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Am Übergang Lauterbacher Mühle ist ein Bahn-Mitarbeiter derzeit für das Schließen und Öffnen der Schranken abgestellt. Schutz vor dem Wetter findet er nur in einem Auto (re.) – oder im eigens für ihn aufgestellten „Dixi“-Klo.

Keine Firma gefunden

Langes Warten am Bahnübergang

Geduld mitbringen müssen Autofahrer derzeit an zwei Bahnübergängen zwischen Penzberg und Seeshaupt. Hier werden die Schranken derzeit per Hand geöffnet und geschlossen. Erst ab April soll sich das ändern.

Penzberg/ IffeldorfBereits im November vergangenen Jahres hat die Deutsche Bahn entlang der Strecke der Kochelseebahn ein neues, so genanntes elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen, wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage schriftlich mitteilt. Zuvor habe ein Fahrdienstleiter an der Strecke die Schranken gestellt. Doch mit dem Umbau sei der Fahrdienstleiter abgezogen worden.

„Die Strecke wird jetzt vom Stellwerk in Weilheim aus elektronisch per Mausklick gestellt“, erläutert der Bahnsprecher. Allerdings gibt es entlang der Strecke zwischen Kochel und Tutzing zwei schwarze Flecken – beziehungsweise Übergänge – an denen das mit dem Mausklick nicht funktioniert: den an der Lauterbacher Mühle kurz vor Seeshaupt sowie der – laut Bahnsprecher – „winzig kleinen Bahnübergang“ zwischen Penzberg und Iffeldorf – den so genannte „Posten 10“. Beide Übergänge hätten eigentlich, wie die übrigen auch, vor der Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks durch eine Fachfirma an die neue Technik angeschlossen werden sollen. „Aber wir haben keine Firma gefunden“, so der Bahnsprecher. Den ehemaligen Fahrdienstleiter zumindest übergangsweise weiter einzusetzen, sei nicht möglich. Und die Umrüstung zu verschieben, bis eine entsprechende Firma gefunden ist, sei nicht in Frage gekommen, betont der Sprecher und verweist auf die lange Vorlaufzeit, die mit dem Projekt einhergegangen sei. Deshalb würden beide noch nicht angeschlossenen Übergängen derzeit von Schrankenwärtern gesichert. Vorübergehend. Dabei „schließen und öffnen von der Bahn beauftragte Mitarbeiter im Schichtdienst vor Ort die Halbschranken, wenn ein Zug den Bahnübergang passiert“.

Wie viele Mitarbeiter dafür vor Ort abgestellt sind, konnte der Sprecher auf Nachfrage nicht sagen. In jedem Fall seien sie täglich so lange im Dienst wie Züge fahren. Also on frühmorgens bis spätnachts, sieben Tage die Woche. Kommt gerade kein Zug, können sie in ihren Fahrzeugen Platz nehmen, die sie neben dem Übergang geparkt haben. Hier warten sie auf den Anruf vom Stellwerk, dass die Züge bereit sind, sich auf den Weg zu machen. Dann steigen sie aus und schließen mit einer Schlüsselumdrehung die Schranken. Interviewt werden dürfen die Mitarbeiter laut dem Bahnsprecher übrigens nicht.

Für die Verkehrsteilnehmer, die die Bahnübergänge queren wollen – also etwa Besucher oder Personal der Privatklinik Lauterbacher Mühle – bedeutet die derzeitige Situation längere Wartezeiten, denn: „Laut Regelwerk sind die Schranken zu schließen, wenn der herannahende Zug die benachbarten Bahnhöfe verlässt“, so der Bahnsprecher. Im Falle des Übergangs an der Lauterbacher Mühle sind das die Bahnhöfe in Iffeldorf und Seeshaupt. Mehrere Minuten länger als früher blieben hier die Schranken derzeit geschlossen.

„Ab April soll am Bahnübergang Lauterbacher Mühle eine neue elektronisch gesteuerte Bahnübergang-Sicherungsanlage mit Halbschranken gebaut werden“, so der Sprecher. Mittlerweile habe man eine Firma dafür gefunden. Dadurch würden sich dann auch die Schließzeiten der Schranken wieder verkürzen.
VON FRANZISKA SELIGER

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