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Bis auf das helle Heilige Grab herrschte in der St.-Vitus-Kirche völlige Dunkelheit.

In der Iffeldorfer Pfarrkirche

Passionskonzert im Dunkeln

Beim Passionskonzert in der Iffeldorfer Pfarrkirche herrschte völlige Dunkelheit. Das verstärkte die Wirkung von Musik und Gesang.

Iffeldorf – Es wirkt wie ein kleiner Tempel: Das Heilige Grab, das heuer bereits zum 10. Mal in der Pfarrkirche St. Vitus in Iffeldorf aufgestellt wurde. Zur feierlichen Eröffnung des prachtvollen Grabes gab die „capella vocale iffeldorf“ ein kleines Passionskonzert.

Unter der Leitung von Anne Voit-Isenberg nahmen die Sänger die Zuhörer mit auf einen musikalischen Weg, der von der Stille der Fastenzeit in die tiefe Ruhe der Karwoche führte, wo aber trotz der Trauer das Licht des Grabes Christi Hoffnung verströmt. Unter dem Titel „Licht auf einem dunklen Weg“ brachte der Chor überwiegend lateinische Werke aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu Gehör – unter anderem von William Byrd, Giovanni Croce oder Don Pedro de Cristo.

In der völlig dunklen Kirche, die Fenster waren mit schwarzen Tüchern verhängt, wirkte der andächtige Gesang der schwarz gewandeten Gestalten wie eine eigenwillige Form des Gebets, war voll sphärischer Tiefe, inbrünstiger Gläubigkeit und mystischer Verklärung. Da war das Kirchenschiff voll mit Gesang, und trotzdem herrschte eine tiefe Stille.

Dramaturgisch aufwendig inszeniert waren Auftritt und Abgang des Chores, der nach den ersten Gesängen vom Kirchenschiff hinauf zur Empore wechselte. Ohne die Sänger war der Blick nun frei auf das urplötzlich hell erleuchtete Grab mit seinen gleißenden Säulen, Blumen und Engeln. Während von oben die Töne erklangen, konnten sich die Zuhörer ganz auf den Anblick des Verstorbenen im Mittelpunkt des Bauwerks konzentrieren, denn bis auf das helle Grab herrschte auch weiterhin tiefe Dunkelheit im Gotteshaus. Nichts störte so die Wirkung des Gesangs, der immer wieder von kurzen Textpassagen unterbrochen wurde. In regelmäßigen Abständen hatte Wilko Ossoba an der Orgel seinen Einsatz. Mit dieser Königin der Instrumente setzte er Akzente, betonte und untermalte die festliche Atmosphäre im Raum und verlieh der choralen Andacht zusätzliche Tiefe.

Weiteres Konzert: Am Karfreitag, 30. März, um 19 Uhr (Eintritt frei) in der Pfarrkirche St. Vitus Lieder, Musik und Worte. Vorgetragen von Martha Horn (Klarinette), Ellen Hennen (Fagott), Heinz Hennen (Flöte), Franz Schesser (Zither), dem „Heuwinkl-Zweigesang“ und Monika Heiß (Sprecherin).

Franziska Seliger

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