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So sind die Grundstücke im neuen Wohngebiet geplant.

Gemeinderat Iffeldorf sagt „Ja“

Nach 25 Jahren wieder ein Einheimischenmodell

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Die Gemeinde Iffeldorf mit ihren 2867 Einwohnern wird wachsen: Östlich der Staltacher Straße entsteht ein neues Wohngebiet.

Iffeldorf – Den Bebauungsplan brachte der Gemeinderat einstimmig auf den formalen Weg. Der Beschluss bedeutet einen großen Schritt für die Osterseengemeinde. Dies machte der Bürgermeister deutlich: Hubert Kroiß nannte den Bebauungsplan gar „historisch bedeutend“. Schließlich habe es ein derart umfangreiches Projekt lange nicht mehr in der Kommune gegeben. Die Gemeinde hatte in jüngster Zeit wenig Bauland ausgewiesen. Nun kommen gleich 19.300 Quadratmeter Gesamtfläche inklusiv Bebauung, Verkehrswege und Grünanlagen sowie Platz für 27 Wohngebäude dazu. Macht 32 bis 33 Wohneinheiten, so Kroiß. Das Besondere: Erstmals seit 1991/92 an der Heuwinklstraße wird wieder ein Einheimischenmodell angeboten – neun Wohneinheiten sind dafür vorgesehen.

Der Bebauungsplan beschäftigt die Räte seit geraumer Zeit. Aber einerseits gestalteten sich die Verhandlungen über die landwirtschaftlichen genutzten Flächen im Außenbereich laut Bürgermeister schwierig. Anderseits musste die Kommune angesichts der rechtlichen Hängepartie der bundesdeutschen Einheimischenmodell-Praxis vor dem Europäischen Gerichtshof auf die Bremse treten. Mit dem jüngsten O.K. aus Brüssel können die Iffeldorfer nun entspannter ihre Grundstücke an den Häuslebauer bringen. „Es ist endlich Rechtssicherheit da“, sagte Kroiß zufrieden.

Dem Rathauschef zufolge können auf dem Areal 26 Wohneinheiten als Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Dazu kommt ein Mehrfamilienhaus, dass die Gemeinde auf einer eigenen Parzelle errichten will. Erschlossen wird das Gebiet durch eine Straße mit Parkbuchten. Ein Spielplatz am Eingangsbereich beim Deichstetterhaus ist vorgesehen, ebenso die Begrünung in der Ortsrandlage. Hubert Kroiß spricht denn auch von einer „sehr gefälligen Planung“.

Dass in Iffeldorf Bedarf für neuen Wohnraum herrscht, daran besteht für den Bürgermeister kein Zweifel. „Es gibt jede Menge Interesse“, sagt Kroiß. Mit dem einhergehenden Ansteigen der Bevölkerungszahlen sieht er keine Probleme: Der Flächennutzungsplan von 2008 sehe ein stetiges Wachstum von 0,8 Prozent bis zum Jahr 2021 vor. „Das werden wir bei Weitem nicht erreichen.“

Jetzt wird das Planwerk öffentlich ausgelegt. Fachbehörden und Bürger können ihre Stellungnahmen abgeben. Im November möchte Kroiß die Satzung beschließen, damit wäre der Bebauungsplan rechtskräftig. Im Frühjahr 2018 könne die Erschließung beginnen. Für diese rechnen die Planer mit 650 000 Euro an Kosten. Die ersten Häuslebauer könnten im kommenden Jahr starten.

Die Gemeinde nutzt für die Genehmigung eine neue Rechtsgrundlage: Im Mai wurde Paragraf 13 des Baugesetzbuches novelliert: Bis Ende 2019 können Kommunen Bauland im Außenbereich im beschleunigten Verfahren ausweisen. Umweltberichte und Änderungen des Flächennutzungsplans sowie Ausgleichsflächen fürs Ökokonto fallen weg. Diese Erleichterung schafft benötigten Wohnraum, hieß es damals.

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