Entscheidung, ihn zum Jubiläum auf das Programm zu setzen. Es zeigt eindrucksvoll, was der Chor und der Verein „KlangKunst im Pfaffenwinkel“, der seit zehn Jahren besteht, zusammen mit Chorleiterin Andreas Fessmann für die Musikkultur in der Region leisten. An viele hochkarätige Aufführungen erinnert eine Broschüre, die zum Jubiläum gedruckt wurde, und auch in diesem Konzert wurde deutlich, wie die Sängerinnen und Sänger um Fessmann in der Musik aufgehen. Dazu kommt ein begeisterungsfähiges Publikum: Schon nach dem ersten Teil, den vier Solokantaten „Die Tageszeiten“, waren erste Bravorufe im Saal zu hören.

Leider sei Telemann heute ein etwas unterschätzter Komponist, sagte Andrea Fessmann zu Beginn des Konzerts. „Ich hoffe, dass wir ihn wieder etwas ins Licht rücken können.“ Und wirklich waren die Werke – als drittes Stück wurde ein Magnificat für Soli, Chor und Orchester gespielt – herrliche Beispiele für die Vielfalt barocker Musik. Das Ensemble „Munich Baroque“ spielte dazu auf Originalklang-Instrumenten. Das bot einen höchst lebendigen, teils betörenden Klang – nicht so voll, aber auch nicht so scharf, wie es auf modernen Instrumenten klingt. Dass es besonderes Geschick braucht, beispielsweise die Trompetenpartien auf Barock-Instrumenten zu spielen, und dass die Darmsaiten der Streicher sich leicht verstimmen, ließ die Bewunderung für das Ensemble noch wachsen.

Meist gelang es dem gut besetzten Chor, sich dem leiseren Klang des Orchesters anzupassen. Aber manchmal wollten die Sängerinnen und Sänger ihrer Freude auch einfach freien Lauf lassen. Da wurde es dann für die relativ kleine Streicherbesetzung allerdings schwierig, sich durchzusetzen. Ebenso, wenn die Pauken und Trompeten hinzukamen. Eine besonders gute Hand hatte „KlangKunst“ bei der Auswahl der Solisten für dieses Konzert. Sie begeisterten in ihren Rezitativen und Arien vorbehaltlos. Judith Spiesser (Sopran) und Martina Gmeinder (Alt) sangen mit schlichter Schönheit, ausdrucksvoll aber nicht künstlich. Auch Markus Zapp (Tenor) und Andreas Burkhart (Bariton) überzeugten, ebenso wie Eric Fergusson (Bass), dessen Gesang besonders gut mit dem Spiel des Barock-Ensembles harmonierte.

Mit den drei unterschiedlichen Werken bot dieses Konzert einen schönen Einblick in das Schaffen Telemanns, verdeutlichte aber auch die vielfältigen Interessen des Chors. Ein rundum gelungenes Festkonzert.

Nächstes Konzert

des „KlangKunst“-Chors ist die neuerliche Aufführung des „Weihnachtsoratorium in Jazz“ (Johann Sebastian Bach/Stephan König) im Herkulessaal München am Dienstag, 9. Januar 2018, 20 Uhr. Info: www.klangkunst-im-pfaffenwinkel.de. Auf der Homepage beginnt demnächst der Online-Vorverkauf.

Heribert Riesenhuber

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